Rückblick und Ausblick 2025/2026 Hessen und Mecklenburg-Vorpommern ziehen Bilanz

Von Susanne Ehneß 3 min Lesedauer

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Die Bundesländer haben 2025 zahlreiche Projekte rund um die Verwaltungstransformation angestoßen, fortgesetzt und abgeschlossen. Die CIOs, CDOs, Ministerinnen und Minister blicken zurück und geben einen Ausblick auf 2026. Teil 4: Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.

Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.(©  Zerophoto – stock.adobe.com)
Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.
(© Zerophoto – stock.adobe.com)

Hessen

„Die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland stand und steht vor Herausforderungen: mangelnde Standardisierung, fehlende Interoperabilität zwischen Behörden sowie begrenzte Haushaltsmittel. Diesen Herausforderungen begegnen wir in Hessen mit zahlreichen Maßnahmen“, sagt Hessens CIO Louisa Solonar-Unterasinger. Dazu zählten in 2025 unter anderem:

Louisa Solonar-Unterasinger(Bild:  HMD)
Louisa Solonar-Unterasinger
(Bild: HMD)

  • Der Einsatz der OZG-Fokusleistung „Elektronische Wohnsitzanmeldung“ wurde von sieben auf 58 Prozent der hessischen Meldebehörden gesteigert. Damit kann sich die Mehrheit der hessischen Bevölkerung digital ummelden. Zudem wurden Austauschformate initiiert, die von den Kommunen „sehr gut angenommen“ werden.
  • Das Breitband-Portal hat sich in den elf nachnutzenden Ländern etabliert. Die Anzahl der über den Online-Dienst gestellten digitalen Anträge wurde um rund 400 Prozent gesteigert.
  • Gemeinsam mit dem Bundesdigitalministerium und sechs hessischen Kommunen (Rheingau-Taunus-Kreis, Wetteraukreis, Wiesbaden, Hattersheim, Kassel und die Gemeinde Heuchelheim) wurde „als erstes Land“ ein Pilotprojekt gestartet: Ziel ist eine Blaupause für flächendeckende digitale Verwaltungsleistungen – ein Leitfaden, der die Digitalisierung beschleunigt und für Bürgerinnen und Bürger spürbar macht.
  • Das seit 2022 in der Landesverwaltung etablierte Beteiligungsportal steht seit August auch allen hessischen Kommunen kostenfrei zur Verfügung.
  • Im Oktober wurde der Relaunch des neuen Einheitlichen Ansprechpartners Hessen (EAH) abgeschlossen. Der EAH entlastet Unternehmen, Freiberufler, Selbstständige und Start-ups von übermäßiger Bürokratie und soll dazu beitragen, den Bearbeitungsprozess von Behörden zu digitalisieren und weiter zu automatisieren.

2026 soll der Fokus laut Solonar-Unterasinger unter anderem auf der Konsolidierung der Online-Angebote für kommunale Verwaltungsleistungen und der Steigerung der Flächendeckung von EfA-Diensten liegen. Für das Breitbandportal ist neben der Weiterentwicklung der bundesweite Roll-out geplant. Solonar-Unterasinger: „Mit dem Signatur- und Siegeldienst wird das Erstellen, Signieren und Verifizieren von elektronischen Verwaltungsdokumenten im nächsten Jahr rechtskonform, medienbruchfrei und effizient entsprechend der EU-Verordnung möglich sein.“

Mecklenburg-Vorpommern

„Mit der Verankerung der Digitalisierung im Finanzministerium wurden Digitalprojekte, Haushaltsplanung und Verwaltungsmodernisierung erstmals eng miteinander verzahnt“, sagt Finanz- und Digitalisierungsminister Dr. Heiko Geue. Als Vorsitzland im IT-Planungsrat habe Mecklenburg-Vorpommern wichtige Impulse für eine bundesweit abgestimmte Digitalpolitik gesetzt – von der Registermodernisierung über digitale Souveränität bis hin zum Einsatz künstlicher Intelligenz in der Verwaltung.

„Mit der neuen Rahmenstrategie Digitalisierung der Verwaltung wurde die Grundlage für eine resiliente, sichere und serviceorientierte Verwaltung geschaffen“, so Geue weiter. Schwerpunkte seien Open-Source-Lösungen, die Einführung der eAkte, EfA-Dienste im Rahmen des OZG sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Entlastung der Beschäftigten. Ergänzt werde dies durch eine enge Kooperation mit Schleswig-Holstein, die die digitale Souveränität und die IT-Sicherheit länderübergreifend stärke.

Dr. Heiko Geue(Bild:   Ministerium für Finanzen und Digitalisierung MV)
Dr. Heiko Geue
(Bild: Ministerium für Finanzen und Digitalisierung MV)

„Auch die Zusammenarbeit mit den Kommunen wird sukzessive gestärkt“, versichert der Minister. „So werden Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes für gemeinsame Digitalvorhaben genutzt. Ein zentraler gemeinsamer Schwerpunkt ist hier die Cybersicherheit.“

Für 2026 stehen in Mecklenburg-Vorpommern die flächendeckende Einführung der elektronischen Akte, der Roll-out des Projekts „Verwalteter IT-Arbeitsplatz" (vITA 4) sowie die Verabschiedung des Informationssicherheitsgesetzes im Fokus. Der digitale Bauantrag soll fertiggestellt und landesweit eingeführt werden. Zudem möchte das Land die Rahmenstrategie in Unterstrategien zu KI, Datennutzung und IT-Architekturen konkretisieren.

Minister Geue nennt als Höhepunkt des kommenden Jahres den Fachkongress „Zukunft der Verwaltung 2026“, auf dem das Land „gemeinsam mit Bund und Ländern die Ergebnisse seines IT-Planungsratsvorsitzes präsentiert und den weiteren Weg zu einer vernetzten, souveränen und bürgernahen Verwaltung aufzeigt“. Geue ist noch bis Ende 2025 Vorsitzender des IT-Planungsrates.

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