Deutsches eGovernment auf dem Weg zur Spitze

Der eGovernment Summit: ein Labor für das eGovernment von morgen

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Horst Robertz, bei VMware für den Geschäftsbereich Public Sector tätig, ergänzte: „Bei dem eGovernment-Gesetz geht es vor allem ja darum, die elektronische Kommunikation mit der Verwaltung zu erleichtern und es Bund, Ländern und Kommunen zu ermöglichen, einfachere, nutzerfreundlichere und effizientere elektronische Verwaltungsdienste anzubieten. Die sechs wesentlichen Kernpunkte des Gesetzes, das am 1. August in Kraft getreten ist, tragen nachhaltig zu einem bürgernahen eGovernment bei und sind so richtig wie notwendig.“

Die Herausforderungen, die es dabei zu bewältigen gäbe, lägen in den organisatorischen Strukturen und Prozessen der Verwaltungsebenen. „Der eGovernment Summit ist sicherlich eine gute Plattform, um einen Dialog und den Austausch der Parteien, inklusive der Industrie, weiter voranzubringen.“

Für eine zeitnahe Umsetzung müssten allerdings, so Robertz, in jeder Organisation Verantwortliche und Ansprechpartner definiert werden, die sich den Zielen des eGovernment-Gesetzes persönlich verpflichteten.

Kay Niederfahrenhorst, Sales Director öffentliche Auftraggeber bei NetApp, dazu: „Wir glauben, es müssen sich Dienstleistungszentren mit Kernkompetenzen bilden. Mit dieser Bündelung an Kompetenz und damit auch Entscheidungsmacht werden Standards vorangetrieben. Diese sind zwingend notwendig, um einfache, skalierbare, dynamische RZ-Referenzarchitekturen zu implementieren, die wirtschaftlicher und flexibler sind.“

IT-Sicherheit und Open Government

Robertz sprach auch einen weiteren Punkt an, der ein zentrales Thema des eGovernment Summits sein wird: „Ich sehe vor allem die weitere Modernisierung der Verwaltungen als eines der dringlichsten Projekte an, das im Sinne von Open Government, weiter vorangetrieben werden muss. Aus IT-Sicht steht hier vor allem die richtliniengesteuerte Automatisierung und die Errichtung von bürgerfreundlichen Self-Service-Portalen im Mittelpunkt.

Ohne konsolidierter Hardware und darauf laufenden, automatisierten IT-Services können Verwaltungen weder die Effizienzen im eigenen Hause ausbauen noch die Synergien aus verwaltungsübergreifenden Formen der Zusammenarbeit wie Shared Services oder eGovernment nutzen.“

Jochen Michels von Fujitsu Technology Solutions GmbH betonte vor allem den Aspekt der Sicherheit: „Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft müssen Vertrauen in eGovernment-Angebote haben können. Und hierzu gehört ein stärkerer Einsatz sicherer Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), die auch vor unrechtmäßigen Überwachungsaktivitäten der Geheimdienste, vor Wirtschaftsspionage und organisierter Kriminalität schützen. Hierzu sind – wie auch im Acht-Punkte Programm der Bundesregierung ausgeführt – vorhandene Kompetenzen der deutschen IT-Wirtschaft zu nutzen, zu stärken und auszubauen.“

„Im Fokus einer modernen Datenpolitik sollten – trotz des durch internationale Geheimdienstoperationen erschütterten Vertrauens – die Chancen der Digitalisierung und die sozialen und ökonomischen Vorteile einer datenbasierten Wirtschaft stehen. Neben legislativen Ansätzen stellen daher öffentlich bereitgestellte technologische Lösungen interessante neue Ansatzpunkte dar, um den Anforderungen einer digitalen Wirtschaft ebenso wie den individuellen und gesellschaftlichen Datenschutzbedürfnissen zu entsprechen. Der eGovernment Summit kann hier mit Sicherheit gute Diskussionsbeiträge liefern, meinte Jochen Michels.“

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