Erfolg als Altlast
Portugals Weg zur EUDI Wallet

Von Johannes Kapfer 4 min Lesedauer

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Portugal hat seine Bürger früh digitalisiert. Ausweis und Führerschein stecken längst in der staatlichen gov.pt-App. Dieser Vorsprung wird jetzt zum Problem: Die App muss auf die Standards der europäischen EUDI Wallet umgestellt werden. In Deutschland ist es andersherum. Der Rechtsrahmen steht und eine Wallet ohne Altlasten ist angekündigt. Doch die Nutzerbasis ist bei Erscheinen erstmal nicht vorhanden.

Portugals digitale Brieftasche steht vor weitreichenden Umbaumaßnahmen, um den geforderten europäischen Standards Genüge zu tragen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Portugals digitale Brieftasche steht vor weitreichenden Umbaumaßnahmen, um den geforderten europäischen Standards Genüge zu tragen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Auf der Smart Country Convention die vom 13. bis 15. Oktober 2026 in der Messe Berlin stattfand, hieß das Partnerland Portugal. Im Mittelpunkt des portugiesischen Messeauftritts stand die gov.pt-App. Diese bündelt seit bald sieben Jahren digitale Identität, amtliche Dokumente und Behördenleistungen portugiesischer Staatsbürger.

Die technische Basis wird durch die Chave Móvel Digital (CMD), Portugals mobile Lösung für Login und Signatur, bereitgestellt. Laut der staatlichen Digitalagentur ARTE hatte diese im Juli 2026 mehr als fünf Millionen aktive Nutzer. Fast 1,5 Millionen davon kamen im ersten Halbjahr 2026 dazu. Bei rund 11,4 Millionen Einwohnern sind das etwa 44 Prozent aller Portugiesinnen und Portugiesen. Deutschland kommt an diese Zahlen nicht annähernd heran: Laut eGovernment MONITOR 2025 nutze nur jede und jeder Vierte die Online-Ausweisfunktion, obwohl 42 Prozent aller Bundesbürger sie – zumindest auf dem Papier – freigeschaltet hätten.

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