Digitaler Fahrzeugschein Zwischen Kinderpunsch und Tannenspitze

Ein Gastbeitrag von Rudolf Philipeit 4 min Lesedauer

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In seiner Kolumne unterstreicht Rudolf Philipeit, Vorstand buergerservice.org, Gute-Laune-Punkte, die ihm beim täglichen Umgang mit der eID-Funktion des Personalausweises unter die Finger kommen und ihm darüber hinaus persönlich Freude bereiten.

Rudolf Philipeit ist Vorsitzender des Vereins buergerservice.org und auch privat schwer von den Einsatzmöglichkeiten der eID-Funktion des Personalausweises begeistert.(Bild:  buergerservice.org)
Rudolf Philipeit ist Vorsitzender des Vereins buergerservice.org und auch privat schwer von den Einsatzmöglichkeiten der eID-Funktion des Personalausweises begeistert.
(Bild: buergerservice.org)

Der digitale Fahrzeugschein kommt gut an. Bereits vier Wochen nach dem Start am 6. November 2025 wurden – laut des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) – über eine Million Mal Fahrzeugscheine digitalisiert. Oder besser ausgedrückt: Sie wurden mit der i-Kfz-App auf die Smartphones der jeweiligen Kfz-Halter gespielt. Das bedeutet an dieser Stelle für unsere Bürgerinnen und Bürger, sie hatten über eine Million Mal gute Laune mit Online-Ausweisen zum Abholen des eigenen digitalen Fahrzeugscheins.

Über meine persönliche gute Laune beim Abholen des digitalen Fahrzeugscheins will ich in der heutigen Kolumne berichten und zum Nachahmen einladen.

Den Fahrzeugschein rechtssicher teilen

Am zweiten Adventswochenende des vergangenen Jahres war ich gemeinsam mit meinem siebenunddreißigjährigen Sohn und seiner Familie in meinem Heimatort Ansbach auf der Suche nach zwei Weihnachtsbäumen. Für den Transport der beiden Bäume haben wir den familienübergreifend genutzten Kfz-Anhänger an das Zugfahrzeug gehängt und sind zum Christbaumverkauf gefahren.

Als die beiden Bäume ausgesucht waren und griffbereit am Ausgang lagen, wurde uns vom Verkäufer ein Kinderpunsch angeboten. Beim Trinken des noch sehr heißen Getränks, kam der digitale Fahrzeugschein ins Gespräch. Wir haben sogleich die Gelegenheit genutzt und haben den digitalen Fahrzeugschein zum Kfz-Anhänger auf das Smartphone meines Sohnes – er ist der Halter des Anhängers – geladen. Hierzu hatte ich aus den Unterlagen zur eID-Roadshow von buergerservice.org die passenden QR-Codes auf meinem eigenen Smartphone parat.

Ein wechselnder Nutzerkreis ist möglich

Der Anhänger wird aber auch von mir und vom Schwiegervater meines Sohnes mehrfach im Jahr genutzt. So hat mein Sohn den digitalen Fahrzeugschein per QR-Code auf mein Smartphone weitergereicht. Das Abholen des Fahrzeugscheins auf das eigene Smartphone bei meinem Sohn und die Weitergabe mit dem QR-Code auf mein Smartphone gingen sowas von schnell, dass der Kinderpunsch nach der Aktion immer noch heiß war. Das gleiche Prozedere, dann vermutlich aber ohne Kinderpunsch, wird mein Sohn auch mit seinem Schwiegervater durchführen. Der Gute-Laune-Faktor: Alle Nutzer des Hängers haben eine rechtsgültige digitale Kopie des Fahrzeugscheins und keiner muss mehr das Papierdokument suchen und mitführen.

Zufälligerweise musste der Anhänger in den Folgetagen auch beim TÜV zur Hauptuntersuchung vorgestellt werden. Und siehe da: Unsere Zweigstelle des TÜV-Süd in Ansbach konnte den digitalen Fahrzeugschein nicht nur einlesen, sondern auch verwenden. Die gute Laune wurde auch in diesem Moment nicht getrübt.

Wenn diese Kolumne erscheint, ist die Zeit von Kinderpunsch beim Christbaumkauf längst wieder vorbei. Das Thema, dass man sich ein Kraftfahrzeug oder einen dazugehörigen Anhänger in einer wechselnden Personengruppe teilt, jedoch weiterhin stark verbreitet.

Das Amt buchstäblich in der Hosentasche

So stelle ich die QR-Codes aus der eID-Roadshow von buergerservice.org allen Leserinnen und Lesern mit dieser Kolumne sehr gerne zur Verfügung. Holen Sie zuhause bei einer Tasse Kaffee oder Tee Ihren PIN-Brief zum Personalausweis hervor, installieren Sie die AusweisApp und legen Sie los. Machen wir uns nichts vor, beim ersten Mal hantieren mit dem Personalausweis am Smartphone und dem Ändern der 5-stelligen Transport-PIN aus dem Personalausweis in die 6-stellige selbst gewählte persönliche PIN wird es ein paar Minuten länger dauern als bei einer routinierten Handhabe wie bei meinem Sohn und mir beim Kinderpunsch. Ihr Heißgetränk wird vermutlich auch nur noch lauwarm sein, bis Sie die Erstinstallation der AusweisApp, das Ändern der PIN und die anschließende Nutzung der i-Kfz-App geschafft haben. Sie werden im Gegenzug aber ganz heiß darauf sein, dass es in wenigen Monaten neben dem digitalen Fahrzeugschein auch den digitalen Führerschein für Ihr Smartphone geben wird. Und ich bin mir sehr sicher, dass Sie – aufgrund des erzielten Lernerfolgs beim Online-Ausweisen – dann in Sekundenschnelle den Dreh raus haben und Ihren Führerschein auf Ihr Smartphone holen werden. Und das ist erst der Anfang einer neuen digitalen und rechtssicheren Dimension in Deutschland. Versprochen.

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(Bild:  buergerservice.org)
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Wie geht es weiter?

Diese neue digitale Welt mündet nach Aussage von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger ab dem 2. Januar 2027, also in weniger als neun Monaten, in einer EU-weit nutzbaren Wallet für das Smartphone, der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet). Selbst der Personalausweis soll zeitnah mit der EUDI-Wallet über die Online-Ausweisfunktion auf das eigene Smartphone kopiert werden können. Nutzen Sie also zur Vorbereitung in den nächsten Monaten einfach die QR-Codes aus dieser Kolumne. Oder machen Sie gerne auch ein Foto davon und teilen dieses im Freundes- und Bekanntenkreis. Ersetzen Sie Zug um Zug die Karten-Dokumente in Ihrem Portemonnaie durch die digitalen Varianten auf Ihrem Smartphone und steigen Sie ein in die neue digitale Dimension des Ausweisens. Mit klarer Rechtssicherheit und ohne den sonst üblichen Fake des Internets.

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