Agentic AI Hub Agentic AI Hub: BMDS startet zweite Bewerbungsrunde

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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Der Abschlussbericht zur ersten Pilotphase des „Agentic AI Hub“ belegt Einsparungen bei Durchlaufzeiten von über 90 Prozent in kommunalen Verwaltungsverfahren. Kommunen können nun erneut ihre Bedarfe einreichen – bis 14. August 2026.

Die zweite Runde des Agentic AI Hubs steht in den Startblöcken. Zwischen 3. und 14. August können Kommunen Interesse anmelden.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Die zweite Runde des Agentic AI Hubs steht in den Startblöcken. Zwischen 3. und 14. August können Kommunen Interesse anmelden.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und der DigitalService des Bundes rufen Kommunen dazu auf, sich an der zweiten Bewerbungsrunde des „Agentic AI Hub“ zu beteiligen. Parallel dazu wurde am 29. Juli 2026 der Abschlussbericht der ersten Pilotierungsphase veröffentlicht, der dem Vorhaben ein positives Zwischenzeugnis ausstellt. Der gezielte Einsatz agentischer KI führe demnach zu messbarer Entlastung in der Verwaltung und schaffe die Grundlage für eine breitere Skalierung.

Ergebnisse der ersten Pilotierung

Zwischen März und Mai 2026 wurden 20 Pilotprojekte in 19 Kommunen gemeinsam mit 9 Start-ups getestet. Diese wurden aus einem Bewerberfeld von rund 400 Startups und knapp 200 Kommunen ausgewählt, welches sich bereits in der Startphase Anfang 2026 gemeldet hatte. Laut Bericht sanken die Durchlaufzeiten für komplexe Anträge um über 90 Prozent, was einer Einsparung von bis zu 28 Stunden pro Vorgang entspricht. Beinahe alle der beteiligten Kommunen bewerteten die eingesetzten Lösungen mit hoher Gesamtzufriedenheit. Die Hälfte der getesteten Anwendungen gilt zudem als uneingeschränkt auf andere Kommunen übertragbar. Zu den erprobten Anwendungsfeldern zählten unter anderem KI-gestützte Vorprüfungen in Einbürgerungsverfahren – etwa in München und Nürnberg – sowie Unterstützung bei Sozialleistungs- und Wohngeldverfahren.

Thomas Jarzombek, Parlamentarischer Staatssekretär im BMDS, betont den praktischen Charakter des Formats: „Wir haben nicht nur geredet, sondern gemacht.“ Der Einsatz der KI-Lösungen habe die Verwaltungsarbeit bereits nach wenigen Wochen spürbar vereinfacht; im nächsten Schritt gehe es nun darum, die Lösungen zu skalieren und in die Fläche zu bringen.

Damit die Ergebnisse nicht in den Pilotkommunen verpuffen, arbeitet der Bund an mehreren Skalierungsmechanismen. Kurzfristig erhalten die 19 Pilotkommunen Unterstützung, um „ihre“ Start-ups unmittelbar beauftragen zu können. Zudem entsteht ein Datenschutz-Prüfassistent, der die rechtliche Bewertung neuer KI-Anwendungen erleichtern soll. Als zentrales Skalierungsvehikel hat das BMDS darüber hinaus mit der Entwicklung eines Dynamischen Beschaffungssystems begonnen. Dieses Vergabeinstrument dürfte den wiederholten Zugriff auf bereits geprüfte Lösungen deutlich vereinfachen, heißt es aus Kreisen des BMDS.

Zweite Runde: Fristen und Zielgruppen

Städte, Gemeinden und Landkreise können nun ihre konkreten verwaltungsinternen Herausforderungen und Bedarfe vom 3. bis 14. August 2026 über ein Online-Formular einreichen. Die nächste dreimonatige Implementierungsphase ist für den Zeitraum vom 7. September bis 30. November 2026 geplant. Angesprochen sind vor allem Digitalisierungsbeauftragte, CDOs, IT-Leitungen und Projektverantwortliche in den Fachabteilungen. Erst im Anschluss folgt die Bewerbungsphase für die Start-ups, die dann auf die eingereichten Bedarfe gematcht werden. Im Gegensatz zu Runde eins liegt der Fokus diesmal explizit auf neuen Bedarfen sowie innovativen Anwendungsfällen.

Informationsveranstaltung zum Agentic AI Hub

Für offene Fragen findet am Dienstag, 4. August 2026, um 10.30 Uhr eine Online-Informationsveranstaltung statt. Dort werden bisherige Erkenntnisse und Anwendungsfälle vorgestellt.

Die Anmeldung erfolgt über das Online-Formular des DigitalService. Interessierte Kommunen können sich außerdem per E-Mail an aaihub@digitalservice.bund.de wenden.

Der Agentic AI Hub ist Teil der breiteren KI-Strategie des BMDS. Dazu gehören auch das Assistenzsystem SPARK für Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie der „Marktplatz der KI-Möglichkeiten“ (MaKI). Kommunen, die eine Teilnahme erwägen, sollten die kurze Einreichungsfrist beachten und vorab intern klären, welche Prozesse datenseitig und organisatorisch pilotierungsreif sind.

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