Projekt AIAMO

Vom KI-Konzept zur kommunalen Praxis

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Landau in der Pfalz: Schrittweise in die Praxis

Landau in der Pfalz überführt die im Forschungsprojekt entwickelten KI-Verfahren schrittweise in die kommunale Praxis. Ziel ist es, die Verkehrssteuerung auf operativer, taktischer und strategischer Ebene weiterzuentwickeln sowie Prognosen und Simulationen künftig stärker als Grundlage kommunaler Entscheidungen zu nutzen.

Dafür werden bestehende Verkehrsmanagementsysteme gezielt um neue Funktionen ergänzt. KI-gestützte Lichtsignalsteuerungen optimieren Verkehrsabläufe entlang wichtiger Achsen, Prognosen von Bahnschrankenschließzeiten unterstützen die Verkehrslenkung und Digitale Zwillinge ermöglichen es, die Auswirkungen von Baustellen oder geänderten Verkehrsführungen bereits vor ihrer Umsetzung zu untersuchen.

„Unser Anspruch ist es, die Mobilität in Landau kontinuierlich zu verbessern. Mit der Pilotphase erproben wir die entwickelten Verfahren unter realen Bedingungen. Wenn sie dazu beitragen, den Verkehrsfluss zu optimieren, die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen und die Qualität des Mobilitätsangebots zu verbessern, ist das ein konkreter Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt,“ fasst Paul Loos, stellvertretender Abteilungsleiter Mobilität und Verkehrsinfrastruktur der Stadt Landau in der Pfalz, die Erwartungshaltung der Verantwortlichen zusammen.

KI unter kommunaler Kontrolle

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im kommunalen Mobilitätsmanagement setzt Vertrauen voraus. Städte und Gemeinden müssen jederzeit die Hoheit über ihre Daten behalten, Analysen und Prognosen nachvollziehen können und sicherstellen, dass der Einsatz von KI den Anforderungen an Datenschutz, Informationssicherheit und digitale Souveränität entspricht. Gleichzeitig schaffen europäische Regelwerke wie der AI Act und der Data Act einen verbindlichen Rahmen für einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlicher Intelligenz und Daten.

AIAMO wurde so konzipiert, dass kommunale Datenhoheit, Datenschutz, Informationssicherheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit integraler Bestandteil der Projektarchitektur und der entwickelten KI-Anwendungen sind. Damit schafft das Forschungsprojekt die Voraussetzungen für einen vertrauenswürdigen Einsatz künstlicher Intelligenz im kommunalen Mobilitätsmanagement im Einklang mit europäischen Governance-Anforderungen.

Fazit: KI wird Teil der kommunalen Praxis

Die Pilotregionen Leipzig und Landau in der Pfalz zeigen, dass KI im kommunalen Mobilitätsmanagement den Schritt von der Konzeptphase in die praktische Anwendung vollzieht. Dabei verfolgen beide Städte unterschiedliche Ansätze: Während Leipzig die Verknüpfung von Verkehrs-, Umwelt- und Wetterdaten für eine fundierte Bewertung verkehrlicher Maßnahmen erprobt, entwickelt Landau KI-gestützte Verfahren für die operative, taktische und strategische Verkehrssteuerung schrittweise weiter.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen zugleich, dass der erfolgreiche Einsatz von künstlicher Intelligenz weit über die Entwicklung einzelner Anwendungen hinausgeht. Entscheidend sind belastbare Daten, eine enge Zusammenarbeit und ein gemeinsames Zielsystem der beteiligten Fachbereiche sowie klare Governance-Regeln für einen transparenten, sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von KI.

Damit liefert AIAMO nicht nur neue technologische Lösungen, sondern auch einen übertragbaren Handlungsrahmen für Städte und Gemeinden, die künstliche Intelligenz künftig verantwortungsvoll in ihr Mobilitätsmanagement integrieren möchten.

Der Autor
Markus Wartha, Präsident ITS Germany e.V. und Konsortialführer AIAMO

Bildquelle: AIAMO

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