Green IT Öko-Bilanz der IT-Systeme des Bundes kaum verbessert

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Nachhaltigkeitsziele der Bundesrechenzentren im Kontext von Umweltschutz und Transparenz sind laut einer parlamentarischen Anfrage der Linken gefährdet. Kritikpunkte sind mangelnde Datenbasis, unzureichende Zertifizierung nach dem Blauen Engel und eine Verschlechterung in der Nutzung von Abwärme im Vergleich zum Vorjahr.

Die Sustainable Development Goals (SDG) der Agenda 2030 konkretisiert für die Beschaffung von IT diverse Anforderungen, etwa in Bezug auf die Beschaffung energieeffizienter Produkte.(Bild:  peach_adobe – stock.adobe.com)
Die Sustainable Development Goals (SDG) der Agenda 2030 konkretisiert für die Beschaffung von IT diverse Anforderungen, etwa in Bezug auf die Beschaffung energieeffizienter Produkte.
(Bild: peach_adobe – stock.adobe.com)

Bei den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit hinken die Rechenzentren des Bundes den selbst gesteckten Zielen der Ampel-Koalition hinterher. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Umweltstatistik für die Rechenzentren steht dabei außerdem auf einer wackeligen Datenbasis. Für jede vierte Anlage des Bundes sind weder Stromverbrauch noch Ökostromanteil bekannt.

Die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg beklagte eine mangelnde Transparenz: „So lange die Ampel weiterhin dieses eklatante strukturelle Informationsdefizit hat, wird sie keines ihrer Nachhaltigkeitsziele für ihre IT erreichen können.“ Sie sei es leid, immer nur von Ankündigungen zu einem besseren Berichtswesen zu lesen. „Ohne vernünftige Daten kann man nicht gut steuern.“

Im Vergleich zu einer ähnlich gelagerten Anfrage aus dem Jahr 2022 ist immerhin eine leichte Verbesserung erkennbar. 74 von insgesamt 118 Rechenzentren nutzen inzwischen erneuerbare Energie. Vor einem Jahr waren es lediglich 52 Anlagen. Allerdings ist demnach nur bei vier Anlagen eine Verbesserung des Anteils von erneuerbarer Energie erkennbar.

In dem Papier verweist die Bundesregierung darauf, dass die Betreiber der Rechenzentren dazu verpflichtet worden seien, den Stromverbrauch ab dem 1. Januar 2024 zu 50 Prozent durch Strom aus erneuerbaren Energien zu decken. Bis 2027 sollen die Anlagen sogar zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden.

Bei den Antworten der Bundesregierung zur Nachhaltigkeit der Bundes-IT fällt wie vor einem Jahr auf, dass das Bundes-Umweltzeichen „Blauer Engel“ kaum eine keine Rolle spielt. Das Siegel wird seit über 40 Jahren von der Bundesregierung für die Auszeichnung von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen propagiert. Im Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition heißt es: „Für IT-Beschaffungen des Bundes werden Zertifizierungen wie z.B. der Blaue Engel Standard.“

Vor einem Jahr erfüllte kein einziges Rechenzentrum des Bundes alle acht Kriterien des „Blauen Engels“. Inzwischen haben zwei Rechenzentren das Zertifikat, aber nur nach einer inzwischen veralteten Bewertungsmethode. Für die aktuelle Version des „Blauen Engels“ müssen 21 statt 8 Kriterien erfüllt werden – das schafft aktuell keine Anlage des Bundes. Lediglich fünf Prozent gaben an, wenigstens die Hälfte zu erfüllen. An der Spitze steht ein Datacenter, das 17 von 21 Kriterien erfüllt.

Bei der Nutzung der Abwärme, die in Rechenzentren zwangsläufig beim Betrieb von Servern und anderen IT-Komponenten entsteht, sieht die Linken-Fraktion sogar eine Verschlechterung im Vergleich zu Vorjahr. Lediglich 11 von 118 Anlagen nutzten demnach die Abwärme in irgendeiner Form, 2022 seien es noch 14 gewesen.

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