Verbesserung des Stadtlebens Die lernende Stadt: Cognitive statt Smart City

Von Serina Sonsalla 5 min Lesedauer

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Was macht eine „Cognitive City“ besser als eine „Smart City“? Und wie sicher ist sie bei Cyberangriffen? Dr. Hendrik Grosser, Experte für Industrial IoT und digitale Zwillinge, erklärt, wie KI unsere Städte intelligenter macht – und was das für die Stadtsicherheit bedeutet.

Cognitive Cities verändern urbane Sicherheit und Mobilität – mit KI-gestütztem Verkehrsmanagement, autonomen Drohnen und smarten Rettungseinsätzen.(Bild:  Ari – stock.adobe.com / KI-generiert)
Cognitive Cities verändern urbane Sicherheit und Mobilität – mit KI-gestütztem Verkehrsmanagement, autonomen Drohnen und smarten Rettungseinsätzen.
(Bild: Ari – stock.adobe.com / KI-generiert)

Der Sprung in die digitale Zukunft einer Kommune ist verbunden mit all den Eigenschaften einer Smart City: modern, digital, vernetzt, technologisch, effizient und smart. Wer eine Stadt erfolgreich vorantreiben will, denkt also zunächst an „smart“ – nicht an kognitiv. Der Begriff „Cognitive City“ mag noch abstrakt klingen und ist zudem stärker mit der Neurowissenschaft und Forschung verbunden. Doch bestehen Cognitive Cities aus einem einfachen Konzept: Sie lernen dazu.

Während bei einer Smart City der Fokus noch auf der Datenerfassung liegt, ist eine Cognitive City bereits einen Schritt voraus. Mithilfe von KI und maschinellem Lernen werden nicht nur Daten gesammelt, sondern auch genutzt, um daraus zu lernen. Die Stadt passt sich so an und kann auf veränderte Bedingungen und Bedürfnisse eingehen und reagieren. Wäre dieses Konzept für Kommunen dann nicht sogar besser?

Dr. Hendrik Grosser, Senior Manager Industrial Internet of Things bei Detecon, ist Experte für Industrial IoT, digitale Zwillinge, Smart Cities und Cognitive Cities. Er teilte mit, dass Smart Cities oft isolierte technische Lösungen implementieren würden, während eine Cognitive City eine Vielzahl von Systemen vernetze und auf KI zurückgreife, um aktiv auf Herausforderungen zu reagieren: „Eine Cognitive City ist weit mehr als eine technologisch aufgerüstete Smart City. Sie ist eine lernende Stadt, die gesammelte Daten intelligent verarbeitet und daraus autonom konkrete Services entwickelt, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entsprechen.“ Dieses System ist so in der Lage, auch historische Aspekte zu berücksichtigen, aus Erfahrungen zu lernen und den Prozess zu optimieren.

Im Falle eines Brandschutzes werden KI-gestützte Drohnen oder Satellitensysteme eingesetzt. Diese helfen der Feuerwehr, schnell eine Entscheidung zu treffen: Denn die Technologien erkennen Brände im Voraus und prognostizieren, wie sie sich ausbreiten. Am Beispiel des Verkehrssystems erklärte Grosser, dass eben nicht nur die aktuellen Verkehrsdaten verwendet werden, sondern auch vergangene Muster, Wetterdaten und der Veranstaltungskalender. „Damit könnten die Städte besser präventive Maßnahmen schaffen, um den Verkehr vor allem zu Hauptverkehrszeiten erheblich zu entlasten.“ Auch intelligente Ampeln spielen hier eine wichtige Rolle, indem sie sich an den Verkehr anpassen. KI und Sensoren helfen aber nicht nur auf der Straße – auch bei der Brückenwartung können Schäden schneller erkannt bzw. prognostiziert werden, um diese frühzeitig an die Kommune zu melden und Ressourcen effizienter einzusetzen. „Das spart nicht nur Geld, sondern verbessert auch spürbar die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger“, ergänzte Grosser.

„Drohnen und Roboter sind echte Alleskönner in der intelligenten Stadt. Sie überwachen den Verkehr, messen die Luftqualität oder prüfen Brücken auf Schäden.“ Hinzukämen Nachtsichtkameras, Laser-Radars im Dunkeln und Roboter am Boden. All diese Systeme seien über das städtische Datennetzwerk miteinander verbunden und würden ihre Informationen in den digitalen Zwilling einspeisen, um Gefahrenstellen zu erkunden, bei der Evakuierung zu helfen, Muster zu erkennen und bessere Vorhersagen zu treffen.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Frage, wie Kommunen den Weg zur Cognitive City einschlagen können. Außerdem erklärt Grosser, wie abgesichert die Stadt im Fall eines Cyberangriffs wäre.

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