Am 13. Juni war es wieder so weit: Experten aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft trafen sich zum eGovernment Summit. Die zwei Tage in Berlin waren geprägt von intensiven Diskussionen und offenem Erfahrungsaustausch.
„Die Digitale Verwaltung – und sie bewegt sich doch!“: Das Motto beim diesjährigen eGovernment erinnerte an einen Satz, der dem berühmten Astronomen und Mathematiker Galileo Galilei zugeschrieben wird. Während sich das heliozentrische Weltbild letztlich durchgesetzt hat, ist für die Idee der digitalen Verwaltung oft noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Vor allem gilt es, die Menschen in den Verwaltungen, besonders in den Fachressorts, bei der Umsetzung mitzunehmen. Das kam in den Statements und Diskussionsrunden immer wieder zur Sprache. Und die Zeit drängt, denn die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern dringend nötig, um die Verwaltung, auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel, leistungsfähig zu halten. Eine effiziente Verwaltung gehört zu den Grundvoraussetzungen für das Vertrauen der Bürger in die Leistungsfähigkeit des Staates.
Diese Außenwirkung, die Reflexion auf die eigentlichen Ziele der Verwaltungsdigitalisierung bildete auch die Klammer beim diesjährigen Event – das mit einer verwaltungsexternen Sicht startete: Christoph Bornschein, Mitgründer und Chairman der Agenturgruppe TLGG Gruppe Deutschland, setzte sich in seiner Impulskeynote „Deutschland, deine Digitalisierung: besser spät als nie eine wettbewerbsfähige Zukunft gestalten“ mit dem aktuellen Zustand kritisch auseinander. Er mahnte unter anderem Erfolgskontrolle und mehr staatliche Investitionen an.
Das Motto „...sie bewegt sich doch“ meinte aber auch die tatsächlichen Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung. Die großen Spielfelder sind bekannt: OZG, Marktplätze für die Umsetzung, Digitale Identitäten und die Registermodernisierung. Darum ging es in den Vorträgen und Workshops am ersten Tag. Zu diesen Fortschritten gehört der lang fällige Kompromiss zum OZG-Änderungsgesetz, auf den sich Bund und Länder am Vorabend des Summit geeinigt hatten (s. a. Titel dieser Ausgabe). Staatssekretär Dr. Markus Richter, der Schirmherr der Veranstaltung, äußerte sich in seiner Impulskeynote erfreut über die Einigung im Vermittlungsausschuss. Er gab einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen der Verwaltungsdigitalisierung und ging dabei auch auf die Herausforderungen, etwa die nötige Priorisierung, ein. Ernst Bürger, Ministerialdirektor, Leiter der Abteilung Digitale Verwaltung, Steuerung OZG beim BMI, erläuterte die Kernpunkte im neuen OZG-Kompromiss. Ein weiteres Update aus dem BMI war dem Thema Digitale Identitäten gewidmet. Der zuständige Referatsleiter Hagen Saxowski stellte den aktuellen Stand und die Entwicklungen im Hinblick auf die Einführung der EU-Wallet vor.
Bernd Schlömer, Staatssekretär und CIO im Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, erläuterte, wie das Standardisierungsboard arbeiten soll.
Die Rolle der Marktplätze
EfA-Leistungen, GovTech-Lösungen, Angebote in der Deutschen Verwaltungscloud: Wie sollten Marktplätze funktionieren und wie viele davon braucht es? Diese Fragen kamen in mehreren Diskussionsrunden auf. Den Anstoß gab FITKO- Präsident Dr. André Göbel mit seinem Impulsstatement. Auch in der Roundtable-Diskussion zum öffentlichen Einkauf als Beschleunigung für die Digitalisierung stand zur Debatte, wie und mit Hilfe welcher Plattformen Verwaltungen überhaupt einen Überblick über verfügbare digitalen Lösungen erhalten können. Ging es beim vorigen Summit noch darum, die Registermodernisierung als „Elefant im Raum“ in den Fokus zu nehmen, so hat sich inzwischen einiges getan. Nicht nur gab und gibt es inzwischen viele Vorträge und auch spezielle Online-Veranstaltungen zum Thema, wie Dr. Brigitte Klamroth, Federführerin Hamburg, Gesamtsteuerung Registermodernisierung, berichtete; es laufen auch bereits Erprobungsprojekte. Mit seiner Keynote „Die Registermodernisierung – mehr als Digitalisierung?!“ setzte Michael Pfleger, Gesamtprogrammleiter Registermodernisierung FITKO, erste Impulse für die Gespräche. Ein sehr anschauliches Bild zur laufenden Arbeit und den Herausforderungen vermittelte die anschließende Podiumsdiskussion. Im Spannungsfeld von zentraler Bereitstellung der technischen Systeme und dezentraler Umsetzung ist zum Beispiel die Frage zu klären: Welche Akteure müssen überhaupt welche Entscheidungen treffen – und wie können sie dazu befähigt werden? Einen weiteren Aspekt brachte Dr. Hans Michael Strepp, Ministerialdirektor und Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Digitales, mit seinem Vortrag ein: Er sprach über die „Cloud als Enabler der Registermodernisierung“.
