Nachnutzung LLMoin für alle Kommunen in Schleswig-Holstein verfügbar

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Seit 1. Juli 2026 können Kommunen in Schleswig-Holstein den KI-Assistenten LLMoin vergünstigt über den landeseigenen Shop beziehen. Möglich macht das ein novellierter Rahmenvertrag, der die bisherigen Einzelverträge ablöst. Auch Volkshochschulen und Stadtbibliotheken sollen das Tool künftig nutzen können.

LLMoin ist eine Hamburger Entwicklung und wird bereits in mehreren Bundesländern erfolgreich nachgenutzt.(Bild:  FHH)
LLMoin ist eine Hamburger Entwicklung und wird bereits in mehreren Bundesländern erfolgreich nachgenutzt.
(Bild: FHH)

Für kleinere Kommunen war der Zugang zu Hamburgs Exportschlager LLMoin bislang mit einigem Aufwand verbunden, der unter anderem darin bestand, dass sie jeweils einen eigenen Vertrag mit dem länderübergreifenden IT-Dienstleister Dataport abschließen mussten. Ein neuer Rahmenvertrag zwischen Dataport und dem IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH) ändert das grundlegend und macht den KI-Assistenten erstmals für die gesamte kommunale Fläche in Schleswig-Holstein praktikabel.

Die Bereitstellung im OZG-Shop vereinfacht den Zugang erheblich. Dataports Vorstand für Digitale Transformation, Torsten Koß, betont, dass LLMoin „ein wichtiger Schritt für die digitale Transformation der Verwaltung“ sei, von dem nun auch „Mitarbeitende in kleinen Kommunen“ profitierten.

Der ITV.SH übernimmt dabei eine aktive Rolle, die über die reine Vertriebsfunktion hinaus geht. Der Verbund will als Interessenvertreter der Kommunen Anforderungen und Nutzer-Feedback bündeln und an Dataport weiterreichen. Geschäftsführer Matthi Bolte-Richter ordnet den Vertrag strategisch ein: Er wolle „die Potenziale von KI für alle Kommunen in Schleswig-Holstein nutzbar machen“ und stärke damit „die digitale Handlungsfähigkeit der kommunalen Verwaltung“.

Vier Funktionen gegen Routinearbeit

LLMoin wurde in Hamburg entwickelt und basiert auf großen Sprachmodellen. Dort läuft die Anwendung bereits seit Ende 2024 produktiv und unterstützt nach Angaben von Dataport mittlerweile alle großen Behörden und Landesbetriebe der Hansestadt mit rund 40.000 Mitarbeitenden. Seit 2025 steht das Tool bundesweit zur Nachnutzung durch Länder und Kommunen bereit, unter anderem wird es bereits in Niedersachsen eingesetzt.

Für den Verwaltungsalltag deckt LLMoin vier Kernfunktionen ab. Die Textzusammenfassung ermöglicht das Strukturieren und Kürzen längerer Dokumente, die Inhaltsgenerierung liefert Entwürfe für die schriftliche Kommunikation, die Recherche-Funktion filtert Informationen aus internen Datenbeständen, und freies Prompten ermöglicht individuelle Textbefehle. Zeitintensive Routineaufgaben wie Textarbeit und Informationsrecherche binden in Kommunen Ressourcen, die für fachliche Aufgaben fehlen. Durch den Einsatz von LLMoin sollen diese Ressourcen für höher priorisierte Aufgabenbereiche zur Verfügung stehen.

Technisch betrachtet läuft LLMoin für Kommunen in einer Shared-Umgebung im Twin Data Center von Dataport, die Nutzerdaten bleiben dabei logisch getrennt. Die browserbasierte Lösung benötigt keine Anbindung an das Landesnetz und eignet sich somit auch für kleinere Kommunen, die nicht über eine ausgeklügelte IT-Infrastruktur verfügen. Nach Angaben von Dataport ist die Implementierung von LLMoin innerhalb kurzer Zeit realisierbar.

Wie sich die „vergünstigten Konditionen“ konkret beziffern und wie viele Kommunen zum Start der Vereinbarung bereits an Bord sind, wurde bislang nicht kommuniziert.

(ID:50887905)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung