Rückblick und Ausblick 2025/2026 Bremen und Hamburg ziehen Bilanz

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Die Bundesländer haben 2025 zahlreiche Projekte rund um die Verwaltungstransformation angestoßen, fortgesetzt und abgeschlossen. Die CIOs, CDOs, Ministerinnen und Minister blicken zurück und geben einen Ausblick auf 2026. Teil 3: Bremen und Hamburg.

Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.(©  Zerophoto – stock.adobe.com)
Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.
(© Zerophoto – stock.adobe.com)

Bremen

„Bremen setzte 2025 wesentliche Impulse zur Verwaltungsdigitalisierung und förderte digitale Services, die das Once-Only-Prinzip umsetzen“, sagt Carola Heilemann-Jeschke, CIO von Bremen. „ELFEConnect erleichtert inzwischen in mehreren Bundesländern die Antragstellung und -bearbeitung für Elterngeld durch den elektronischen Gehaltsdatenabruf; seit Mai 2025 werden automatische Gehaltsdatenabrufe bei Elterngelddigital generiert, inzwischen monatlich mehr als 1.000.“

Carola Heilemann-Jeschke(Bild:  Andreas Caspari)
Carola Heilemann-Jeschke
(Bild: Andreas Caspari)

In Bremen selbst sei auch der Abruf von relevanten Einkommensdaten für Selbstständige von der Finanzverwaltung realisiert worden, zudem wurde weiter an einem hochverfügbaren, zentral gesteuerten modernen Netz zur Integration von Sprachdaten gebaut, das skalierbare Anwendungen ermöglicht.

Weitere Erfolgmeldungen: Mit dem VIS-Einheitsmandanten konnte eine ressortübergreifende Kommunikation mit erhöhtem Datenschutzniveau realisiert werden, zudem wurde ein Audio- und Video-Dolmetschdienst zur Verbesserung der Bürgerkommunikation in bis zu 50 Sprachen bereitgestellt.

Auch beim Thema KI ist Bremen vorne dabei. Seit September 2025 ist „Telli“, ein datenschutzkonformer KI-Chatbot, an allen Bremer Schulen im Einsatz. Als einheitlicher Startpunkt für GenAI wurde zudem LLMoin innerhalb der Kernverwaltung eingeführt.

„Auf der integrativen Plattform VOIS laufen künftig diverse Fachverfahren, darunter Meldewesen und Kfz-Zulassung. Besonders stolz ist Bremen auf die Einführung eines verbindlichen Digitalchecks für neue Gesetzes- und Verordnungsvorhaben inklusive Visualisierungspflicht“, betont Heilemann-Jeschke.

Unter Bremer Führung konnte außerdem die Digitalisierung des Beschaffungsprozesses erfolgreich abgeschlossen werden, wobei Peppol und weitere Standards wie XRechnung, XKatalog und XBestellung etabliert wurden. „In Zusammenarbeit mit NRW wurde darüber hinaus der IT-Standard für den digitalen Gewerbesteuerbescheid umgesetzt“, sagt die Bremer CIO. Der von der KoSIT betriebene XML-Datenaustauschstandard LegalDocML.de bilde den technischen und prozessualen Rahmen für den bundesweiten Rechtsetzungskreislauf. Er ermögliche den digitalen Lebenszyklus von Gesetzen sowie dessen automatische Konsolidierung und Rechtsförmlichkeitsprüfung und steigere dadurch Effizienz und Qualität der Rechtsdigitalisierung.

Heilemann-Jeschke: „Diese Vorhaben und Erfolge unterstreichen den Beitrag Bremens für die föderale Verwaltungsdigitalisierung und zeigen den Weg Bremens hin zu einer digitalen Verwaltung, die sowohl Bürger:innen sowie Unternehmen als auch die Verwaltung selbst gleichermaßen entlastet und unterstützt.“

Hamburg

„Hamburg hat in diesem Jahr die zweite umfassende Digitalstrategie veröffentlicht“, sagt Christian Pfromm, CDO von Hamburg. Die Strategie greife bisher Erreichtes auf und zeichne ein Zukunftsbild für Hamburg als lebenswerte Stadt. Pfromm: „Die Strategie setzt konsequent auf einfache, medienbruchfreie Prozesse, stärkt die Cybersicherheit und fördert digitale Teilhabe.“

Christian Pfromm(Bild:  Senatskanzlei/Guenther Schwering)
Christian Pfromm
(Bild: Senatskanzlei/Guenther Schwering)

Durch die Einbindung der Stadtgesellschaft und der Beschäftigten der Verwaltung sollen in Hamburg Innovationen praxisnah umgesetzt und die Stadt als moderne, digitale Metropole weiterentwickelt werden. Mit der Kampagne „Hamburg – digital für dich“ wurde für die Nutzung digitaler Verwaltungsleistungen geworben und der Zugang zu modernen Services für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen vereinfacht. „Wir haben über einen Staatsvertrag daran mitgewirkt, dass die Registermodernisierung in Deutschland starten kann, damit Once Only endlich Wirklichkeit wird und die Arbeit der Verwaltung effizienter organisiert werden kann“, fasst Pfromm zusammen.

Für das Jahr 2026 stehen in Hamburg weitere ambitionierte Ziele auf der Agenda. Pfromm: „Im Fokus steht unter anderem die Integration der Registermodernisierung in die Verwaltungsprozesse, um medienbruchfreie und automatisierte Abläufe zu gewährleisten.“

Es gelte außerdem, die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur, insbesondere durch den Aufbau des Deutschland-Stacks und die Einführung neuer, einheitlicher Standards im föderalen Kontext konstruktiv zu begleiten. „Hamburg wird sich an diesen Prozessen aktiv beteiligen und möchte – als Vorsitzland der Digitalministerkonferenz – wichtige digitalpolitische Impulse für die Zusammenarbeit auf Bund-Länder-Ebene setzen“, betont der CDO. Ein wichtiges Anliegen bleibe die Stärkung digitaler Kompetenzen der Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, dafür setze Hamburg auf neue Formen der fach- und bereichsübergreifenden Zusammenarbeit und auf eine zeitgemäße Wissensvermittlung.

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