Rückblick und Ausblick 2025/2026 Niedersachsen und NRW ziehen Bilanz

Von Susanne Ehneß 2 min Lesedauer

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Die Bundesländer haben 2025 zahlreiche Projekte rund um die Verwaltungstransformation angestoßen, fortgesetzt und abgeschlossen. Die CIOs, CDOs, Ministerinnen und Minister blicken zurück und geben einen Ausblick auf 2026. Teil 5: Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.(©  Zerophoto – stock.adobe.com)
Geht die Verwaltungsdigitalisierung voran? Die Bundesländer geben einen Einblick in ihre eGovernment-Projekte und -Pläne.
(© Zerophoto – stock.adobe.com)

Niedersachsen

Seit September 2025 wurden die Digitalisierungskompetenzen in Niedersachsen in dem neu strukturierten Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung gebündelt – inklusive einer organisatorischen Neuausrichtung, wie Anke Pörksen erklärt. „Mit der neuen Abteilung 4 im Innenministerium wird die digitale Transformation im Land gestärkt“, ergänzt die Staatssekretärin für Digitalisierung. Von der Landesregierung beschlossen wurde zudem ein eigener Einzelplan für Digitalisierung. Dieser werde jetzt sukzessive aufgebaut. Pörksen: „In diesem Einzelplan sollen mittelfristig sowohl die zentralen wie auch die Digitalisierungsbudgets der Ressorts und der Staatskanzlei aufgenommen werden.“

Anke Pörksen(Bild:  Mohssen Assanimoghaddam)
Anke Pörksen
(Bild: Mohssen Assanimoghaddam)

Bei der Umsetzung konkreter Leistungen wurden Fortschritte erzielt: 574 Fokusleistungen konnten bei Kommunen angebunden werden, hinzu kamen 69 Anbindungen von Leistungen im föderalen Interesse – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr.

Pörksen verweist auf ein anderes relevantes Projekt: „Mit dem am 4. Juni 2025 eröffneten XR-Campus entstehen immersive Lernumgebungen für die Verwaltung. Aktuell begleitet der XR CAMPUS Projekte in Justiz und Polizei und bietet Interessierten kostenfreie Beratung für den beruflichen Einsatz von XR. Diese Projekte zeigen, dass Digitalisierung nicht nur Prozesse beschleunigen, sondern auch Qualität und Sicherheit erhöhen kann.“

Pörksen geht auf die Pläne für 2026 ein: „Zu dem Einzelplan für Digitalisierung soll im Januar 2026 ein zentrales IT-Steuerungskonzept vom Kabinett beschlossenen werden. Ziel ist eine transparente und faire Koordination der Umsetzung der Digitalisierung in Niedersachsen unter Einbeziehung aller Ressorts. Hinzu kommen soll eine Optimierung des Digitalchecks, um frühzeitig Digitalisierungshemmnisse abzubauen.“

Auch das Thema KI ist in Niedersachsen auf der Agenda. Ressortübergreifend sollen im kommenden Jahr KI-Lösungen zur Unterstützung der Beschäftigten in der täglichen Aufgabenerfüllung eingeführt werden. „Bereits konkret geplant ist die flächendeckende Einführung von MS Copilot und LLMoin in der gesamten niedersächsischen Verwaltung“, sagt Pörksen. Gearbeitet werde auch an der Vereinfachung und Automatisierung verwaltungsinterner Prozesse, um die Beschäftigten zu entlasten und höhere Geschwindigkeiten in der Bearbeitung von Vorgängen zu erreichen.

„Niedersachsen unterstützt die Kommunen derzeit intensiv bei einem hoffentlich bald flächendeckenden Roll-out aller Fokusleistungen und Leistungen von föderalem Interesse“, erläutert Pörksen. „Dabei steht auch ein Zukunftsthema im Fokus: Agentic AI – KI-Systeme, die eigenständig handeln und Entscheidungen treffen. Ihr Potenzial könnte die größte Transformation der öffentlichen Verwaltung seit der Entstehung der Bürokratie einleiten.“

Nordrhein-Westfalen

„Bei der Digitalisierung der Verwaltung klickt sich Nordrhein-Westfalen nach vorne“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Das zeigten die Ergebnisse des „Dashboard Digitale Verwaltung“. Mit 1.549 OZG-Verwaltungsleistungen habe sich Nordrhein-Westfalen im  Länderranking auf Platz 2 hochgearbeitet.

Ina Scharrenbach(Bild:  MHKBG 2021 / F. Berger)
Ina Scharrenbach
(Bild: MHKBG 2021 / F. Berger)

„Als Nächstes gehen wir jetzt die Schaffung des API-First-Ansatzes an“, erläutert Scharrenbach. Zudem erarbeite man als Landesverwaltung derzeit mit dem Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen die landeseigene KI-Verwaltungs-Applikation „NRW.GENIUS“. „Diese wird demnächst mit Kommunen ausprobiert“, so die Ministerin.

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