Über die Digitalisierung der Verwaltung wird viel gesprochen und geforscht. Doch wie erleben die Beschäftigten selbst den Wandel? Der Verwaltungsmonitor setzt genau dort an – und soll ihre Perspektive dauerhaft in die Debatte bringen.
Die Befragung ist bis 31. Oktober geöffnet.
(Bild: NExT e. V.)
Wie steht es um die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung? An Studien, Indizes und Bestandsaufnahmen mangelt es nicht. Wir wissen einiges darüber, welche Verwaltungsleistungen digital verfügbar sind, wie Bürger:innen digitale Angebote bewerten oder wo Deutschland im internationalen Vergleich steht.
Weniger systematisch erfasst ist bislang die Perspektive der Menschen, die jeden Tag in der Verwaltung arbeiten. Dabei erleben gerade sie, ob ein neuer digitaler Prozess die Arbeit tatsächlich erleichtert. Sie merken, wo Medienbrüche weiter Zeit kosten, wo die Zusammenarbeit zwischen Organisationen funktioniert – und wo nicht. Und sie erleben, welche Rolle neue Technologien wie generative KI inzwischen im Arbeitsalltag spielen.
Genau hier setzt der Verwaltungsmonitor 2026 an. Er richtet den Blick auf die Erfahrungen der Beschäftigten und untersucht ihre persönliche Perspektive auf Digitalisierung, die Transformation der eigenen Organisation, Erfolgsfaktoren der Verwaltungstransformation, die Zusammenarbeit zwischen Organisationen sowie generative KI in der Verwaltung.
Dabei geht es nicht um ein weiteres Digitalisierungsranking, sondern um die Frage: Was kommt von der Transformation im Arbeitsalltag tatsächlich an? Die Befragung soll jährlich wiederholt werden. So lässt sich mit der Zeit nachvollziehen, wo Beschäftigte Fortschritte wahrnehmen und wo Herausforderungen bestehen bleiben.
Die Innenperspektive macht einen Unterschied
Wie wichtig dieser Blick ist, zeigen frühere Forschungsarbeiten von NExT. Besonders aufschlussreich sind dabei die Stellen, an denen Anspruch und erlebte Wirklichkeit auseinandergehen.
In der Studie zur Vernetzung in der öffentlichen Verwaltung geben 83 Prozent der befragten Führungskräfte an, ihre Mitarbeitenden aktiv zum Netzwerken zu ermutigen. Unter den Beschäftigten ohne Führungsrolle erleben das aber nur 36 Prozent so. Was gewollt und gefördert wird, kommt im Arbeitsalltag also nicht zwangsläufig genauso an.
Ein ähnliches Bild zeigt die Studie „Nachnutzung in der öffentlichen Verwaltung“. Wenn eine Verwaltung bereits eine gute Lösung für ein Problem entwickelt hat, liegt es nahe, dass andere darauf aufbauen, statt selbst wieder bei null anzufangen. In der Praxis hängt das jedoch von vielen Faktoren ab: von Governance und Standards über Finanzierung und Kultur bis zur operativen Umsetzbarkeit. Auch hier zeigt sich eine deutliche Lücke: 95 Prozent der Befragten halten eine Arbeitskultur, in der Wissen und Praktiken offen geteilt werden, für wichtig, damit Nachnutzung gelingt. Nur 11 Prozent sehen diesen Punkt bereits als umgesetzt an.
Beide Beispiele zeigen, warum die Perspektive der Beschäftigten wichtig ist. Zwischen dem, was vorgesehen, gewollt oder für wichtig gehalten wird, und dem, was im Arbeitsalltag ankommt, kann eine erhebliche Lücke liegen. Wer verstehen will, wie Transformation tatsächlich vorankommt, muss auch diese Lücke kennen.
Vom Einzelthema zum Gesamtbild
Die bisherigen Studien von NExT haben einzelne Aspekte der Verwaltungstransformation untersucht. Mit dem Verwaltungsmonitor wird die Perspektive der Beschäftigten nun umfassender betrachtet. Die geplante jährliche Wiederholung zeigt zudem, was sich über die Zeit verändert, wo Fortschritte spürbar werden und welche Hürden bleiben. Durchgeführt wird der Verwaltungsmonitor gemeinsam von NExT e. V. und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer FOKUS. ÖFIT bringt wissenschaftliche und methodische Expertise zur Digitalisierung des öffentlichen Sektors ein, NExT die Erfahrungen aus der eigenen Forschungsarbeit und die Nähe zu Beschäftigten und Netzwerken innerhalb der Verwaltung. Gefördert wird der Verwaltungsmonitor vom IT-Planungsrat/der FITKO und dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS).
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Die Ergebnisse sollen Anfang 2027 vorgestellt und anschließend als Bericht und interaktives Dashboard veröffentlicht werden. Doch sichtbar zu machen, wie Beschäftigte die Transformation erleben, ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist auch, dass ihre Erfahrungen dort ankommen, wo über die Rahmenbedingungen von Verwaltung entschieden wird.
Die Praxis in die politische Debatte bringen
Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse ist die Arbeit nicht abgeschlossen. Beschäftigte wissen aus ihrem Arbeitsalltag, wo Strukturen Veränderung erschweren, welche Lösungen funktionieren und was es braucht, damit Reformen in der Praxis greifen. NExT will dieses Wissen sichtbar machen und in den Austausch mit Politik und Verwaltung bringen. Der Verwaltungsmonitor liefert dafür eine wichtige Grundlage. Im Advocacy-Bereich von NExT werden die Ergebnisse aufgegriffen und dort eingebracht, wo über die Rahmenbedingungen der Verwaltung entschieden wird. Denn wer Verwaltung modernisieren will, sollte nicht nur über die Praxis sprechen, sondern auf diejenigen hören, die sie jeden Tag gestalten.
Die Autorin Theresa Amberger ist Head of Research bei NExT e. V. und verantwortet dort die Forschungsaktivitäten rund um die digitale Transformation der öffentlichen Verwaltung.