EDV-Gerichtstag 2026 Impulse für die Digitalisierung der Justiz

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Vom 23. bis 25. September treffen sich rund 1.000 Fachleute zum 35. EDV-Gerichtstag an der Universität des Saarlandes. Dabei geht es um die Fragen: Wie gestalten Daten und künstliche Intelligenz die rechtliche Praxis? Welche Risiken entstehen? Und wie bewahren wir digitale Souveränität?

Der EDV-Gerichtstag bietet auch 2026 wieder ein Forum für digitale Innovation im Recht. Die Vorstandsvorsitzende des EDVGT Dr. Anke Morsch (4.v.l.) wird den Kongress am 24. September um 9 Uhr offiziell eröffnen.(Bild: ©  EDVGT)
Der EDV-Gerichtstag bietet auch 2026 wieder ein Forum für digitale Innovation im Recht. Die Vorstandsvorsitzende des EDVGT Dr. Anke Morsch (4.v.l.) wird den Kongress am 24. September um 9 Uhr offiziell eröffnen.
(Bild: © EDVGT)

Der EDV-Gerichtstag (EDVGT) lädt IT-Entscheider aus Justiz, Verwaltung und Politik zur 35. Ausgabe seiner Jahrestagung an die Universität des Saarlandes. Unter dem Motto „Daten, KI und Recht“ werden Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Technologie und Rechtsstaat diskutieren. Der Auftakt der öffentlich zugänglichen Veranstaltung am 24. September im Audimax wird dabei von 9 bis 12 Uhr live gestreamt.

Den Vortragsreigen beginnt Stefan Groß, Spezialist für digitale Transformation und KI-Einsatz in Kanzleiprozessen, mit der Keynote „AI on Fire“ – eine provokante Anspielung auf die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz in der juristischen Praxis. Groß wird aufzeigen, wie KI-Systeme mittlerweile Aufgaben bewältigen, die bis vor kurzem noch als utopisch galten: von der Recherche über Vertragsanalysen bis hin zu automatisierten Entscheidungsfindungen per Mausklick.

Antonio Krüger, Informatik-Professor an der Universität des Saarlandes und CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), ordnet diese Entwicklungen in einen europäischen Kontext ein. Unter dem Titel „Europa im KI-Zeitalter“ wird er analysieren, wo der Kontinent in der globalen KI-Landschaft steht und welche Strategien notwendig sind.

Die sich anschließende Podiumsdiskussion unter Leitung der EDVGT-Vorsitzenden Anke Morsch steht unter der Fragestellung: „Digitale Souveränität: Utopie oder Notwendigkeit?“ Hier tauschen sich Experten aus verschiedenen Disziplinen darüber aus, wie Staaten und Institutionen ihre Autonomie in einer von US- und chinesischen Technologiekonzernen geprägten Welt bewahren können.

Arbeitskreise: Von Datenschutz bis Kanzleipraxis

Am Vortag, dem 23. September, steht in den Arbeitskreistreffen die IT-Sicherheit im Fokus. Der hessische Innenminister Roman Poseck beteiligt sich an der Debatte zur US-Überwachungssoftware Palantir und der Frage, ob sie „Effektive Strafverfolgung oder Gefahr für den Rechtsstaat?“ darstellt. Mehrere Arbeitskreise behandeln an besagtem Tag zentrale Regelungsthemen:

EU-Digital-Omnibus: Vertreter der Europäischen Kommission und des Bundesministeriums der Justiz erläutern das geplante Gesetzespaket zur Harmonisierung von Digital- und Datenschutzregeln.

Vorratsdatenspeicherung: Experten diskutieren, ob die IP-Adressspeicherung ein tragfähiger Kompromiss ist oder „sich lediglich als weiteres Kapitel in einer unendlichen Geschichte einreiht“.

Predictive Analytics: Der Einsatz von KI zur Prognose von Gerichtsverfahren und Rückfallrisikoeinschätzung wird erörtert – mit Blick auf Zuverlässigkeit, ethische Grenzen und Diskriminierungsprävention.

KI in der Kanzleipraxis: Mehrere Arbeitskreise widmen sich dem praktischen Tool-Einsatz und den Herausforderungen des anwaltlichen Alltags.

Ergänzt wird das Programm um eine begleitende Hersteller-Expo mit Hard- und Software-Anbietern, Verlagen und IT-Fachleuten.

35. EDV-Gerichtstag

„Daten, KI und Recht“

Datum:
Mittwoch, 23. September 2026 bis Freitag, 25. September 2026

Zeit:

  • 23.09.: 14.00 bis 19.00 Uhr (Arbeitskreis-Treffen)
  • 24.09.: 09.00 bis 18.15 Uhr, anschließend „Meet & Eat im E-Werk" (zzgl. 25 Euro)
  • 25.09.: 09.00 bis 12.30 Uhr

Ort:
Universität des Saarlandes
Campus, Audimax, Geb. B 4.1
66123 Saarbrücken

Teilnehmerzahl:
Rund 1.000 Fachleute aus Justiz, Verwaltung und Politik

Ticketpreise:

  • EDVGT-Mitglieder: 85 Euro
  • Nicht-Mitglieder: 185 Euro
  • Studierende/Referendar:innen: 35 Euro
  • Angehörige des Öffentlichen Dienstes: 135 Euro


Zur Anmeldung und zum Programm

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