Security-Bereich am GovTech Campus

Ein GovTech-Ökosystem für die Sicherheit

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Von unseren Verwaltungspartnern, z. B. dem BSI oder dem BMVg, erhalten wir regelmäßig das Feedback, dass sie über unsere Formate nicht nur ihre eigene Expertise einbringen, sondern auch wertvolle Impulse von Start-ups und Technologieunternehmen aufnehmen können. Genau dieser fachliche, niedrigschwellige und zugleich neutrale Austausch ist das, was den Campus ausmacht. Gleichzeitig schätzen viele Akteure aus dem militärischen Bereich auch den Austausch mit zivilen Verwaltungsorganisationen – und andersherum. Denn gerade im digitalen Raum verschwimmen die Grenzen zwischen innerer und äußerer Sicherheit zunehmend.

Wie offen sind denn die Akteure aus dem Sicherheitsbereich, zum Beispiel der Polizei, für diesen Austausch und die Zusammenarbeit über den GovTech Campus?

Ritter: Man könnte tatsächlich vermuten, dass gerade im sicherheitskritischen Bereich eine gewisse Zurückhaltung gegenüber offenen Innovationsformaten herrscht. Unsere Erfahrung zeigt jedoch ein anderes Bild: Die relevanten Akteure – ob aus dem Bereich der inneren oder äußeren Sicherheit – nutzen den Campus sehr aktiv, um sich mit der Technologie-Szene zu vernetzen. Und das auf eine sehr pragmatische, niedrigschwellige Weise. Wir beobachten eine wachsende Offenheit, gemeinsam über konkrete Herausforderungen zu sprechen und mögliche Lösungsansätze auszuloten. Es geht dabei nicht immer sofort um große Projekte, sondern häufig um erste Sondierungen: Was ist technologisch machbar? Wo kann man ansetzen? Welche Erfahrungen gibt es bereits? Ein Beispiel: Bei einem unserer Security Meetups hat ein Unternehmen eine Anwendung zur Erkennung manipulierter Inhalte in sozialen Netzwerken vorgestellt – ein Thema, das natürlich hochrelevant ist für Behörden, die sich mit Desinformation beschäftigen. Der Austausch im Anschluss war äußerst konstruktiv, und daraus sind inzwischen weiterführende Gespräche entstanden.

Solche Formate zeigen: Es gibt nicht nur Interesse, sondern auch eine spürbare Bereitschaft, neue Wege zu gehen – gerade im Sicherheitsbereich. Das hat uns ehrlich gesagt selbst positiv überrascht, und es bestätigt uns in unserem Ansatz, genau diesen Raum für vertrauensvollen, fachlich fundierten Austausch zu schaffen.

Aber natürlich entwickeln unsere Mitglieder aus dem Sicherheitsbereich entlang aller gängigen Beschaffungskriterien auch konkrete Lösungen über den Campus. Jedes Projekt hat das gleiche Ziel: die Entwicklung einer konkreten Lösung, die Anwendung findet und breit einsetzbar ist.

Wie können die Behörden und Verwaltungen ihre Bedarfe für Projekte, für die Entwicklung von Lösungen, einbringen?

Ritter: Wir fragen ständig unser Ökosystem ab: Wo besteht aktuell Innovationsbedarf? Zu welchen Herausforderungen werden technologische Lösungen gesucht? Das sorgt dafür, dass wir nah an den realen Herausforderungen arbeiten.

Besonders stark gewachsen ist im vergangenen Jahr aber der Arbeitsbereich „Solutions", also Lösungsentwicklung. Hier zeigt sich der direkte Mehrwert des Campus als Umsetzungspartner: Verwaltungen kommen mit einer spezifischen Herausforderung auf uns zu und beauftragen den GovTech Campus – natürlich entlang aller gängigen Beschaffungsregeln –, gemeinsam mit passenden Technologiepartnern eine Lösung zu entwickeln. Der Bedarf kommt also aus der Verwaltung selbst – und wir begleiten den Prozess der Lösungsentwicklung von der Bedarfsanalyse bis hin zur Umsetzung. So entstehen Projekte, die nicht nur praxisnah, sondern auch anschlussfähig für andere Behörden sind. Ziel ist es immer, Lösungen zu entwickeln, die über die einzelne Institution hinaus Wirkung entfalten können, also nachnutzbar sind, damit nicht immer wieder das Rad neu erfunden werden muss.

Soll der GovTech Campus die Rolle eines Hubs für die innere Sicherheit übernehmen – vergleichbar der Rolle des Cyber Innovation Hubs für die Bundeswehr?

Ritter: Ob wir uns langfristig als eine zentrale Entwicklungsplattform für Lösungen der inneren Sicherheit etablieren können, hängt maßgeblich von unserem konkreten Mehrwert für die Sicherheitsakteure ab. Entscheidend ist, dass wir ihre spezifischen Bedarfe verstehen und gezielt adressieren. Unsere Stärke liegt in der neutralen Plattformstruktur und der engen Vernetzung mit Akteuren auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene sowie der Tech-Szene. So können wir Themen interdisziplinär aufgreifen und direkt in die Umsetzung gehen. Das bisherige Feedback zeigt klar: Sicherheitsbehörden schätzen die Möglichkeit, mit dem Ökosystem Sicherheitslösungen aufzubauen.

Welche Ziele hat sich der Security-Bereich für dieses Jahr gesetzt?

Ritter: Wir wollen unser Security-Ökosystem insgesamt weiter auf- und ausbauen und unser Team für die Entwicklung entsprechender Lösungen weiter stärken. Ein zentrales Thema dabei ist Generative KI: Hier sehen wir aktuell großen Informations- und Diskussionsbedarf – etwa im Hinblick auf Einsatzmöglichkeiten, Risiken und Regulierungsfragen. Es freut uns, dass wir gerade in diesem Bereich unser Tech-Ökosystem weiter ausbauen konnten. Zudem wollen wir uns weiter internationalisieren. Dafür haben wir das Global Government Technology Centre (GGTC) am Campus gegründet.

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