Drei Releases, vier Teilprojekte, DVC-Lotsen: Die FITKO informiert in speziellen Online-Veranstaltungen über das Umsetzungsprojekt zur Deutschen Verwaltungscloud und ruft zum Mitmachen auf.
Pläne zur Deutschen Verwaltungscloud: Die Pilotphase (Release 0.9) soll im dritten Quartal 2024 starten.
Mit dem Aufbau der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) soll die öffentliche Verwaltung leistungsfähiger und digital souveräner werden. Das Umsetzungsprojekt zur DVC startete im Januar, Hintergründe und Fakten dazu teilt die FITKO (Föderale IT-Kooperation) in speziellen Online-Veranstaltungen. So wurden im April die Meilenstein-Planung und die Arbeit der einzelnen Teilprojekte vorgestellt. Koordinieren, Beraten, Testen und Ertüchtigen sind dabei die zentralen Aktivitäten, der Aufbau eigener Cloud-Dienste gehört explizit nicht dazu. Die Deutsche Verwaltungscloud ist auch kein zentrales Rechenzentrum der öffentlichen Verwaltung, sie wird vielmehr definiert als die Summe aller DVC-konformen Cloud-Service-Angebote der öffentlichen IT-Dienstleister, perspektivisch auch verwaltungsexterner Anbieter, die über das Cloud-Service-Portal den Verwaltungen und ihren IT-Dienstleistern in Bund, Ländern und Kommunen angeboten werden.
Das DVC-Umsetzungsprojekt ist untergliedert in vier Teilprojekte:
Portfolio,
Entwicklung,
Multi-Cloud und
Koordinierungsstelle.
Den Aufbau der Koordinierungsstelle übernimmt die FITKO, damit wird parallel bereits der Übergang der DVC in den Regelbetrieb bei der FITKO vorbereitet. Die Koordinierungsstelle soll künftig Servicekatalog- und Vertragsmanagement sowie die Weiterentwicklung der DVC übernehmen und Teilnehmende beraten. Die Teilprojekte 1 bis 3 liegen in der Hand von govdigital, der Genossenschaft der öffentlichen IT-Dienstleister. Roland Stahl, stellvertretender Projektleiter für das DVC-Umsetzungsprojekt bei govdigital, erläuterte die Pläne dazu.
Portfolio an der Nachfrage ausrichten
Im Teilprojekt 1 soll zunächst ein „attraktives und DVC-konformes“ Portfolio aus IaaS, PaaS, SaaS und weiteren Cloudservices definiert werden. Welche Services gefragt sind, zeigte bereits 2023 eine Umfrage von govdigital: An erster Stelle sind das Fachverfahren, gefolgt von Kollaboration und Office-Lösungen, weiterhin Containerdienste, Webhosting, Datenbanken, Authentifizierung und Backup. KI/ Data Analytics liegen, etwas überraschend, nur an zehnter Stelle. Es gibt aber, wie Roland Stahl erläuterte, noch weitere Untersuchungen und laufende Studien zur Nachfrage, die auch berücksichtigt werden sollen.
Die Angebote sollten entsprechend dieser Nachfrage priorisiert werden. Im Februar wurde dafür eine erste Kandidatenliste erstellt (s. Grafik), inzwischen sind es über 100 Anbieter. Diese Angebote sind aber in unterschiedlichen Stufen der „Cloud-Readiness“. Anforderungen der DVC an Souveränität, Sicherheit und Datenschutz müssen erfüllt sein, das ist zentral zu prüfen, hinzu kommen weitere Eigenschaften, zum Beispiel die Mandantenfähigkeit. Dafür seien teilweise noch Ertüchtigungen nötig und dabei soll das Teilprojekt beraten und unterstützen.
Umgesetzt wird das mit einem Team von DVC-Lotsen. Diese helfen auch beim Einstellen ins Portal und bei der Anbindung an die Identity & Access Management Infrastruktur (IAM). Dazu setzen sie mit den Produktverantwortlichen der Anbieter zunächst eine Service-Roadmap auf, die dann gemeinsam abgearbeitet wird. Auch für das Umsetzungsprojekt insgesamt gibt es eine solche Meilensteinplanung. Diese sieht vor, in Q3, voraussichtlich Anfang September, mit einem Pilot-Release zu starten. Interessenten, sowohl auf Anbieter- als auch auf Nutzerseite, können sich für eine Beteiligung über die DVC-Website anmelden. Im vierten Quartal soll dann Release 1.0 deutschlandweit produktiv gehen. Für das Release 2.0 (Q1/ 2025) sind Erweiterungen geplant, dabei sollen die Anbieterfunktionalitäten im Vordergrund stehen.
