Stiftungsprofessur „Digitale Transformation öffentlicher Dienste“ Eine Stärkung der Verwaltungsinformatik

Von Chiara Maurer

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Die Universität Bremen möchte die Vorreiterrolle der Stadt in Sachen digitaler Verwaltung ausbauen. Dafür setzt die Uni auf die Stiftungsprofessur „Digitale Transformation öffentlicher Dienste“ und ihren Leiter Professor Björn Niehaves.

(v. l.) Finanzstaatsrat Dr. Hagen, Prof. Dr. Niehaves, Rektorin Prof. Dr. Günther, Dr. Bizer (Dataport)
(v. l.) Finanzstaatsrat Dr. Hagen, Prof. Dr. Niehaves, Rektorin Prof. Dr. Günther, Dr. Bizer (Dataport)
(© Universität Bremen/Matej Meza)

„Bremens Verwaltung ist schon in vielen Bereichen digital, bietet zahlreiche Leistungen online an. Viele Menschen nutzen diese Angebote auch schon. Bremen ist bei den Nutzungszahlen im Bundesvergleich an der Spitze und die Bürgerinnen und Bürger sind am zufriedensten mit den Online-Diensten“, bewertet Finanzstaatsrat Dr. Martin Hagen die digitale Transformation der Stadt. Dennoch möchte sich hier noch niemand auf dieser Vorreiterrolle ausruhen. Die Stiftungsprofessur, finanziert vom Bremer Finanzressort und dem IT-Dienstleister für die öffentliche Verwaltung, Dataport, soll innovative Lehrangebote an der Universität entwickeln und in entsprechende Studienprogramme einbringen. Auch ein Promotionsprogramm mit Praxisanteilen in Kooperation mit der Bremischen Verwaltung ist in Planung. Geleitet wird die Professur von Professor Björn Niehaves.

Dr. Johann Bizer, Vorstandsvorsitzender von Dataport, ist überzeugt, dass öffentliche Verwaltungen von den Ergebnissen einer solchen Professur profitieren können: „Die öffentliche Verwaltung steht vor vielfältigen Herausforderungen, die sie nur mit einer entschlossenen digitalen Transformation bewältigen wird. Die Arbeit der Stiftungsprofessur von Professor Niehaves wird dazu beitragen, zukunftsträchtige digitale Technologien und Ansätze wie KI und Open Government für die Verwaltung noch besser nutzbar zu machen.“

Niehaves übernimmt außerdem die Leitung der neuen Arbeitsgruppe „Digital Public“. Sie forscht derzeit zu Entwicklungen und Anwendungen künstlicher Intelligenz, Augmented und Virtual Reality sowie zur Technologieakzeptanz in öffentlichen Verwaltungen, smarten Städten, der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft.

Dazu Professor Niehaves: „Wie lassen sich digitale Technologien im öffentlichen Sektor einsetzen, einen umfassenden Transformationsprozess zu stützen und die sich bietenden Chancen des Wandels zu nutzen? Daran arbeiten mein Team und ich an der Universität Bremen, angefangen mit konkreten smarten, technischen Lösungen über innovative Services und Geschäftsmodelle bis hin zur Begleitung strategischer Transformationsprozesse ganzer Städte. Die interdisziplinäre Vernetzung sowie die enge Zusammenarbeit mit der Praxis in Wirtschaft und Verwaltung sind dabei essenziell. Punkte, in denen die Universität Bremen überzeugend stark ist und uns wirklich hervorragende Rahmenbedingungen bietet.“

Und auch Finanzstaatsrat Hagen erkennt das Potenzial, das Niehaves mit an die Universität bringt: „Wir sind noch lange nicht fertig, wenn es um die echte Digitalisierung der Verwaltung geht. Professor Björn Niehaves kommt also genau zur richtigen Zeit an die Universität Bremen. Ich erhoffe mir viele Impulse, die die Bremer Verwaltung in Sachen Digitalisierung weiter nach vorne und den Menschen im Land einen echten Nutzen bringen.“

Ähnlich optimistisch blickt die Rektorin der Universität, Jutta Günther, der Arbeit Niehaves entgegen. Die Universität Bremen sei bekannt für ihre ausgezeichnete Arbeit zur Künstlichen Intelligenz und zur Robotik. „Mit dieser Stiftungsprofessur wird nun explizit die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in den Blick genommen. Eine Stärkung der Verwaltungsinformatik ist für die Universität Bremen von Bedeutung, um erfolgreiche wissenschaftliche Projekte fortzusetzen, nämlich insbesondere die enge Forschungskooperation zwischen dem Institut für Informationsmanagement Bremen und der Bremischen Verwaltung, welche ein hervorragendes Beispiel für Wissens- und Technologietransfer auf Augenhöhe ist“, so Günther weiter.

Zur Person

Prof. Dr. Björn Niehaves

Professor Niehaves war bis 2014 bereits Professor für E-Governance & Public Sector Innovation an der Hertie School. Auch seine darauffolgende Tätigkeit als Universitätsprofessor für Wirtschaftsinformatik an der Universität Siegen qualifiziert ihn für die Leitung der Stiftungsprofessur und der Arbeitsgruppe an der Universität in Bremen.
Weiter verfügt Niehaves über Erfahrung in der wissenschaftlichen Projektbegleitung und Beratung zu kommunalen und interkommunalen Digitalisierungs- und Smart-City-Strategien. So war er maßgeblich beteiligt am Landesprojekt „Digitale Modellregionen NRW“. Zudem ist er seit 2018 Beiratsmitglied von „Digitale Wirtschaft NRW“ im Ministerium für Wirtschaft und Digitalisierung.

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