IRIS² Aus der EU direkt ins Weltall

Von Chiara Maurer

Anbieter zum Thema

Die Europäische Union ist, was die sichere Regierungskommunikation angeht, noch immer sehr abhängig von Anderen. Das Programm IRIS² soll das nun ändern und für eine nahtlose digitale Kommunikation der EU-Mitgliedstaaten sorgen.

Der Abstimmung im Parlament war ein Kompromiss zwischen Unterhändlern der Abgeordneten und der EU-Staaten voraus­gegangen – die jetzige Abstimmung galt als Formsache
Der Abstimmung im Parlament war ein Kompromiss zwischen Unterhändlern der Abgeordneten und der EU-Staaten voraus­gegangen – die jetzige Abstimmung galt als Formsache
(© BlackJack3D – Getty Images via Canva.com)

Die Welt ist geprägt von geopolitischen Spannungen; gleichzeitig werden sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft immer digitaler. Das Ergebnis sind massive Bedrohungen der Cybersicherheit. Deswegen bedarf es einer sicheren und widerstandsfähigen globalen Konnektivität – das hat auch das EU-Parlament erkannt und sich für ein Programm für sichere Konnektivität für den Zeitraum 2023-2027 ausgesprochen.

Im Rahmen des Projekts IRIS² (infrastructure for resilience, interconnectivity and security by satellite; deutsch: Infrastruktur für Resilienz, Interkonnektivität und Sicherheit durch Satelliten) soll mit einem Budget von 2,4 Milliarden Euro ein innovatives, multiorbitales und weltraumgestütztes Konnektivitätssystem errichtet werden, das sowohl Behörden als auch dem Privatsektor Nutzen stiftet. Dafür sollen künftig bis zu 170 EU-eigene Satelliten in niedriger Umlaufbahn die Erde umrunden. Den ersten Vorschlag für eine solche Verordnung zur Entwicklung und Bereitstellung der Satellitenkonstellation legte die EU-Kommission bereits am 15. Februar 2022 vor.

Am 17. November 2022 wurde dann eine vorläufige politische Einigung über den Text erzielt. Die dazu notwendige Infrastruktur soll aus einem Bodensegment und einem Weltraumsegment, also den Satelliten, besehen. Diese sollen im Zeitraum zwischen 2025 und 2027 gebaut und vollumfänglich in Betrieb genommen werden. Als Eigentum der EU sind jedoch auch öffentlich-rechtliche Partnerschaften der Infrastruktur denkbar.

Ziele von IRIS²

Durch diesen sicheren, staatlichen Kommunikationsdienst werden wichtige Infrastrukturen vernetzt, wodurch intelligente Netze wie Rechenzentren, Gesundheit- und Energienetzwerke gesteuert und kontrolliert werden können. Zudem ermöglicht das Projekt eine vereinfachte institutionelle Kommunikation zwischen Einrichtungen und Organisationen wie Regierungsbehörden, Botschaften oder Europol. Und auch für die Telemedizin birgt das Projekt Potenziale.

Weiter stärkt das Vorhaben das Krisenmanagement und die Überwachung, wodurch nicht nur Fortschritte im Katastrophenschutz und der humanitären Hilfe erzielt werden können, sondern auch militärische Missionen ergänzt sowie Grenzen und abgelegene Gebiete überwacht werden.

Außerdem ist denkbar, dass auch kommerzielle Dienste über die Erdtrabanten erbracht werden; Hochgeschwindigkeits-Breitband-Konnektivität und nahtlose Konnektivität könnten Lücken in der Kommunikationsabdeckung in der gesamten europäischen Union schließen. Zudem würden so erdgebundene Netze gestärkt. Die Satelliten leisten also einen Beitrag zur Resilienz. Die Ziele von IRIS² sind in fünf Hauptziele gegliedert:

  • Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Kommunikationsdienste der Union durch Entwicklung, Aufbau und Betrieb der multiorbitalen Konnektivitätsinfrastruktur,
  • Beitrag zur Cyberabwehrfähigkeit und operativen Cybersicherheit,
  • Verbesserung der sonstigen Fähigkeiten und Dienste des EU-Weltraumprogramms,
  • Förderung der Einführung innovativer Technologien und
  • Gewährleistung von Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzen und nahtloser Konnektivität in der gesamten EU, Beseitigung von Lücken in der Kommunikationsabdeckung.

Das Projekt wird durch eine sogenannte Mischfinanzierung getragen. EU-Mittel, Mittel aus Mitgliedstaaten und Privatinvestitionen sichern die Finanzierung des Programms.

(ID:49223625)

Jetzt Newsletter abonnieren

Wöchentlich die wichtigsten Infos zur Digitalisierung in der Verwaltung

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung