Den Spagat meistern Kommunale IT zwischen Sicherheit und Offenheit

Ein Gastbeitrag von Lukas Szlachta 5 min Lesedauer

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Je integrativer eine IT-Landschaft, desto größer scheint das Sicherheitsrisiko. Was bedeutet das für Kommunen, die trotz aller Ansprüche an Resilienz sowie Datenschutz und -sicherheit digitale Leistungen zügig bereitstellen, bestehende Fachverfahren vernetzen und neue Technologien wie KI integrieren sollen?

Im Spannungsfeld zwischen Offenheit und Sicherheit muss kommunale IT gleichermaßen anschluss-, widerstands- und integrationsfähig sein.(Bild: ©  Zeynep - stock.adobe.com)
Im Spannungsfeld zwischen Offenheit und Sicherheit muss kommunale IT gleichermaßen anschluss-, widerstands- und integrationsfähig sein.
(Bild: © Zeynep - stock.adobe.com)

Die meisten Kommunen arbeiten heute nicht mit einer einzigen Verwaltungsplattform, sondern mit einer Vielzahl spezialisierter Anwendungen unterschiedlicher Hersteller. Denn Anforderungen an kommunale Verwaltungen und ihre Digitalisierung haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Während früher häufig einzelne Fachverfahren digitalisiert wurden, stehen heute durchgängige digitale Prozesse im Mittelpunkt. Bürgerinnen und Bürger erwarten Verwaltungsleistungen, die unabhängig von Öffnungszeiten oder Zuständigkeiten verfügbar sind.

Hinzu kommen gesetzliche Vorgaben wie das Onlinezugangsgesetz, die Registermodernisierung oder Anforderungen an interoperable Verwaltungsprozesse: Bürgerinnen und Bürger geben ihre Daten heute idealerweise nur noch einmal an. Damit Anträge medienbruchfrei bearbeitet werden können, müssen Fachverfahren, Register, Dokumentenmanagementsysteme, Identitätsdienste und weitere Anwendungen Informationen automatisiert austauschen. Moderne Plattformen verfügen deshalb über standardisierte Schnittstellen. Ebenso lassen sich externe Dienste wie BundID oder Unternehmenskonto integrieren. Diese Vernetzung ermöglicht durchgängige digitale Verwaltungsprozesse und verhindert doppelte Datenerfassung oder manuelle Zwischenschritte.

Sicherheit beginnt nicht bei der Firewall

Das Problem: Sobald Anwendungen Daten austauschen und Prozesse über Systemgrenzen hinweg ablaufen, entstehen Angriffsflächen. Und die Bedrohung durch Cyberattacken wächst: Kommunale Verwaltungen gehören inzwischen regelmäßig zu den Zielen professioneller Angreifer. Die Absicherung einzelner Systeme reicht nicht mehr, Sicherheit muss auf Plattformebene gedacht werden. Die Systeme müssen sicher, nachvollziehbar und dauerhaft miteinander arbeiten können. Das erfordert Architekturen, die Identitäten, Zugriffe, Datenflüsse und Schnittstellen zentral absichern und überwachen.

Firewalls, Virenschutz oder Verschlüsselung bleiben unverzichtbarer Teil des Sicherheitskonzepts und werden von anderen Elementen ergänzt. Eines ist die zentrale Benutzerverwaltung: Sie vereinfacht nicht nur die Administration, sondern ermöglicht auch eine konsistente Vergabe von Berechtigungen. Gerade bei Personalwechseln oder organisatorischen Veränderungen reduziert dies Sicherheitsrisiken erheblich. Hier schließt ein durchgängiges Identity Management an: Benutzerinnen und Benutzer benötigen eindeutige Identitäten, über die sämtliche Zugriffe gesteuert werden. Ergänzend sorgen Rollen- und Rechtekonzepte dafür, dass Mitarbeitende ausschließlich auf diejenigen Informationen und Funktionen zugreifen können, die sie für ihre Aufgaben tatsächlich benötigen.

Für kommunale Plattformen spielt außerdem die Mandantenfähigkeit eine wesentliche Rolle: Verschiedene Organisationseinheiten oder angeschlossene Einrichtungen können auf einer gemeinsamen Plattform arbeiten, ohne dass Daten oder Berechtigungen vermischt werden. Ein weiterer Baustein ist die vollständige Nachvollziehbarkeit der Aktivitäten. Protokollierung und revisionssichere Dokumentation schaffen Transparenz und ermöglichen die Kontrolle sicherheitsrelevanter Vorgänge.

Sicherheit entsteht damit nicht erst durch technische Schutzmechanismen am Rand eines Netzwerks. Sie ist das Ergebnis klar definierter Prozesse, eindeutiger Zuständigkeiten und einer Architektur, die den kontrollierten Umgang mit Daten und Zugriffsrechten gewährleistet.

Offenheit bedeutet Integrationsfähigkeit

Sicherheit ist aber nur ein Teil des Ganzen. Offenheit der Systeme ist der andere: Denn diese Offenheit bedeutet Integrationsfähigkeit und schafft Investitionssicherheit. Neue Anwendungen können dann ergänzt werden, ohne bestehende Strukturen ersetzen zu müssen. Damit bleiben Investitionen, die in Fachverfahren geflossen sind, erhalten. Eine integrationsfähige Plattform reduziert außerdem den Aufwand bei künftigen Digitalisierungsprojekten: Neue gesetzliche Anforderungen oder zusätzliche Online-Services können schneller umgesetzt werden, wenn die technische Grundlage auf standardisierte Anbindungen ausgelegt ist.

Offenheit schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich kommunale IT-Landschaften weiterentwickeln können, ohne bei jeder Erweiterung grundlegend neu aufgebaut werden zu müssen.

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