Cybersicherheit in Kommunen IT-Sicherheit in Zeiten knapper Ressourcen

Ein Gastbeitrag von Felix Adami 3 min Lesedauer

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Behörden in Bund, Ländern und Kommunen investieren mehr in ihre IT-Sicherheit. Trotzdem bleiben finanzielle Mittel und Fachkräfte knapp. Die Studie „Cybersicherheit in Kommunen“ von G DATA CyberDefense, Statista und brand eins zeigt, welche Maßnahmen greifen und wo Verwaltungen nachsteuern sollten.

Digitale Verwaltungsprozesse müssen abgesichert werden.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Digitale Verwaltungsprozesse müssen abgesichert werden.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Ein Personalausweis, der rechtzeitig fertig ist. Fließendes Wasser aus der Leitung. Sozialleistungen, die pünktlich ausgezahlt werden. Hinter jedem dieser Abläufe steht ein digitaler Verwaltungsprozess – und damit auch ein Versprechen an Bürgerinnen und Bürger. Genau das macht Behörden für kriminelle Hackergruppen attraktiv. Wie schnell dieses Versprechen ins Wanken gerät, haben verschiedene Cyberangriffe auf Kommunen in den vergangenen Monaten gezeigt.

Für Verantwortliche in den Rat- und Kreishäusern bedeutet das: IT-Sicherheit ist keine rein technische Aufgabe, die sich an die IT-Abteilung delegieren lässt. Sie entscheidet darüber, ob das eigene Haus handlungsfähig bleibt. Viele Behörden haben diese Herausforderung erkannt. Das zeigt die repräsentative Studie „Cybersicherheit in Kommunen“. Gemeinsam mit Statista und brand eins hat das Bochumer IT-Sicherheitsunternehmen G DATA CyberDefense dafür zum zweiten Mal fast 700 Beschäftigte im öffentlichen Dienst befragt.

Mehr Budget für zentrale Daueraufgabe

Cyberkriminelle ändern ständig ihre Angriffsmethoden, und Unternehmen müssen darauf immer eine passende Antwort finden. Deshalb ist IT-Sicherheit ein Aufgabenfeld, um das sich Verantwortliche aktiv und dauerhaft kümmern müssen. Das kostet Geld, auch wenn viele öffentliche Kassen leer sind. Die Bereitschaft von Kommunen, in Schutz zu investieren, wächst spürbar. 43 Prozent der Befragten planen höhere Investitionen in IT-Sicherheit, im Vorjahr waren es 28 Prozent. Jeder Zehnte wartet auf staatliche Fördermittel, etwa aus dem Sondervermögen.

Prozesse anpassen: viel Wirkung für wenig Geld

Das Bewusstsein für die Bedrohungslage ist in den Verwaltungen angekommen. Viele Verantwortliche reagieren auf Berichte über Cyberattacken auf andere Kommunen und setzen Maßnahmen um. Drei von fünf Befragten aus IT-Security, IT oder Behördenleitung geben an, ihre Sicherheitsprozesse und -richtlinien angepasst zu haben. Weitere Maßnahmen sind:

  • Schulungen zum Sicherheitsbewusstsein der Belegschaft (62 Prozent),
  • Investitionen in neue IT-Sicherheitslösungen (46 Prozent),
  • überarbeitete Notfall- und Reaktionspläne (46 Prozent) und
  • eine stärkere Priorisierung von IT-Sicherheit im Management (43 Prozent).

Eine der wirksamsten und zugleich günstigsten Maßnahmen kommt ohne zusätzliche Technologie aus: klare Vorgaben für sichere Passwörter statt einfacher Kennwörter. Solche Schritte lassen sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen und entfalten große Wirkung. Das zählt vor allem dort, wo größere Investitionen erst mittelfristig möglich sind. Hinzu kommt: Am Anfang einer IT-Sicherheitsstrategie steht das Bewusstsein der Verantwortlichen für die aktuelle Bedrohungslage. Wer die Bedeutung von IT-Sicherheit unterschätzt, plant weder Budget noch Personal ein. Zudem behandelt er das Thema als einmaliges Projekt statt als Prozess, der stetige Begleitung braucht.

Verständliche Sprache entscheidet mit

Die beste Sicherheitsrichtlinie bleibt wirkungslos, wenn sie in der Dienststelle niemand versteht und umsetzen kann. Das bestätigen die Befragten: Zwei von fünf nennen verständliche Sprache als entscheidend dafür, Empfehlungen zur IT-Sicherheit im Alltag umzusetzen. 37 Prozent wünschen sich schnell verfügbare, unkomplizierte Informationen, ein Drittel eine klare und übersichtliche Aufbereitung. Für Führungskräfte heißt das: Sicherheitsregeln wirken erst, wenn alle Beschäftigten sie verstehen – im Bürgeramt genauso wie in der Kämmerei.

Rund um die Uhr geschützt

Angreifer nutzen gezielt Randzeiten und halten sich nicht an Dienstzeiten. Sie sind nachts oder am Wochenende aktiv, um Daten auszuleiten oder Schadsoftware nachzuladen. Viele Verwaltungen haben sich darauf eingestellt: 63 Prozent der Befragten verfügen über eine durchgehende Überwachung ihrer Systeme. Ein Drittel sichert das über Schicht- oder Bereitschaftsdienste mit eigenen personellen Ressourcen ab.

Eine lückenlose Abdeckung in Eigenregie ist für viele Häuser trotzdem kaum leistbar. Gerade kleinere Kommunen und Behörden stoßen hier schnell an personelle Grenzen und erkennen verdächtige Aktivitäten nicht. Dabei vergeht wertvolle Zeit, die im Ernstfall über das Ausmaß eines Schadens entscheidet. Angesichts des Fachkräftemangels setzen viele Verwaltungen deshalb auf externe Dienstleister. 38 Prozent der Befragten sehen darin einen Vorteil. Noch stärker überzeugt die höhere Sicherheit durch professionelle Lösungen (44 Prozent). Zeitersparnis für interne Teams und ein schnellerer Zugang zu neuer Technologie sprechen ebenfalls für diesen Weg.

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Die Studie zeigt: Damit viele Verwaltungen auch künftigen Bedrohungslagen standhalten können, müssen sie konsequent handeln. Wer jetzt in Budget, Prozesse und verständliche Kommunikation investiert, schafft die Grundlage dafür, dass Verwaltung auch morgen sicher ist und verlässlich funktioniert.

Der Autor
Felix Adami, Senior Manager Public Sector DACH, G DATA CyberDefense

Bildquelle: G DATA

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