Stand: 08.12.2025
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Lebenszeit statt Warteschlange?
Wie und wann nehmen wir die Bürgersicht und Bürgerwünsche endlich ernst? Das fragten Martina Nolte, Stadt Mönchengladbach, und Jan Klumb, Landeshauptstadt Wiesbaden, beim Roundtable unter dem Motto „Lebenszeit statt Warteschlange“. Behördengänge sollten Bürgerinnen und Bürger eben nicht wertvolle Zeit kosten. Vielmehr liegt in nutzerzentrierten digitalen Bürgerservices ein Schlüssel zu Vertrauen in Staat und Demokratie, wie beide zuvor in einem Impulsstatement deutlich machten.
Den Abschluss des Programms am ersten Tag bildete die Übergabe des eGovernment Awards „CIO des Jahres“. Über die Wahl können die Leserinnen und Leser der eGovernment alljährlich in einer Online-Umfrage abstimmen. In diesem Jahr wurde Martina Klement geehrt, Chief Digital Officer des Landes Berlin und Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung. Sie freue sich sehr über die Wahl, so Klement. „Unser Fokus gilt der benutzerfreundlichen Digitalisierung von Behördendienstleistungen." Darin stecke ein riesiges Potenzial: für die Beziehung zwischen Bürgern und Ämtern wie auch für die Arbeit der Behörden selbst.
Am zweiten Tag standen die Themen Daten, KI und Cybersicherheit im Fokus. Spannend waren die Einblicke in die Arbeit der Datenlabore der Bundesregierung von Frederik Blachetta, CDO im Bundeskanzleramt, ebenso wie die Impulsstatements zu KI-Anwendungen. Dazu wurden gleich drei Erfahrungsfelder vorgestellt:
Elena Yorgova-Ramanauskas, Staatssekretärin und CIO im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes, berichtete über Chancen und Herausforderungen für KI-Kompetenzen am Beispiel des Saarlandes,
Dr. Alfred Kranstedt, Direktor des ITZBund, stellte die KI-Plattform des ITZBund vor und
Dr. Beate Ginzel, Referatsleiterin „Digitale Stadt“ der Stadt Leipzig sprach über Anwendungsfelder und Erkenntnisse beim Einsatz von KI und ging dabei auch auf die positiven Erfahrungen im Rahmen des Programms Modellprojekte Smart Cities ein. Sie moderierte auch die anschließende Roundtable-Diskussion zu KI-Enwicklungen in der Praxis, dabei ging es vor allem um die Schaffung replizierbarer Lösungen.
„Kein digitaler Staat ohne resilienten Staat“ lautete die Ausgangsthese von Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker, Research Director, cyberintelligence.institut. In seinem Impulsstatement erläuterte er, warum Cybersicherheit eine ganzheitliche Perspektive erfordert.
Mit welchen Herausforderungen Land und Kommunen in Bezug auf die Cybersicherheit konfrontiert sind, davon berichtete Niedersachsens CIO Dr. Horst Baier. Praxisnah war auch das anschließende Impulsstatement von Sabine Griebsch, Managing Director, Senior Advisor, GovThing, zum IT-Notfallmanagement.
Mit der Abschlusskeynote von Ann Cathrin Riedel, Geschäftsführerin, NExT e.V, schloss sich der Kreis. Unter der Überschrift „Die Digitale Verwaltung als Demokratieretter?!“ verdeutlichte sie, wie entscheidend eine funktionierende Verwaltung dafür ist, dass Vorhaben oder Gesetzesänderungen auch umgesetzt werden können. Ein Ansporn also, weiter mit aller Kraft gemeinsam an der Verwaltungsdigitalisierung zu arbeiten.