Bayerische Justiz Richter drängen nach Ausfall von IT-Systemen auf Konsequenzen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Telefone und Mailserver der bayerischen Justiz sind großflächig gestört. Das zuständige Landesamt kennt die Ursache. Richter und Staatsanwälte verlangen Änderungen.

Eine Störung der Netzwerkinfrastruktur im Rechenzentrum des Landesamts für Steuern hat in Bayern die Telefonleitungen und E-Mail-Systeme lahmgelegt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Eine Störung der Netzwerkinfrastruktur im Rechenzentrum des Landesamts für Steuern hat in Bayern die Telefonleitungen und E-Mail-Systeme lahmgelegt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Nach einer großflächigen Störung der IT-Systeme bei Gerichten, Staatsanwaltschaften und dem Justizministerium in Bayern dringt der Richterverein auf ein Notfallkonzept. „Eine digitale Justiz ohne belastbare Ausfallkonzepte ist nicht zukunftsfähig“, sagte die Landesvorsitzende des Bayerischen Richtervereins, Barbara Stockinger. „Der Rechtsstaat muss auch dann handlungsfähig bleiben, wenn zentrale IT-Systeme versagen. Die aktuellen Ereignisse zeigen eindrücklich, dass wir resiliente und redundante Systeme benötigen, um die Funktionsfähigkeit der dritten Gewalt jederzeit sicherzustellen.“

Gerichte, Staatsanwaltschaften und das Justizministerium in Bayern waren am Donnerstag nicht per Festnetztelefon oder E-Mail erreichbar. Die Telefonanlagen und Mailserver seien gestört, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Die Störung dauerte noch am Abend an. Zuvor hatte BR24 berichtet.

Seit dem Donnerstagnachmittag habe eine Störung der Netzwerkinfrastruktur im Rechenzentrum des Landesamts für Steuern bestanden, teilte eine Sprecherin des Landesamts der Deutschen Presse-Agentur mit. IT-gestützte Arbeitsabläufe bei Gerichten und Staatsanwaltschaften seien dadurch eingeschränkt gewesen.

„Daten sind weder abgeflossen noch verloren gegangen“

Weiter teilte sie mit: „Auslöser war nach derzeitigem Kenntnisstand eine fehlerhafte Konfigurationsänderung an der zentralen Netzwerkinfrastruktur. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ein Cyberangriff ausgeschlossen werden. Daten sind weder abgeflossen noch verloren gegangen.“

Ebenso habe zu keinem Zeitpunkt ein unbefugter Zugriff auf die Server der Justiz bestanden, versicherte sie. „Der Fehler im Netzwerk wurde bereits identifiziert und wird aktuell behoben.“ Ob die Störung mittlerweile tatsächlich beseitigt wurde, war am Morgen noch unklar.

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