IT-Konsolidierung Mecklenburg-Vorpommern will Landes-IT zentralisieren

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Der Landtag Mecklenburg-.Vorpommerns hat den Gesetzentwurf zur Gründung eines neuen Landesamtes, dem Zentrum für Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern (ZDMV), in erster Lesung behandelt. In der neuen Behörde will die Landesregierung vom kommenden Jahr an ihre bislang auf die verschiedenen Ministerien und Landes­behörden verteilten Kräfte für Digitalisierung und IT bündeln.

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat in erster Lesung über ein Gesetz beraten, auf dessen Grundlage schon im kommenden Jahr ein Landesamt gergündet werden soll, dass die Kräfte im eGovernment bündeln soll
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat in erster Lesung über ein Gesetz beraten, auf dessen Grundlage schon im kommenden Jahr ein Landesamt gergündet werden soll, dass die Kräfte im eGovernment bündeln soll
(© Anibal Trejo – stock.adobe.com)

Der Ruf nach mehr Zentralisierung ist ebenso alt wie eGovernment, denn von Anfang an war klar, dass komplexe IT-Infrastrukturen, ebenso wie umfangreiche Projekte – wie zum Beispiel die eAkte – sich nur zentralisiert vernünftig managen lassen. Allerdings ist der Prozess dahin noch immer nicht abgeschlossen, wie der Vorstoß in Mecklenburg-Vorpommern zeigt.

Wie wichtig eine solche Zentralisierung mittlerweile ist, zeigt auch das Statement von Digitalisierungsminister Christian Pegel: „Wir benötigen das ZDMV, um die Handlungsfähigkeit der Verwaltung auch künftig zu sichern.“ Bislang kümmere sich jedes Ressort um die Digitalisierung und die IT sowie die Cybersicherheit der Computersysteme in seinem Bereich selbständig.

„Das wird immer herausfordernder: Unser Arbeitsalltag wird immer digitaler. Die Bedrohung durch Cyberattacken nimmt zu. Die Anforderungen an gut funktionierende Systeme, IT-Sicherheit und Datenschutz steigen. Hinzu kommt, dass es gerade in der IT-Branche an Fachkräften mangelt. Kleine Organisationseinheiten kommen so an ihre Grenzen“, beschrieb der Minister den Ist-Zustand – und nannte folgende Vorteile einer zentralen Struktur:

„Aus vielen kleinen IT-Einheiten in den Ressorts formen wir ein großes schlagkräftiges Team für die digitale Verwaltung. Mit einem Landesamt für alle bündeln wir unser Wissen, schaffen schlanke, effiziente Strukturen und vermeiden Mehrfacharbeit. Spezialisierte Fachleuten können ihr Wissen ressortübergreifend zur Verfügung stellen. Wir werden damit den immer anspruchsvolleren Anforderungen an eine wirksame Cybersicherheit der Computernetze des Landes noch einmal deutlich besser gerecht und können neue technologische Möglichkeiten besser und schneller für die Verwaltung nutzbar machen. Mittelfristig werden sich dadurch auch Einsparpotenziale ergeben, etwa durch bessere Konditionen für die Beschaffung von Hardware und Lizenzen bei einer deutlich höheren Nutzerzahl.“

Der Dreiklang aus ZDMV, Digitalisierungsabteilung im Innenministerium und dem Datenverarbeitungszentrum (DVZ) M-V als Landesdienstleister stehe künftig für eine zukunftsfähige Landes-IT und erfolgreiche Digitalisierung. Die einzelnen Behörden der Landesverwaltung würden weitestgehend von der operativen IT-Arbeit entlastet und könnten sich noch stärker auf ihre Ressortverantwortung fokussieren.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass das neue Landesamt seine Arbeit zum 1. Januar 2023 aufnimmt. Zunächst soll das ZDMV schrittweise die zentralen IT-Services übernehmen. Die dafür bisher zuständigen IT-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern der einzelnen Ressorts wechseln unter das Dach des neuen ZDMV, das sich aber bewusst dezentral organisieren soll, um in den einzelnen Behörden weiterhin Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die täglichen IT-Belange der Ressorts und Landesbehörden vorzuhalten.

Das Kabinett hatte dem Gesetzesentwurf bereits zugestimmt. Die Zentralisierung dieses Aufgabenbereichs hatten die Regierungspartner bereits in ihrem Koalitionsvertrag fixiert. Der Gesetzentwurf wird nunmehr in den Ausschüssen des Landtages beraten und danach zu einer abschließenden Beschlussfassung in den Landtag zurückkehren.

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