Datenanalyse NRW nutzt eigene KI für Finanzermittlungen

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Riesige Datenberge, aber nur ein Bruchteil davon ist für Ermittler relevant: NRW setzt erstmals ein eigenes KI-System ein, um wichtige Spuren aus Datenbergen zu filtern. Was so erreicht werden kann.

Bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität gilt seit Jahrzehnten der Spruch „follow the money“. Dank KI können Finanzströme beinahe in Echtzeit verfolgt werden.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Bei der Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität gilt seit Jahrzehnten der Spruch „follow the money“. Dank KI können Finanzströme beinahe in Echtzeit verfolgt werden.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Die Finanzverwaltung in NRW nutzt nach eigenen Angaben erstmals in Deutschland ein eigenes KI-System, um digitale Beweismittel in Ermittlungsverfahren auszuwerten. Das Programm mit dem Namen ForenSight wurde vom Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme entwickelt.

„Das System übersetzt Dokumente, fasst sie zusammen, transkribiert Audio- und Videodateien, erkennt Personen, Firmen und Orte und stellt deren Verbindungen als Netzwerk dar“, erläuterte ein Sprecher des NRW-Finanzministeriums.

Hintergrund ist nach Angaben des Sprechers: „Bei Durchsuchungen und Beschlagnahmen in Fällen von Finanzkriminalität fallen regelmäßig Millionen Dateien an: Dokumente, Chats, Bilder, Audio- und Videoaufnahmen. Oft sind weniger als zehn Prozent davon für das Ermittlungsverfahren relevant. Die manuelle Auswertung solcher Datenmengen bindet Ermittler über Monate oder Jahre.“

Wenige Wochen statt Jahre für Daten-Auswertung

Mit der Künstlichen Intelligenz soll das viel schneller gehen. Bei einem Pilotprojekt klappte das bereits: „In einem Verfahren identifizierten Ermittler 1.000 relevante Seiten aus einem Bestand von 20 Millionen innerhalb weniger Wochen. Manuell hätte diese Auswertung Jahre gedauert“, hieß es aus dem Ministerium. In weiteren Testfällen hätten die Ermittler rund 60 Prozent mehr relevante Dokumente gefunden als mit bisherigen Methoden.

Die KI ersetze aber keinen Ermittler, betont man im Finanzministerium. Das System bereite Daten auf und mache Vorschläge – prüfen, bewerten und entscheiden müsse der Mensch.

Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) sagte der dpa: „Wer Finanzkriminalität wirksam bekämpfen will, muss bei der Datenauswertung genauso professionell sein wie die Täter bei der Verschleierung. ForenSight gibt unseren Ermittlerinnen und Ermittlern ein Werkzeug, das aus Millionen Datensätzen die entscheidenden Spuren herausfiltert. Die Bewertung bleibt beim Menschen, die Analyse wird schneller und verlässlicher.“

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