Bericht zur Staatsmodernisierung
Der Staat braucht mehr als neue Portale

Von Stephan Augsten 6 min Lesedauer

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Im Bericht zur Staatsmodernisierung zeigt der Bund, wie er die digitale Verwaltung umorganisieren will: Mit verbindlicher IT-Steuerung, gemeinsamen Plattformen und digitaltauglichem Recht. Die ersten Pilotanwendungen laufen zwar, doch es bleibt weiterhin viel zu tun.

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger stellt die berechtigte Frage, wie schnell zentrale Lösungen 11.000 Kommunen erreichen können.(Bild: ©  BMDS/Woithe)
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger stellt die berechtigte Frage, wie schnell zentrale Lösungen 11.000 Kommunen erreichen können.
(Bild: © BMDS/Woithe)

Rund 12.000 Vorgänge bearbeitet das Bundesverwaltungsamt jedes Jahr im EU-Meldedienst für Schusswaffen- und Munitionsverbringungen. Bislang erforderte das bis zu elf Arbeitsschritte und die parallele Datenerfassung in einer Access-Datenbank sowie im Binnenmarkt-Informationssystem der EU-Kommission. Seit Januar 2026 läuft eine Low-Code-Anwendung im Probebetrieb. Sie verarbeitet Anzeigen aus dem Bundesportal weitgehend automatisiert und soll Doppelerfassungen vermeiden. Hier wird klar, wo Verwaltungsdigitalisierung ansetzen muss: Im Backbone, hinter der digitalen Eingangstür.

Der am 7. Oktober 2026 im Kabinett beschlossene und vorgestellte Bericht beschreibt den notwendigen Umbau: Rechtsetzung, Organisation, Infrastruktur und Metriken sollen künftig zusammenwirken. Die Modernisierungsagenda umfasst 23 prioritäre Hebelprojekte und 80 weitere Maßnahmen. Zwölf dieser 103 Vorhaben sind laut dem Bericht abgeschlossen, 80 in Umsetzung, elf noch nicht gestartet.