Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung Schutz vor Hochwasser durch digitale Tools

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Wie können digitale Lösungen bei der kommunalen Hochwasservorsorge unterstützen? Eine neue Publikation aus der Begleitforschung des Programms „Modellprojekte Smart Cities“ gibt Antworten.

Kommunen müssen sich auf zunehmende Starkregenereignisse einstellen.(Bild: ©  irontrybex – stock.adobe.com)
Kommunen müssen sich auf zunehmende Starkregenereignisse einstellen.
(Bild: © irontrybex – stock.adobe.com)

Extreme Wettereignisse nehmen durch den Klimawandel zu, und deren Auswirkungen können verheerend sein. Starkregen beispielsweise kann Keller, Unterführungen und ganze Ortschaften innerhalb kurzer Zeit überfluten. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt, wie digitale Lösungen Kommunen dabei unterstützen können, Risiken frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen zu planen und im Ernstfall schnell zu handeln.

In der Studie wird anhand von Praxisbeispielen gezeigt, wie sich Kommunen mit digitalen Lösungen behelfen:

  • Berlin und Dresden nutzen digitale Modelle und Simulationen, um blau-grüne Infrastruktur – etwa Parks und Versickerungsflächen – zu planen und Starkregenrisiken sichtbar zu machen.
  • Der Eifelkreis Bitburg-Prüm verbessert mit Sensoren die Datengrundlage an kleineren Fließgewässern und entwickelt ein KI-basiertes Frühwarnsystem.
  • Solingen setzt auf Umweltsensoren und verschiedene Kommunikationswege, um die Bevölkerung bei Extremwetter gezielt zu informieren.
  • Der Landkreis Hof nutzt einen digitalen Zwilling und baut eine Beratungsstelle auf, die Daten, Analysen und Praxiswissen für seine 27 kreisangehörigen Kommunen bündelt.

In der Studie werden außerdem konkrete Handlungsempfehlungen erläutert:

  • Digitale Lösungen sollten konsequent vom konkreten Ausgangsproblem und Anwendungsfall her entwickelt werden.
  • Digitale Lösungen im Hochwasserschutz sollten handlungsfeldübergreifend und überregional angelegt werden.
  • Bestehende Datenstrukturen und Systeme sollten eingebunden werden.
  • Datenzugang und Datennutzung sollten durch eine kommunale Datenstrategie geregelt werden, die das Katastrophenrisikomanagement phasenübergreifend abdeckt.
  • Digitale Werkzeuge sollten auch für politische Entscheidungsprozesse genutzt werden.

„Digitale Werkzeuge helfen Kommunen, Risiken besser zu verstehen, vorausschauend zu planen und schneller zu reagieren“, sagt Franziska Sahr, Co-Autorin der Studie. „Entscheidend ist aber, dass Technik nicht für sich allein steht: Sie muss in bestehende Vorsorgestrukturen eingebettet sein und über administrative und sektorale Grenzen hinweg gedacht werden.“

Die Studie

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung gibt die Publikation „Digitale Lösungen zur Hochwasservorsorge bei Starkregen“ heraus. Sie ist Teil der Begleitforschung im Programm „Modellprojekte Smart Cities“. Das KWB Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH und RSUP Rabe Strategic Urban Planning haben die Studie erarbeitet.

Zur Studie

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