Souveränität, Sicherheit, Compliance Der Public Sector und die Cloud

Von Susanne Ehneß 4 min Lesedauer

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Wie können deutsche Verwaltungen lernen, der Cloud zu vertrauen? Und was tun Cloud-Anbieter, um solch ein Vertrauen zu rechtfertigen? Darüber haben wir mit Dr. Daniel Holz, Vice President EMEA North von Google Cloud, gesprochen.

Die Verwaltungscloud ist der richtige Weg, meint Dr. Daniel Holz, doch es gibt Verbesserungsbedarf.(©  jirsak - stock.adobe.com)
Die Verwaltungscloud ist der richtige Weg, meint Dr. Daniel Holz, doch es gibt Verbesserungsbedarf.
(© jirsak - stock.adobe.com)

Ende August 2023 hat Google die Cloud-Region Berlin-Brandenburg eröffnet. Was bedeutet, dass die dortigen Kunden lokale Cloud-­Kapazitäten nutzen können.

Dr. Daniel Holz(©  Google Cloud)
Dr. Daniel Holz
(© Google Cloud)

Für die Kunden aus dem Public Sector hat das Wörtchen „lokal“ dabei ­besondere Bedeutung. „Es ist das Sahnehäubchen, wenn man den Behörden sagen kann, dass sie die Cloud-Dienste direkt aus Berlin nutzen können“, sagt Dr. Daniel Holz, VP EMEA North bei Google Cloud, und verantwortlich für die Region Nord. Mit der Erschließung der neuen Region rücke man in die Nähe der Berliner Behörden.

Auch technisch hat die neue Berliner Google-Region Vorteile. Laut Holz gehe es „tatsächlich einen Tick schneller, wenn man sich in räumlicher Nähe des Rechenzentrums befindet“. „Große Behörden mit großen Rechenleistungen, zum Beispiel für Analysen oder Simulationen, merken das durchaus“, meint Holz, der vor seiner mittlerweile dreijährigen Google-Tätigkeit bei SAP beschäftigt war.

„Die Cloud-Region Berlin-Brandenburg ist für unsere Hauptstadtregion eine riesige Chance“, freute sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner über die Investition von Google. „Mit den neuen Möglichkeiten, die die Google-Cloud-Region mit sich bringt, wird der Standort Berlin-Brandenburg noch einmal attraktiver für zahlreiche unterschiedliche Wirtschaftsbereiche. Hier existieren die besten Bedingungen, damit sich Unternehmen ansiedeln, weitere Start-ups gegründet werden und neue Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen können“, sagte Wegner.

Berlin-Brandenburg ist für Google bereits die zweite Cloud-Region in Deutschland. Die erste Region war das Rhein-Main-Gebiet, in das auch weiterhin kräftig investiert wird. So wurde in Hanau kürzlich das erste eigene Google-Rechenzentrum eröffnet.

Im Grunde ist die gesamte Google-Cloud-Plattform in weiten Teilen ein kuratiertes Open-Source-Angebot.

Dr. Daniel Holz, VP EMEA North bei Google Cloud

Google hat insgesamt 39 Cloud-Regionen, wobei es außerhalb von Nordamerika weltweit nur vier Länder gibt, die mehr als eine Cloud-Region haben – dazu gehört nun auch Deutschland.

„Enormer Bedarf“

Google investiert natürlich nicht aus Selbstlosigkeit in Systeme für den deutschen Public Sector. „Es gibt enormen Bedarf“, bestätigt Holz und meint damit nicht nur die Verwaltungen, sondern auch die Bürger selbst. „Aber wie will man zukünftig noch die ganzen Systeme betreiben, wenn man nicht mehr genügend IT-Nachwuchs findet?“, spricht der Vice President eine Problematik an, die auch die Öffentliche Verwaltung umtreibt. „Die Kombination aus Nachfrage aus dem Markt und den Institutionen selbst ruft sehr stark nach Cloud“, meint er. Die Cloud sei schließlich „immer up to date“ und „immer sicher“ – ganz ohne die Notwendigkeit, lokale Teams vorzuhalten. Zwar brauche man auch in den Behörden vor Ort Mitarbeiter, die sich beispielsweise um die Fachanwendungen kümmern oder neue Nutzer anlegen, aber es würden viele Dinge wegfallen. Auch, was die Hardware betrifft. „Wenn man morgen drei weitere Bundesländer anschließt, braucht man ­dafür noch weitere Kapazitäten – zum Beispiel hinsichtlich der Netzwerkkomponenten oder beim Energiebedarf. Aber mit der Cloud geht das auf Knopfdruck“, erläutert Holz. „Man kann also bessere Services nutzen mit deutlich weniger Mitarbeitern.“

Compliance

Für den deutschen Markt sind die Themen Hochsicherheit, Souveränität und Compliance enorm wichtig. „Wir haben für alle Lösungen eine Level-5-Zertifizierung vom BSI, und wir haben entsprechende Prüfberichte der Datenaufsichtsbehörden“, beschreibt Daniel Holz die Anstrengungen von Google, die rechtlichen Vorgaben zu erfüllen. Parallel setzt das Unternehmen auf eine enge Partnerschaft mit T-Systems und deren Sovereign Cloud. „Wir bieten also alles an, was es braucht, um Cloud in Deutschland sicher zu betreiben“, so Holz.

T-Systems habe man bewusst ausgewählt – „als Partner, der selbst schon große Aufträge für die Öffentliche Hand abgewickelt hat“. Zudem gebe es viele Institutionen, die einen deutschen Vertragspartner benötigen. Und tatsächlich ist es so, dass Kunden, die sich für die Sovereign Cloud und Google entscheiden, den Vertrag nicht mit Google, sondern mit T-Systems schließen. „Der Motor kommt von uns, das Chassis von T-Systems“, veranschaulicht Holz. T-Systems lege dieselbe Qualität, Sicherheitslevel und Richtlinien für die Cloud an wie für ihre anderen Produkte.

Auf der nächsten Seite: Die Verwaltungscloud-Strategie & die Air-gapped Cloud.

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