Führungswechsel beim Behördenfunk Hübner übernimmt BDBOS

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Dr. Christoph Hübner zum neuen Präsidenten der BDBOS berufen. Der langjährige Ministerialbeamte übernimmt die Behörde in einer Phase des Umstiegs auf breitbandigen Behördenfunk.

Bundesinnenminister Dobrindt überreicht Dr. Christoph Hübner die Ernnenungsurkunde zum Präsidenten des BDBOS.(Bild:  BMI / Henning Schacht)
Bundesinnenminister Dobrindt überreicht Dr. Christoph Hübner die Ernnenungsurkunde zum Präsidenten des BDBOS.
(Bild: BMI / Henning Schacht)

Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (kurz BDBOS) ist die Netzbetreiberin des Bundes. Sie ermöglicht, dass Regierung, Verwaltung sowie Einsatz-, Sicherheits- und Rettungskräfte auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu jedem Zeitpunkt sicher und zuverlässig kommunizieren können. Nun hat die Bundesanstalt seit dem 27. Mai 2026 mit Dr. Christoph Hübner einen neuen Präsidenten. Er folgt auf Jens Koch. Die Berufung erfolgte im Benehmen mit den Ländern, die im Verwaltungsrat der BDBOS vertreten sind. Bund und Länder tragen die Behörde gemeinsam.

Hübner bringt eine lange Laufbahn im Bundesministerium des Innern (BMI) mit. Dort durchlief er verschiedene Fach- und Leitungsfunktionen, unter anderem als Stabsleiter des Ministerbüros unter dem damaligen Innenminister Horst Seehofer. Zuletzt war er stellvertretender Leiter der Abteilung für Zivile Verteidigung, Katastrophenhilfe und Waffenrecht.

Innenminister Dobrindt würdigte den neuen Behördenchef als erfahrenen Fachbeamten: „Dr. Christoph Hübner steht für verlässliche Führung, moderne Verwaltung und enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und der EU.“ Hübner verfüge über breite Erfahrung in der Sicherheits- und Verwaltungsarchitektur.

Digitalfunk als kritische Infrastruktur

Die BDBOS verantwortet Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung des bundesweit einheitlichen Digitalfunk BOS. Das Netz nutzen die Einsatzkräfte von Polizeien, Feuerwehren, Rettungsdiensten sowie Katastrophen- und Zivilschutzbehörden in Bund und Ländern – ebenso die Bundeswehr. Der Behördenfunk zählt damit zur kritischen Infrastruktur der inneren Sicherheit.

Auf Hübner wartet eine technologische Großaufgabe. Der aktuelle Digitalfunk basiert auf dem schmalbandigen TETRA-Standard, der primär auf Sprachkommunikation ausgelegt ist. Die BDBOS arbeitet am Umstieg auf einen breitbandigen Digitalfunk auf Basis von LTE und 5G – die Behörde spricht vom „Digitalfunk der nächsten Generation“.

Konkret bedeutet das, dass die IP-Migration des Bestandsnetzes weit fortgeschritten ist. Im Januar 2026 wurde in Bremen die letzte TETRA-Basisstation auf den Dualbetrieb des neuen Standards umgestellt. Parallel testet die BDBOS in zwei LTE/5G-Campusnetzen neue Dienste wie Videoübertragung und Drohnen-Anbindung. Ziel ist ein eigenbeherrschtes, hochsicheres Breitband-Kernnetz, ergänzt um kommerzielle Mobilfunk- und Satellitenanbindung.

Ein verbindlicher Abschalttermin für TETRA ist bislang nicht öffentlich fixiert. Zudem bleibt die Frequenzfrage ungeklärt – die BDBOS hält die bislang vorgesehenen Frequenzbänder für nicht ausreichend, eine diesbezügliche Entscheidung der Bundesnetzagentur steht aus.

Über die nationale Ebene hinaus soll ein europaweit übergreifendes System entstehen, welches die einsatzkritische Kommunikation der Einsatzkräfte grenzüberschreitend verbessert.

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