Geschäftsklimaindex Berater Optimistische Aussichten für den Consulting-Bereich

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Der aktuelle Geschäftsklimaindex für den Consulting-Markt, der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen erhoben wird, zeigt eine positive Tendenz.

Iris Grewe, Präsidentin des BDU.(Bild:  BDU)
Iris Grewe, Präsidentin des BDU.
(Bild: BDU)

Der Geschäftsklimaindex 01/2026 des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) sorgt für verhaltenen Optimismus. Nach Angaben des BDU zeige der Index auf verhaltenem Niveau eine leichte Steigerung um 0,5 Punkte auf 89,2 und entkoppelte sich damit erstmalig seit dem dritten Quartal 2020 positiv vom ifo-Geschäftsklimaindex, der letztes Quartal erneut gesunken ist.

Die Aussichten für die nächsten sechs Monate fallen entsprechend optimistisch aus: Der Anteil günstiger Geschäftserwartungen stieg im Vergleich zum Vorjahr von 24 Prozent auf 30 Prozent, parallel sank der Anteil ungünstiger Erwartungen von 23 Prozent auf 20 Prozent.

Das stärkste Wachstum verzeichnet der Bereich der Organisations- und Prozessberatung, hier nahm der Indexwert um 0,9 Punkte auf 86 zu. Den insgesamt höchsten Indexwert erreicht die Sanierungsberatung mit 106 Punkten. „Hier sehen außerdem 52 Prozent der Befragten günstigere Geschäftsaussichten, was wiederum als Zeichen dafür gewertet werden kann, dass überdurchschnittlich viele der deutschen Wirtschaftsunternehmen mit ökonomischen Herausforderungen konfrontiert sind“, heißt es vom BDU. Aber auch in anderen Consulting-Sparten wird mit einer positiven Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten gerechnet: Strategieberatung (36 Prozent), IT-Beratung (33 Prozent) sowie Organisations- und Prozessberatung (25 Prozent).

Der BDU erläutert, dass zwar die Beratungen mit einem Umsatz zwischen 10 und 50 Millionen Euro (+4,4 Punkte) sowie mit über 50 Millionen Euro (+4,5 Punkte) den höchsten Anstieg im Geschäftsklima verzeichneten, aber auch kleinere Consulting-Unternehmen wieder optimistischer seien: „Während aktuell noch 41 Prozent der kleinen Beratungen unter 250.000 Euro Jahresumsatz ihre Geschäftslage als unter Budget beschreiben, so sinkt dieser Anteil mit Blick auf die nächsten sechs Monate auf 24 Prozent.“

„Ungeachtet der derzeit spürbaren Aufbruchstimmung, ist die Beratungsbranche natürlich nach wie vor sehr von der Entwicklung der wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland und damit auch von den geopolitischen Begebenheiten abhängig“, betont BDU-Präsidentin Iris Grewe.

Nadja Schuster, Partner bei d-fine und Vorsitzende des BDU-Fachverbandes Öffentlicher Sektor.(Bild:  BDU)
Nadja Schuster, Partner bei d-fine und Vorsitzende des BDU-Fachverbandes Öffentlicher Sektor.
(Bild: BDU)

Veränderungen im Public Sector

Auch im Public Sector zeigt der Trend nach oben. „Der öffentliche Sektor ist sich seit einiger Zeit des Veränderungsdrucks bewusst oder fungiert sogar als Vorreiter, wenn es um zentrale Fragestellungen wie digitale Souveränität oder die Investition in Zukunftstechnologien geht“, erläutert Nadja Schuster, Partner bei d-fine und Vorsitzende des BDU-Fachverbandes Öffentlicher Sektor. Die Vielzahl an Projekten, die von Kommunen, Ländern oder dem Bund angestoßen würden, benötigten entsprechende Praxiserfahrung. „Die öffentliche Hand setzt dafür gerne auf die Beratungs- und Umsetzungskompetenz von Mitgliedsunternehmen des BDU. Dies spiegelt sich im Geschäftsklimaindex positiv wider.“

Hinsichtlich der Mitarbeiterstruktur gehen viele der insgesamt 235 befragten Berater und Beraterinnen von Veränderungen aus. 45 Prozent glauben, dass sich der Schwerpunkt der Mitarbeitenden in den kommenden fünf Jahren in Richtung der mittleren Ebene verschieben wird. 44 Prozent jedoch rechnen weiterhin mit einer pyramidalen Organisationsstruktur. „Die Integration und Anwendung von neuen KI-Tools erlaubt einen Produktivitätsschub und ändert die Art, wie wir arbeiten, sodass weniger Teammitglieder zur strukturierten und repetitiven Datenbearbeitung benötigt werden. Dies wirkt wiederum auf die Personalstruktur in den Unternehmen. Ungeachtet dessen setzen viele Beratungshäuser nach wie vor im Bereich des Nachwuchses auf Berufseinsteiger und junge Talente, die jedoch teilweise bereits mit anderen Aufgaben als bisher betraut werden“, erläutert Grewe.

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