Die Bundesländer haben 2025 zahlreiche Projekte rund um die Verwaltungstransformation angestoßen, fortgesetzt und abgeschlossen. Die CIOs, CDOs, Ministerinnen und Minister blicken zurück und geben einen Ausblick auf 2026. Teil 2: Berlin und Brandenburg.
Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.
„2025 war für Berlin ein Durchbruchsjahr in der Verwaltungsmodernisierung“, sagt Berlins CDO Martina Klement. „Mit einer großen Verwaltungsreform haben wir die strukturellen Grundlagen gelegt und neue Rahmenbedingungen für die Verwaltungsarbeit im Land Berlin geschaffen.“ Dies soll ab 2026 auch im Bereich der Digitalisierung konsequent umgesetzt werden. Klement: „Klare Zuständigkeiten und ein vollständiger Aufgabenkatalog schaffen erstmals die Basis für wirklich moderne, nutzerorientierte Verwaltung.“
Martina Klement
(Bild: Stefanie Herbst)
Berlin zählt inzwischen über 400 digitale Verwaltungsleistungen und setzte 2025 auf eine breit angelegte Digitalkampagne und auf Digitallotsen in den Bürgerämtern. „Besonders stolz bin ich auf unser neues Digitalisierungs-Dashboard“, betont Klement. „Es macht transparent, wie digital jede Leistung bereits ist – und steigert damit sowohl die Steuerungsfähigkeit der Verwaltung als auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.“ Mit dem Beschluss der Multi-Cloud-Strategie sowie der Open-Source-Strategie und der Festsetzung der neuen IKT-Architekturrichtlinie 2.0 will man Berlins digitale Souveränität stärken und gleichzeitig die IT-Landschaft modernisieren.
Ein „echtes Highlight zum Jahresende“ ist für Klement die Einführung von „BärGPT“. Der landeseigene KI-Assistent wurde im CityLAB entwickelt, ist quelloffen und soll die Verwaltung künftig bei zeitaufwändigen Routineaufgaben unterstützen – „sicher, datenschutzkonform und praxisnah“, betont die CDO. „Das ist ein wichtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel zu begegnen und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten.“ Seit November werde zudem der 115-KI-Chatbot getestet. „Damit schaffen wir einen modernen Bürgerservice, der rund um die Uhr erreichbar ist“, sagt Klement.
„2026 wird ein weiteres entscheidendes Jahr für die Digitalisierung der Berliner Verwaltung“, meint Klement. „Wir setzen die Verwaltungsreform um, arbeiten an einem neuen Digitalgesetz und wollen gemeinsam mit dem Bund und den anderen Ländern die Digitalisierung und Staatsmodernisierung weiter vorantreiben – unter anderem auch im neu gegründeten Bundesratsausschuss, für den Berlin den Vorsitz übernommen hat.“ Ganz konkret wolle man die digitalen Services der Standesämter verbessern, die Cloud-Anschlussfähigkeit stärken und weiter an digitaler Souveränität arbeiten. „Berlin hat 2025 vorgelegt“, sagt Klement, „2026 wird das Jahr, in dem diese Fortschritte überall in der Stadt spürbar werden.“
Brandenburg
In Brandenburg wurden 2025 die Grundlagen für die Digitalisierung und die Digitalpolitik neu ausgerichtet. „Mit der Einrichtung des Digitalministeriums zum 1. Februar bündelt das Land alle zentralen digitalpolitischen Aufgaben und mit allen IT-Dienstleistern des Landes (ZIT-BB, ZenIT, DIKOM) neue Schlagkraft“, erklärt Staatssekretär Ernst Bürger. Ende März 2025 wurde zudem ein zentrales Digitalbudget der Landesregierung eingerichtet. Es soll der einheitlichen (Portfolio-)Steuerung, der Priorisierung, zur Durchsetzung von Standards und strategischen Zielen gemeinsam mit allen Ressorts dienen. „Es ermöglicht eine Übersicht über alle Digitalvorhaben und hilft, Synergien zu identifizieren sowie Doppelarbeit zu vermeiden“, sagt Bürger. Das Digitalbudget sei um zusätzliche 40 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes aufgestockt worden.
Ernst Bürger
(Bild: Paul Moragiannis)
Im eGovernment-Bereich spricht Ernst Bürger von einer „Neuausrichtung“ seines Landes: „Wir legen einen Schwerpunkt auf flächendeckende Digitalisierung und Angebote für das Land und die Kommunen.
„Das umfasst Verwaltungsleistungen (OZG), die Modernisierung der Register, den Einsatz künstlicher Intelligenz, Smart-City-Projekte, IT-Infrastruktur/Cloud sowie interne IT und viele weitere zukunftsweisende Themen“, erläutert Bürger. Dazu sei ein neues Vorgehensmodell entwickelt worden:
Festlegung des Portfolios (Priorisierung/zentrale Finanzierung) durch einen Digitalen Lenkungskreis und Kommunen,
eine professionalisierte Projektebene und
Roll-In-Strukturen für Kommunen.
Weitere Highlights des Jahres 2025 waren das quelloffene Open-Data-Portal „DatenAdler“ und der Beitritt zu GovDigital. Bürger: „Wir sind GovDigital eG beigetreten, um unser Portfolio an Möglichkeiten zu erweitern und einen stärkeren Beitrag in der föderalen Kooperation zu leisten.“
Brandenburg ist laut Bürger zudem dabei, mit der DigitalAgentur und dem Amt Scharmützelsee einen Prototyp für ein cloudbasiertes und sicheres Gewerberegister zu entwickeln. Für all diese Projekte wird das brandenburgische E-Government-Gesetz bis zum zweiten Quartal 2026 evaluiert und überarbeitet. Zudem soll eine neue Dachstrategie erarbeitet werden, „die die Schwerpunktthemen und grundlegenden Prinzipien der Digitalpolitik im Land Brandenburg vorgibt“, wie Bürger erklärt. Die öffentliche Konsultation ist für das erste Quartal 2026 geplant, die Verabschiedung für das zweite Quartal.
Anfang 2026 plant Brandenburg weitere Meilensteine: Der Digitalcheck befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung, ebenso die erste Cybersicherheitsstrategie des Landes. Und auch bei der elektronischen Akte für die Justiz meldet Brandenburg Fortschritte: Die eAkte wird bis zum 1. Januar 2026 eingeführt.
Stand: 08.12.2025
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