Estland
KI-Agent mit Identität

Von Serina Sonsalla 2 min Lesedauer

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Als erstes Land weltweit will Estland KI-Agenten eigene ID Codes zuweisen. Offen bleibt, wer haftet, wenn ein Agent Schaden anrichtet.

Marika Linntam, Botschafterin der Republik Estland in Deutschland. (Bild:  © Botschaft der Republik Estland)
Marika Linntam, Botschafterin der Republik Estland in Deutschland.
(Bild: © Botschaft der Republik Estland)

„Digitale Identitäten, die X-Road, digitale Unterschriften und Fußabdrücke haben unser Land schneller, einfacher und sicherer gemacht“, teilte der estnische Premierminister Kristen Michal mit. Zuletzt gab er bekannt, dass Estland einen weiteren Schritt nach vorn machen werde – mit der Schaffung digitaler Identitäten für KI-Agenten, sogenannten AI ID Codes.

Am 17. Juni gab der auf Initiative von Michal eingerichtete Eesti.ai-Beirat in seiner zweiten Sitzung grünes Licht für das Vorhaben. „Wenn wir schnell und klug handeln, wird Estland das erste Land der Welt sein, das offizielle digitale Identitäten für KI-Agenten schafft“, begrüßte Michal den Entschluss. Künftig sollen KI-Agenten etwa Berichte erstellen, Erklärungen vorbereiten oder mit Informationssystemen interagieren. Dabei müsse klar sein, „wer in wessen Namen mit welchen Rechten handelt und wer letztlich verantwortlich ist“. Noch offen sind Fragen zu Haftung, Verantwortlichkeit und Regulierung, etwa wenn ein Agent eigenständig Verträge schließt oder Verwaltungsakte vorbereitet. Die estnische Botschafterin Marika Linntam betont: „Der estnische Ansatz sieht ausdrücklich vor, dass Verantwortung und Kontrolle erhalten bleiben.“ Ein endgültiges Haftungsmodell gibt es bislang jedoch nicht; rechtliche Fragen sollen im weiteren Gesetzgebungsprozess geklärt werden.

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