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So betonte der sachsen-anhaltinische Staatssekretär und Landes-CIO, Michael Richter, die Bedeutung von technischen Standards. „Die größten Herausforderungen bei der Fortentwicklung der digitalen Agenda und den verschiedenen eGovernment-Strategien bilden die Entwicklung und die Umsetzung von gemeinsamen Standards. Nur wenn dieses gelingt, können Web Services für und durch Unternehmen sowie Bürger effektiv aufgebaut und eingesetzt werden.“
Eine Schlüsselrolle bei der technischen Modernisierung der Verwaltungen, so Michael Richter weiter, spiele darüber hinaus die digitale Signatur.
Eine ähnliche Position vertritt der neue CIO des Landes Baden-Württemberg, Stefan Krebs. „Damit eGovernment funktionieren kann, müssen Verwaltungsprozesse elektronisch und medienbruchfrei abbildbar sein“, so Krebs.
Hier gebe es zwar schon viele gute Entwicklungen, konstatierte Krebs, diese müssten nun jedoch konsequent vorangetrieben und ausgeweitet werden. Dazu zähle der Abbau von Formerfordernissen, allen voran die eigenhändige Unterschrift, wie in tausenden von Normen verlangt, und, wo dies nicht gehe, praktikable elektronische Lösungen für die Ersetzung der Schriftform.
Stefan Krebs weiter: „Es nutzt nichts, wenn viele Einzelprozesse digitalisiert und an zahlreichen Stellen Daten elektronisch generiert werden, aber kein Datenaustausch, keine Interoperabilität zwischen verschiedenen Dienststellen und Systemen möglich ist. Hier bedarf es abgestimmter Strategien und Pläne.“
Beate Lohmann betonte in diesem Zusammenhang den Aspekt der strategischen Steuerung. „Der Einsatz neuer digitaler Technologien darf nicht alleine in Einzelprojekten, sondern muss strategisch, ganzheitlich und vor allem gemeinsam vorangetrieben werden. In der Verwaltung müssen wir Prozessketten einführen, die sich an Lebens- und Unternehmenslagen anstelle von Zuständigkeiten orientieren und die eine Kooperation verschiedener Stellen in der Verwaltung auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene erfordern.“
Dabei müsse die Verwaltung „end-to-end“ denken, also den gesamten Prozess vom Bürger über die Verwaltung bis wieder zurück zum Bürger berücksichtigen. Das gelinge jedoch nur mit einem integrativen Ansatz, der alle Betroffenen einbeziehe und offen sei für neue technologische Entwicklungen, Strukturen und Beteiligungsformen.
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