OSPOs for Europe Schleswig-Holstein wirbt in Brüssel für offene Technologien

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Digitale Souveränität und internationale Zusammenarbeit sind für Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter kein Widerspruch, sondern gegenseitige Bedingung. Beim zweiten Treffen der Landesinitiative „OSPOs for Europe“ in Brüssel warb er für Open Source als Fundament der europäischen Digitalpolitik – und für ein wachsendes Netzwerk offener Technologien.

Der Digitalisierungsminister des Landes Schleswig-Holstein, Dirk Schrödter, sieht in Open Source die Zukunft für die öffentliche Verwaltung begründet.(©  Frank Peter)
Der Digitalisierungsminister des Landes Schleswig-Holstein, Dirk Schrödter, sieht in Open Source die Zukunft für die öffentliche Verwaltung begründet.
(© Frank Peter)

Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter hat in Brüssel für Open Source als Fundament europäischer Souveränität geworben. Beim zweiten Treffen der Landesinitiative „OSPOs for Europe“ kamen rund 50 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Souveränität und Zusammenarbeit als zwei Seiten einer Medaille

Gastgeber des Treffens im Brüsseler Hanse Office waren das Land Schleswig-Holstein und der DigitalHub.SH. Ziel der Runde war es, den europäischen Austausch über offene Technologien und digitale Innovationen zu vertiefen. Damit setzt das Land seinen Kurs fort, der es bundesweit zum Vorreiter für digitale Souveränität und Open Source in der Verwaltung macht. Die sogenannten OSPOs – Open Source Program Offices – bündeln in Behörden und Organisationen das Know-how rund um den Einsatz quelloffener Software.

„Die Frage ist nicht mehr, ob Open Source wichtig ist. Die eigentliche Frage lautet, ob Europa es sich leisten kann, Open Source nicht zum Grundpfeiler seiner digitalen Zukunft zu machen“, sagte Schrödter in seiner Eröffnungsrede.

Digitale Souveränität und internationale Zusammenarbeit seien für ihn kein Widerspruch. Im Gegenteil. Je enger Europa bei Standards, Technologien und Expertise kooperiere, desto widerstandsfähiger und unabhängiger werde der Kontinent. Quelloffene Software und offene Standards bezeichnete der Minister als unverzichtbare Voraussetzung für eine resiliente digitale Infrastruktur.

Demokratische und wirtschaftliche Dimension

Schrödter betonte zudem die demokratische Bedeutung offener Technologien. Transparenz, Beteiligung und gemeinsame Verantwortung seien zentrale Werte demokratischer Gesellschaften. „Die Zukunft unserer Demokratie wird zunehmend in unserer digitalen Infrastruktur entschieden. Deshalb muss diese Infrastruktur unsere demokratischen Prinzipien widerspiegeln“, so der Minister.

Auch wirtschaftlich sieht Schrödter Vorteile. Offene Technologien senkten Markteintrittsbarrieren, stärkten Start-ups und kleine Unternehmen und förderten Wettbewerb. Europa müsse öffentliche Investitionen gezielter nutzen, um eigene digitale Kompetenzen aufzubauen anstatt Abhängigkeiten von proprietären Lösungen zu vertiefen.

Die Initiative „OSPOs for Europe“ entwickele sich zunehmend zu einer europäischen Gemeinschaft, die Open Source in konkretes Handeln übersetze, so Schrödter weiter. Erfolgreiche Projekte sollen sichtbar werden, Partner voneinander lernen und neue Kooperationen für eine gemeinsame europäische Digitalpolitik entstehen. „Europas digitale Souveränität wird nicht aus isolierten Initiativen entstehen. Sie entsteht aus Netzwerken – wie diesem“, sagte Schrödter abschließend.

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