Live aus dem CDO-Zirkel Katzen, Konfuzius und Konjunktive

Ein Gastbeitrag von Andreas Steffen 7 min Lesedauer

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Wo drückt der CDO-Schuh? Mit dieser Frage beschäftigt sich der neu gegründete CDO-Zirkel des Nationalen E-Government-Kompetenzzentrums (NEGZ). Co-Sprecher Andreas Steffen beleuchtet in seiner Kolumne die Rolle der CDOs – und die Lust auf Veränderung.

Katzenbilder gehen immer – auch im CDO-Kontext.(©  Pornarun - stock.adobe.com / KI-generiert)
Katzenbilder gehen immer – auch im CDO-Kontext.
(© Pornarun - stock.adobe.com / KI-generiert)

Schon lange trage ich die Idee mit mir herum, eine Studie, ein Positionspapier oder dergleichen vollständig mit Katzenbildern auszustatten. Warum? Weil ich Katzen mag – und damit nicht allein bin. Katzenbilder und -videos sind nach wie vor ein Magnet in den sogenannten sozialen Medien. Die aufmerksamkeitserzeugende Alternative zu Katzen (die es in versteckter Form mit dem Begriff „Kaizen“ gerade erst in eine neue NEGZ-Studie geschafft haben) wäre etwas anderes, das sich medial gut verkauft: nackte Haut.

Ein erster Arbeitstitel dieser hiermit startenden Kolumne lautete „Sex and the CDOs“, wodurch ich mir selbst die Rolle als „Carrie Bradshaw des Public Sectors“ zugeschrieben hätte. Gemeinsam mit der eGovernment-Redaktionsleiterin Susanne Ehneß haben wir uns jedoch recht schnell gegen diesen Weg entschieden. Eine akzeptable Zwischenlösung war sofort parat: Nacktkatzen. Doch was um alles in der digitalen Welt haben diese Wesen mit realexistierenden CDOs zu tun?

Nacktkatzen sind ein lebendiges Missverständnis – denn sie sind gar nicht nackt. Und haargenau so (oder ähnlich) sind auch Chief ­Digital Officers (w/m/d) nicht rein digitale Wesen. Aber was ist so ein CDO eigentlich? Was sollten sie oder er können und tun?

Von CDOs, CIOs und CTOs

Diese Fragen haben wir uns gestellt, bevor wir im Juni 2024 den CDO-Zirkel als Arbeitskreis des NEGZ initiiert haben. Wozu gibt es diese neuen Lebewesen auf C-Level, wenn man dort doch bereits CIOs und CTOs findet? Schnell ­kamen wir, auch durch Beobachtungen in der freien Wildbahn deutscher Amtsstuben, zu weiteren Fragen. Sind die Themen von CDOs in Wahrheit gar nicht ausschließlich digitaler Natur? Handelt es sich dabei möglicherweise um eine multidimensionale Mischform, die auch „Chief Transformation Officer“ oder „Chief Change Officer“ heißen könnte? Und wie könnten diese Menschen neudeutsch empowert werden?

Was uns – die Sprecherinnen und Sprecher des CDO-Arbeitskreises – mit Nacktkatzen verbindet, ist der Umstand, dass wir alle zwei Ohren haben. Das ist für die meisten Leserinnen und Leser jetzt wohl keine allzu überraschende Tatsache, allerdings wird in den unterschiedlichsten Situationen der Fakt, dass auch die meisten anderen Menschen ungefähr doppelt so viele Ohren wie Münder besitzen, nicht im möglichen Umfang genutzt: Denn eigentlich (!) könnten wir Homo Sapiens dadurch doppelt so gut zuhören wie reden. Ja, eigentlich. Zumindest im Land des Konjunktivs, in dem man sich rund um Digitalisierung, Modernisierung, Transformation & Co. ganz oft bewegt. Könnte, hätte, digitale Fahrradkette.

Eben dieses Zuhören wollen wir, auch wenn wir „Sprecher:innen“ heißen, bestmöglich praktizieren. Mit dem Arbeitstitel „Wo drückt der CDO-Schuh?“ werden wir über unterschiedlichste Formate regelmäßig die Ohren aufsperren. Denn es geht ja nicht um uns, sondern um die CDOs. Und diese vielerorts neuartigen Wesen weisen weitere Gemeinsamkeiten mit den vermeintlich nackten Katzen auf. Sie werden nicht nur als besonders liebevoll und verspielt beschrieben, sondern auch als äußerst intelligent. (Wenn Sie jetzt beim Lesen zustimmend nicken, haben wir wohl alle miteinander recht mit der Analogie.) Und schnell sind sie auch noch!

Achtung: Das nützt jedoch alles nix, bringt stattdessen nur eine Menge Kopfschmerzen und andere unschöne Auswirkungen mit sich, wenn Intelligenz und Geschwindigkeit in nicht dafür geeigneten Umgebungen angewendet werden können. Daher soll es in unseren Gesprächen (genau, die mit dem Zuhören) bei weitem nicht nur um digitale Technologien gehen. Hochgradig engagierte Menschen mit den drei Buchstaben „CDO“ im Jobtitel werden womöglich bald schon zu Dauerabonnenten für Schmerzmittel oder zu Patienten in der Psychotherapie, wenn deren Herzblutengagement regelmäßig auf verkrustete Strukturen, behördliche Bremsklötze, gestrige Gedanken, mitunter mächtige Mauern und höchste Hürden trifft.

Auf der nächsten Seite: Über Wimmelbilder, Stuhlkreise, Ziele und Umwege.

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