Smart City Optimierte Stadtplanung dank geodatenbasierter digitaler Zwillinge

Ein Gastbeitrag von Bas Brouwer

Anbieter zum Thema

Mobile Mapping und die daraus gewonnenen Daten sind von großer Bedeutung für Städte und Gemeinden. Kombiniert mit künstlicher Intelligenz können sie so eine Realflächenkartierung vornehmen und anhand der detaillierten Abbildung unter anderem die Verkehrsführung verbessern.

Unter einem digitalen Zwilling versteht man die digitale Abbildung eines Objekts aus der realen in der digitalen Welt
Unter einem digitalen Zwilling versteht man die digitale Abbildung eines Objekts aus der realen in der digitalen Welt
(© jamesteohart – stock.adobe.com)

Die Urbanisierung schreitet stetig voran. Das Bevölkerungswachstum verändert grundlegende Aspekte einer Stadt, wie die Wirtschaft, das Stadtbild oder soziale Aspekte. Dazu zählt auch ein verstärktes Verkehrsaufkommen. Neben Autos, dem öffentlichen Nahverkehr und Fahrrädern zählen inzwischen zusätzliche Akteure zu den Verkehrsteilnehmern – darunter die Nutzer von Shared-Mobility-Angeboten und eScootern. Das daraus resultierende Verkehrschaos führt zu mehr Sicherheitsrisiken. Das zeigt auch der Urban Road Safety Index von Cyclomedia. Als Hauptrisiko nannten die befragten Berliner den Zustand der Radwege und die Zusatzbelastung der Straßen durch Shared-Mobility-Angebote. 70 Prozent glauben außerdem, dass die Stadt Berlin mehr zur Verbesserung der Lage unternehmen müsse. Der Anteil ist damit höher als in allen anderen untersuchten europäischen Hauptstädten.

Damit ist Mobilität eines der wichtigsten Themen für Entscheidungsträger in der Stadtentwicklung. Dabei geht es um die Frage, wie Städte mit den neuen Mobilitätsangeboten rund um Shared Cars, eScooter und Ladestationen für Elektrofahrzeuge eine sichere Zukunft gestalten. Dazu muss zunächst überprüft werden, welche Systeme bereits vorhanden sind und in welchem Zustand sich diese befinden. Dazu zählen Radwege, Kreuzungen, Ladestationen, Verkehrsschilder, Fahrbahnmarkierungen, Ampeln, Straßenbeleuchtung und Parkplätze. Auch Sicherheit und Standort sind bei der Bestandsanalyse zu berücksichtigen: Verlaufen Straßen oder Radwege etwa neben Schulen, Kindergärten, Sportplätzen, Senioreneinrichtungen oder Krankenhäusern, sind besondere Maßnahmen für einen sicheren Verkehr zu treffen. Um ausreichend Ausgleich für CO2-Emissionen zu schaffen, braucht es außerdem genügend Grünflächen.

Realflächenkartierung und 3D-Visualisierung

Um effiziente und lösungsorientierte Entscheidungen zu treffen, bedarf es Daten. Realflächenkartierungen auf Basis von dreidimensionalen 360-Grad-Bildern schaffen eine fundierte Grundlage: Die Stadtverwaltungen können anhand von hochauflösenden, vermessungsgenauen und georeferenzierten Panoramabildern verschiedene Objektinformationen über den Zustand der Stadt, der Straßen und der Verkehrsnutzung extrahieren, dokumentieren und auswerten. Die Bilddaten werden mit Hilfe von speziell ausgestatteten Fahrzeugen erfasst. Diese fahren mit 360-Grad-Kameras das gesamte Straßennetz ab, um neben dem reinen Bildmaterial auch spezielle LiDAR-Punktwolken (Light Detection and Ranging) zu generieren. Dies ist eine 3D-Laserscan-Erfassung mit hoher Positionsgenauigkeit.

Städte und Gemeinden können auf Basis dieser visuellen Geodaten einen realistischen digitalen Zwilling erstellen. Damit lassen sich die Umwelt visualisieren und der aktuelle Zustand analysieren. Die Kombination der LiDAR-Punktwolke mit 3D-Entwürfen künftiger Projekte ist von großem Mehrwert. So lassen sich mögliche Anpassungsmaßnahmen vor ihrer Umsetzung durchspielen. Außerdem erleichtert das Austesten potenzieller Szenarien die Zusammenarbeit von Projektgruppen mit Bürgern und Auftragnehmern. Das hilft dabei, die optimale Entscheidung für alle Beteiligten zu treffen. Zeitgleich verringern sich Projektverzögerungen, weil möglicherweise nicht bedachte Probleme frühzeitig erkannt und vorab auf ein Mindestmaß gesenkt werden können.

Auf der nächsten Seite: Die datenbasierte Stadtplanung

(ID:48707972)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung