Live aus dem CDO-Zirkel

Katzen, Konfuzius und Konjunktive

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Mehr als ein Stuhlkreis

Genau solche Symptome durfte ich vor einigen Jahren in einer vergleichbaren Runde außerhalb der Amtsstuben beobachten, als dort Change-Beauftragte, Transformatoren, Innovatoren und Intrapreneure jeglichen Geschlechts aus zahlreichen Branchen zusammentrafen. Vergleichbar mit jungen Lehrerinnen und Lehrern, die voller Enthusiasmus loslegen und bald darauf oft leider völlig ausgebrannt und frustriert ihre Berufswahl hinterfragen, war es dort in der freien Wirtschaft eine Community, die zu einigen Teilen an den Stuhlkreis in „Einer flog übers Kuckucksnest“ erinnerte.

Genau solchen negativen Auswüchsen wollen wir mit dem CDO-Zirkel einen positiven Riegel vorschieben und stattdessen für sinnvolles und wirkungsvolles Empowerment sorgen, wollen neben hilfreicher Technik wertvolle Tipps & Tricks zu sehr menschlichen Aspekten wie auch strukturell-systemischen Nebenwirkungen vermitteln; wie man also teils massive und meist weitreichende Veränderungen in digitalen und angrenzenden Bereichen innerhalb der Amtsstuben so initiiert und vor allem: moderiert, dass all das Neue wirklich Wirkung zeigt.

Wer beim Blick auf das berühmt-berüchtigte Wimmelbild des NKR zum OZG keine Panikattacken oder Schwindelgefühle bekommt, ist vermutlich hartgesotten. Durch den digitalen Dschungel der Onlinezugänge zu manövrieren, ist keine triviale Angelegenheit. Manch einer wünscht sich eine ­Machete, um alles, was störend im Weg steht, radikal abzuschneiden. Auch wenn man es dabei regelmäßig mit echt haarigen Dingen zu tun hat: Nein, mit dem Messer oder einer Schere sind Nacktkatzen nicht entstanden.

Es waren Mutationen, die zu ihrer Existenz geführt haben. Doch kann man nicht mit demselben darwinistischen Vorgehensmodell da­rauf warten; die Evolution braucht fürs Entstehen neuartiger Wesen mit verbesserten Fähigkeiten eine Weile, die wir uns bei der Verwaltungsmodernisierung nicht leisten können – auch wenn man mancherorts den Eindruck hat, dass genau dieses „Warten auf Mutation von selbst“ (oder auf Godot) Teil der Strategie sei.

Über Ziele und Umwege

„Ohne Ziel ist jeder Weg der falsche.“ So hat es Konfuzius einst formuliert. Ein Teil von mir mag diesen Ausspruch sehr. Wenn man nämlich darüber anfängt, sich neben rein KPI-getriebenen Zielen auch über Visionen, handfeste und ehrlich gemeinte Mission Statements, greifbar-positive Zielbilder und realistisch-clevere Strategien zu unterhalten, die anstatt Ängsten, Sorgen und Widerständen wirklich Lust auf Veränderung machen. Allerdings poppt in meinem Kopf beim vorab genannten Zitat auch der sofortige Einspruch auf, dass Umwege die Ortskenntnis erhöhen – und somit viele Lernmöglichkeiten enthalten, sofern man sich in einer Umgebung befindet, die eine gesunde Einstellung zu Fehlern oder gar Scheitern als elementaren Teil des Lernens aufweist. Wenn man zusätzlich Nacktkatzen-Skills wie Intelligenz und Schnelligkeit an den Tag legt, kann man auch in der Lage sein, sowohl die Strategie als auch das zugrundeliegende Ziel regelmäßig zu hinterfragen. Denn nur selten sind Ziele statisch in Stein gemeißelt.

Erfreulicherweise hat exakt derselbe chinesische Philosoph noch etwas anderes gesagt: „Wer das Ziel kennt, kann entscheiden; wer entscheidet, findet Ruhe; wer Ruhe findet, ist sicher; wer sicher ist, kann überlegen; wer überlegt, kann verbessern.“ Dieses beständige, ebenso kontinuierliche wie konsequent gelebte Verbessern schließt auch das Hinterfragen und Neujustieren von Zielen ein. Das dafür erforderliche Lernen ist Thema ­einer oben bereits angeklungenen neuen NEGZ-Studie.

Auf der nächsten Seite: Lotsenfunktion des NEGZ.

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