Was FITKO und Bundesdigitalministerium planen

Deutschland Digital: das Marktplätze-Puzzle

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Im Feld Distribution schließlich geht es darum, die Lösungen auch auszurollen und zur Verfügung zu stellen. Hier sollen die Marktplätze eingehängt und für die Nutzenden, je nach Verwaltungsebene, sichtbar sein, also etwa der Marktplatz Deutschland Digital, das Kaufhaus des Bundes, ein kommunaler Marktplatz oder auch eigene Shopsysteme, die zum Beispiel Rahmenverträge abbilden. Nutzer können sich so orientieren, welche Leistungen eingekauft oder auch abgerufen werden können.

Der MdZ wird zum „Marktplatz Deutschland Digital“

Die Übergabe an die Referenten Jana Janze und Dr. Clemens Fell (Produktmanagement FITKO) markierte auch den Übergang in bekannteres Terrain – zu den föderalen Marktplätzen FIT-Store, EfA-Marktplatz und dem Cloud Service Portal der DVC, in deren Aufbau und Betrieb bereits viel Arbeit und Erfahrung steckt. Im März 2025 hat der IT-Planungsrat beschlossen, diese Marktplätze zusammenzuführen, für private Anbieter zu öffnen und die Integration weiterer Marktplätze und marktplatzähnlicher Strukturen anzubieten. FITKO und govdigital sollen diese Fusion gemeinsam steuern.

Clemens Fell bezog sich in seiner Präsentation auf diesen Beschluss, um dann unter dem Aspekt „Zusammenführen, Öffnen und Gestalten“ den Marktplatz Deutschland Digital näher vorzustellen. Ein Novum dieses Marktplatzes, verglichen etwa mit dem bereits etablierten EfA-Marktplatz, sei die zugrunde liegende Open-Source-Shop-Software, die heute schon die technische Basis des Cloud-Service-Portals bildet. Als besonderen Vorteil für die Nutzenden hob er das Portfolio-Management hervor: Produkte würden kuratiert und könnten somit transparenter verglichen werden. Weitere Ziele sind: Beschleunigung, Standardisierung durch gemeinsame Nutzungsbedingungen, einheitliche Vertragsmodelle und AGBs sowie Automatisierung.  

Er freue sich auf den Austausch mit den Nutzenden, betonte Fell – diese sollen über verschiedene Formate eingebunden werden in die Entwicklung. Der Marktplatz Deutschland Digital soll letztlich der Zugang für die öffentliche Verwaltung werden zum Erwerb von IT-Services und IT-nahen Dienstleistungen. Die Aktivitäten liefen derzeit stark in Richtung „Once-Only“, bekräftigte auch Jana Janze, das wolle man auch mit der gemeinsamen Absichtserklärung mit dem BMDS vorantreiben – ein zentraler Zugang statt mehrerer paralleler und ähnlicher Plattformen.

Weitere Marktplätze und Anbieter einbinden

Wie aber steht es um die Anbindung privater Anbieter und weiterer Marktplätze? Man sei dabei, einen Kriterienkatalog für private IT-Dienstleister zu erstellen, antwortete Clemens Fell auf eine entsprechende Frage. Seit längerem als Beitrittskandidat gehandelt wird die Smart-City-Plattform „Deutschland.Digital“. Zur Namensähnlichkeit, die auch die Zuhörer etwas verwirrte, erklärte der Referent, man habe sich bei der neuen Marktplatz-Benennung bewusst dafür entschieden, auch um die Bekanntheit von „Deutschland Digital“ zu nutzen. Wie die FITKO auf Nachfrage erläuterte, soll die Ausgestaltung der Integration im Laufe des Jahres 2026 erfolgen. Man sei dazu seit mehreren Monaten in engem Austausch mit dem Fraunhofer IESE und dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, das die Smart-City-Plattform fördert und die Umsetzung steuert.

Weniger klar ist die Einbindung des Marktplatzes der KI-Möglichkeiten (MaKI). Dessen Rollout für alle Verwaltungsebenen ab Dezember hat der IT-Planungsrat in seiner diesjährigen November-Sitzung beschlossen.

Laut der 41. Sitzung der AL-Runde im September sollte auch „die Integration oder Anbindung an den Marktplatz der Zukunft (MdZ) überprüft und eine „Vorgehensplanung für eine nahtlose Überführung (technische Migration, Governance, Steuerungsansatz etc.) vorgelegt werden.“ Im aktuellen Beschluss des IT-Planungsrats findet sich aber lediglich die Empfehlung, KI-Systeme des MaKI als Produkte über den MdZ zur Nachnutzung verfügbar zu machen. Nach Auskunft der FITKO wurden dem IT-Planungsrat einige Details der Überführungsplanung bereits mitgeteilt, eine separate Vorgehensplanung für die technische und prozessuale Integration des MaKI in den Marktplatz Deutschland Digital aber nicht vorgelegt. Weiter heißt es: „Die Integration der weiteren Marktplätze und marktplatzähnlichen Plattformen ist in der Entwicklungs-Roadmap des Marktplatzes Deutschland Digital in den Ausbaustufen 3 und 4 vorgesehen. Diese Roadmap wurde in der 43. AL-Runde in Erfüllung des Auftrags aus dem Beschluss 2025/12-AL vorgelegt, aber noch nicht veröffentlicht.“

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