Die Bundesländer haben 2025 zahlreiche Projekte rund um die Verwaltungstransformation angestoßen, fortgesetzt und abgeschlossen. Die CIOs, CDOs, Ministerinnen und Minister blicken zurück und geben einen Ausblick auf 2026. Teil 7: Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.
„In Sachsen sind wir in der Verwaltungsdigitalisierung 2025 ein gutes Stück vorangekommen“, resümiert Dr. Daniela Dylakiewicz, Amtschefin der Sächsischen Staatskanzlei. Der Freistaat habe weiter in die IT-Großprojekte wie das volldigitale Personalmanagement sowie das Datennetz und damit in eine sichere, zukunftsfähige digitale Verwaltung investiert. „Mit dem Beitritt zum NOOTS-Staatsvertrag haben wir die Grundlage für das Once-Only-Prinzip geschaffen, damit Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ihre Daten künftig nur einmal an die Verwaltung übermitteln müssen“, ergänzt die CIO. Die elektronische Wohnsitzanmeldung ist laut Dylakiewicz erfolgreich angelaufen, 53 Prozent der Sachsen können per Mausklick umziehen. Zahlreiche weitere Städte und Kommunen sollen zeitnah folgen.
Dr. Daniela Dylakiewicz
(Bild: Pawel Sosnowski)
Der Freistaat Sachsen startete gemeinsam mit dem Bund und der Landeshauptstadt Dresden ein Pilotprojekt zur EUDI-Wallet, gleichzeitig soll die im Mai beschlossene Cybersicherheitsstrategie den Schutz der Behörden vor digitalen Bedrohungen erhöhen. „Sie legt klare Ziele und Maßnahmen für eine sichere und zukunftsfähige Verwaltung fest“, betont Dylakiewicz.
2026 will Sachsen gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen daran arbeiten, Verwaltungsleistungen dort zu bündeln, wo es spürbare Vorteile bringt. So startete Sachsen eine Initiative zur internetbasierten Kraftfahrzeugzulassung. Ziel sei es außerdem, die Verwaltungsleistungen schneller zu entwickeln, und sie flächendeckend, auch in kleinen Kommunen, verfügbar zu machen.
Wie Dylakiewicz ausführt, werde derzeit das Sächsische E-Government-Gesetz überarbeitet. „Mit dem Digitalfördergesetz soll eine unbürokratische, flexible und zukunftsfähige Rechtsgrundlage für die digitale Verwaltung in Sachsen geschaffen werden“, so Dylakiewicz.
„Wichtige Themen bleiben – auch über 2026 hinaus – der Einsatz von künstlicher Intelligenz und die Steigerung der digitalen Souveränität. Hierzu werden Open-Source-Lösungen und Cloud-Modelle geprüft und zum Einsatz kommen. Die Standardisierung und Migration der staatlichen IT-Infrastruktur in ein neues Rechenzentrum sind weitere Themen, die in den nächsten Jahren im Fokus stehen“, erläutert Dylakiewicz.
Sachsen-Anhalt
Auch Sachsen-Anhalt hat 2025 im Bereich der Verwaltungsdigitalisierung bemerkenswerte Fortschritte erzielt, „auf die wir besonders stolz sind“, wie CIO Bernd Schlömer erzählt. Die Umsetzung der Digitalstrategie schreite stetig voran, große Teile der anvisierten Projekte konnten umgesetzt werden. „Ein besonderer Meilenstein war das Projekt ‚Gemeinsam Digital Sachsen-Anhalt‘ (GDST), das die Grundlage für eine nachfolgende Studie zu den Zentralen Serviceangeboten (ZSA) bildete“, sagt Schlömer. Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie sei geprüft worden, wie IT-Dienste zentral vom Land für die Kommunen bereitgestellt werden können. „Dieser innovative, kooperative Ansatz von Sachsen-Anhalt, der durch die Projekte gestärkt wurde, stärkt die Beziehungen zwischen Land und Kommunen und wir erachten ihn als zukunftsweisend für Deutschland“, betont der Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Digitales.
Bernd Schlömer
(Bild: MID/Foto: Ronny Hartmann)
Im Rahmen der ZSA-Studie wurden laut Schlömer elf OZG-Leistungen, darunter Wohn- und Elterngeld sowie Grundsteuer, und vier Querschnittsleistungen untersucht. Über 100 Dokumente wurden geprüft, 15 Workshops durchgeführt und 38 Kommunen aktiv eingebunden. Schlömer: „Besonders hervorzuheben ist die Pilotierung von zwei OZG-Leistungen, bei der die Fallbearbeitung um rund 39 Prozent beschleunigt werden konnte. Die Ergebnisse zeigen, dass durch optimierte Prozesse, Spezialisierung und den gezielten Einsatz von IT-Lösungen, insbesondere KI, deutliche Effizienzgewinne möglich sind. Die Wirtschaftlichkeit des Modells ist sowohl monetär als auch qualitativ bestätigt worden, was uns dazu veranlasst, die nächsten Schritte zu gehen.“
Für 2026 steht die Umsetzung des ZSA-Projekts im Fokus: Das Sachsen-Anhalt-Modell für zentrale Serviceangebote soll schrittweise eingeführt werden, beginnend mit den Leistungen Hundehaltung und Wohngeld. „Ziel ist es, die Kommunen spürbar zu entlasten und so in den Kommunen Freiräume zu schaffen, etwa, um den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt weiter zu stärken“, sagt Schlömer. Das Ministerium für Infrastruktur und Digitales (MID) treibe den Aufbau eines Zentralen Serviceangebotes noch in dieser Legislaturperiode aktiv voran, auch auf Wunsch der Kommunen, die einen schnellen Start befürworteten.
„Langfristig“, erläutert Schlömer, „bietet das Modell das Potenzial, als Blaupause für andere Bundesländer zu dienen, die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen nachhaltig zu verbessern und die Führungsrolle Sachsen-Anhalts im Bereich Verwaltungsdigitalisierung weiter auszubauen.“
Stand: 08.12.2025
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