Wer verwaltet die Verwalter?
Der öffentliche Dienst sucht Antworten auf seine Personalfrage

Von Johannes Kapfer 4 min Lesedauer

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Dem öffentlichen Dienst fehlen laut dbb-Monitor 2026 rund 600.000 Beschäftigte – 30.000 mehr als im Vorjahr. Die Personalverwaltung steht vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss nicht nur Nachwuchs gewinnen, sondern sich selbst grundlegend modernisieren.

Das Bild ist dystopisch, das Bild ist überspitzt. Aber es birgt auch einen Funken Wahrheit. Schließlich fehlen Hundertausende im System ÖV.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Das Bild ist dystopisch, das Bild ist überspitzt. Aber es birgt auch einen Funken Wahrheit. Schließlich fehlen Hundertausende im System ÖV.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Der dbb hat im aktuellen Monitor öffentlicher Dienst 2026 errechnet, dass knapp die Hälfte der gesamten Belegschaft in den nächsten 20 Jahren aus dem Dienst ausscheiden werden. Und die Zahlen lassen wenig Raum für Interpretation. Von den rund 5,4 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind knapp 670.000 bereits 60 Jahre oder älter. Nur 6,8 Prozent – etwa 366.700 Personen – sind jünger als 25. Was das konkret bedeutet, zeigt ein Blick auf die Bereiche mit dem größten Personalbedarf: In der Kranken- und Altenpflege fehlen 120.600 Fachkräfte, an Schulen 115.000 Lehrkräfte, in Kommunalverwaltungen 108.500 Beschäftigte.

Verwaltung verliert schneller als sie einstellt

Das Problem ist mitnichten allein demografisch. Vielmehr ist es struktureller Natur. Während die Privatwirtschaft mit agilen HR-Prozessen und zügigen Bewerbungsverfahren um dieselben Fachkräfte konkurriert, arbeiten viele Personalabteilungen in Kommunen und Landesbehörden noch mit Papierakten, manuellen Workflows und fragmentierten IT-Systemen. Laut DGB-Personalreport 2025 liegt der Anteil des Personals in Ausbildung bei lediglich rund fünf Prozent der Gesamtbeschäftigten; also etwa 265.400 Personen. In zentralen Bereichen wie Finanzämtern, Polizei und Kindertagesstätten reiche das bei weitem nicht aus, um die absehbaren Altersabgänge zu kompensieren, so der Tenor des Reports.