Teilprojekt 2 hat die Entwicklung des Marktplatzes, des Cloud-Service-Portals, zum Ziel. Dazu wird das bereits von der govdigital erprobte MVP (Minimum Viable Product) weiterentwickelt. Um diese Entwicklung möglichst nah an den Bedürfnissen der Nutzer auszurichten, wurde eine User-Group gebildet, die etwa zu gleichen Teilen aus Anbietern und Nutzern besteht. Beim Pilot-Release in Q3 stehen zunächst die Kunden im Fokus. Dafür sollen eine einfache Registrierung, übersichtliche Such- und Filterfunktionen, einfache Konfigurations- und Bestellmöglichkeiten sowie Informationen für die Fachöffentlichkeit bereitgestellt werden. Eine lokale Benutzerverwaltung soll vermieden und stattdessen die Identität der Heimatorganisation genutzt werden, um nach Möglichkeit eine Single-Sign-Lösung umzusetzen. Dafür können sich interessierte Verwaltungseinheiten bereits jetzt über die DVC-Website anmelden. Im nächsten Schritt, dem Release 1.0, liegt dann der Schwerpunkt auf dem Support, stabilem Betrieb und effizientem Nutzermanagement. Es sollen Barrierefreiheit, hohe Sicherheit und Performance gewährleistet werden. Die Entwicklung wird auch mit dem folgenden Release 2.0 noch nicht abgeschlossen sein, wie Roland Stahl betonte, sondern sich nach Projektanschluss und Übergabe in den Regelbetrieb fortsetzt werden.
Stand: 08.12.2025
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Souveränität sichern: die DVC als Multi-Cloud
Die bereits erwähnte Befragung von govdigital ergab auch, dass ein Drittel der Befragten auf kommunaler Ebene, die Cloud Services nutzen, diese von privaten IT-Dienstleistern/Hyperscalern beziehen; fast ebenso viele waren es auf Länderebene. Daran zeigt sich beispielhaft, wie wichtig die Einbindung verwaltungsexterner Angebote ist. Denn um zu große Abhängigkeiten der Verwaltungen von einzelnen privaten Anbietern zu vermeiden, sollten möglichst viele Cloud-Services entsprechend der Souveränitätsregeln der DVC bezogen werden, indem sie etwa über Cloud-Integratoren (öffentlicher IT-Dienstleister) angeboten werden.
Mit den Möglichkeiten und Bedingungen dieser Einbindung beschäftigt sich das dritte Teilprojekt „Multi-Cloud“. Dazu werden verschiedene PoCs (Proof of Concept) durchgeführt. So soll die technische Anbindung der Hyperscaler-Portale geprüft werden. Ein weiteres PoC widmet sich dem Providerwechsel; dabei arbeitet govdigital u. a. mit der OSB Alliance zusammen. Geplant ist demnach, eine Installation auf Basis des Sovereign Cloud Stacks aufzusetzen und dort beispielhaft Services zu implementieren, um dann auch Providerwechsel zu simulieren, etwa den gleichen Service über einen anderen Anbieter zu beziehen oder zu einem vergleichbaren Service eines anderen Herstellers zu wechseln.
Man arbeite auch mit Initiativen der AG Cloud des IT-Planungsrats zusammen, die gerade im Bereich Containerbetrieb wichtige Vorarbeiten geleistet habe, erklärte Roland Stahl.
Aber auch die rechtlichen Voraussetzungen sind zu prüfen. Im Projekt sollen die – vor allem rechtlichen – Rahmenbedingungen identifiziert werden, unter denen die Einbindung verwaltungsexterner Angebote möglich ist. Das weitere Vorgehen werde dann Gegenstand der Entscheidungen offizieller Gremien, letztlich also des IT-Planungsrats, sein.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, sich zum Pilotprojekt oder IAM anzumelden, bietet die Website deutsche-verwaltungcloud.de.