Smart City Nachhaltig smart – smart nachhaltig

Von Chiara Maurer

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Fridays for Future – mittlerweile wurde das Thema durch Pandemie und Krieg aus dem Fokus der Öffentlichkeit gedrängt. Das Problem Klimawandel bleibt jedoch auch fernab der medialen Aufmerksamkeit bestehen. Könnten Smart Cities eine Lösung sein?

Smart unterwegs in der Smart City: Smart Mobility ermöglicht die effiziente und intelligente Nutzung verschiedener Transportwege, wie eScooter, ohne ein eigenes Verkehrsmittel zu besitzen
Smart unterwegs in der Smart City: Smart Mobility ermöglicht die effiziente und intelligente Nutzung verschiedener Transportwege, wie eScooter, ohne ein eigenes Verkehrsmittel zu besitzen
(© Girts – stock.adobe.com)

Die Bevölkerung Deutschlands wächst und mit ihr Städte und Kommunen. Die Anforderungen an die Stadtentwicklung und die Infrastruktur werden komplexer, und bei stetiger Bedrohung durch den Klimawandel werden auch die Themen Klima- und Umweltschutz immer wichtiger. Die nachhaltige Zukunftsentwicklung ist das Gebot der Stunde.

Die Smart City ist ein Modell einer nachhaltigen Stadt. So beschreibt die Smart City Charta des Bundesinnenministeriums (BMI) solche als intelligenten Städte, die „Informations- und Kommunikationstechnologien nutzen, um auf der Basis von integrierten Entwicklungskonzepten kommunale Infrastrukturen, wie beispielsweise Energie, Gebäude, Verkehr, Wasser und Abwasser zu verknüpfen“.

Diese Konnektivität erlaubt es Städten und Kommunen, Ressourcen optimal zu nutzen und so die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Und auch die Umwelt profitiert von dieser Art der Urbanisierung, denn die Lösungen vereinen den Gedanken der Digitalisierung mit dem des Umweltschutzes. So liegt ein Fokus der Smart City auf dem Ziel der nachhaltigen Stadtentwicklung und folgenden damit verbundenen Punkten:

  • nachhaltige Nutzung erneuerbarer Ressourcen
  • minimale Nutzung nicht-erneuerbarer Ressourcen
  • Betonung einer regionalen Kreislaufwirtschaft
  • nachhaltige Wirtschaftsweise
  • minimale Transportintensität
  • Mitverantwortung der Bevölkerung

Smart-City-Lösungen können dabei in fast allen Bereichen einer Stadt oder Kommune eingesetzt werden. Durch Bodensensoren überwachte Parkflächen (Smart Parking), Füllstandsensoren, die anzeigen, wann ein Müllcontainer geleert werden kann (Smart Waste) und Smart-Mobility-Lösungen, die beispielsweise Fahrgast- und Besucherströme in öffentlichen Verkehrsmitteln analysieren, sind nur wenige der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.

CO2-Emissionen ­einschränken

Eine anderer Bereich der Smart City ist Smart Building. Die Automatisierung und Vernetzung von Gebäuden und Gebäudeausrüstung hat zahlreiche Facetten, und viele davon können erhebliche Mengen CO2 einsparen. Eine Studie des Digitalverbandes Bitkom zeigt: Bis 2030 können durch Smart Building rund 15 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Warum das Einsparungspotenzial gerade in diesem Segment so hoch ist, erklärt Bitkom-Präsidiumsmitglied Matthias Hartmann: „Im Gebäudesektor wird in Deutschland mit am meisten Energie und vor allem Gas verbraucht. Deswegen ist er neben Verkehr und industrieller Produktion einer der wesentlichen Verursacher von CO2-Emissionen.“ Digitale Technologien könnten den Ausstoß von Treibhausgasen und den Energiebedarf von Gebäuden massiv senken, und angesichts knapper Gasspeicher sei das gerade in diesen Zeiten profitabel.

Christian Hammel von der Technologiestiftung Berlin betont deswegen das Potenzial des Smart Buildings. Es könne vor allem beim Thema Energieeffizienz viel leisten, wovon schließlich Nutzer und Betreiber profitieren würden. Dabei sei jedoch nicht nur auf Einzelgebäude zu achten. „Auch Aspekte der sharing economy können, abhängig vom jeweiligen Projekt, wesentlich sein“, so Hammel. Dabei werden Güter, wie beispielsweise durch Photovoltaikanlagen gewonnener Strom, gemeinschaftlich genutzt. Im Smart Building kann dies innerhalb sogenannter Quartiere geschehen, also dem Zusammenschluss benachbarter Gebäude. Smart Building birgt somit nicht nur für die Nutzer der Gebäude Potenziale. Zwar kämen smarte Zugangssteuerungen, Klimatisierungen und Raumnutzungskonzepte vor allem den Nutzern zugute, von smarter energetischer Steuerung hingegen könnten sowohl Nutzer als auch Betreiber profitieren sowie Nachbarn im Quartier, mit denen man Wärme oder Kälte tauscht, so Hammel.

Tatsächlich scheint das Verständnis für die klimaschonenden Aspekte des Smart Buildings auch schon bei Bund, Ländern und Städten angekommen zu sein. „Erste Pilotprojekte setzen bereits jetzt auf Smart Building. Sie fördern entsprechende Modernisierungen und beginnen damit, eigene Gebäude bei Neuerrichtung oder Sanierung entsprechend auszurüsten. Der Großteil der Nicht-Wohn- und Wohnflächen gehört aber privaten Eigentümern“, so Hammel weiter.

Jedoch kann Smart Building auch für diese rentabel sein.Das Problem bei diesen Digitalisierungsvorhaben: Auch in diesem Bereich sind die Auswirkungen des Fachkräftemangels zu spüren.

Diese Problematik ist auch Christian Hammel bekannt: „Modernisierungszyklen von Gebäuden finden in der Regel alle fünfzig Jahre statt. Deswegen und wegen des Fachkräftemangels erwarte ich, dass Fortschritt durchaus passieren wird, aber nicht unbedingt, dass er sehr schnell geht.“

Auf der nächsten Seite: Niedersächsische Modellkommune.

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