Studie zur Gesundheitskompetenz

Deutsche fühlen sich von Informationsflut überfordert

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Stärkung der Gesundheitskompetenz

Studienleiterin Professorin Dr. Doris Schaeffer von der Universität Bielefeld hält die Ergebnisse für bedenklich: „In den vergangen Jahren wurde einiges angestoßen, um die Gesundheitsinformationen der Bevölkerung zu verbessern. Aber die Ergebnisse zeigen, dass das längst nicht ausreicht. Wir müssen neu über die Art, Aufbereitung und Vermittlung von Informationen nachdenken.“

Schaeffer kündigte an, gemeinsam mit einer Gruppe von anerkannten Experten in den nächsten zwei Jahren eine umfassende und koordinierte Strategie zur Stärkung der Gesundheitskompetenz auszuarbeiten. „Wir brauchen ein abgestimmtes Maßnahmenkonzept, eben einen Nationalen Aktionsplan, der konkrete Handlungsimpulse setzt und nicht nur das Gesundheitswesen, sondern auch den Bildungssektor und die Forschung erreicht.“

Mit von der Partie ist der AOK-Bundesverband. Dessen Vorstandsvorsitzender Martin Litsch stellte fest: „Für eine gesunde Lebensführung braucht man heute Informationen und gesichertes Wissen. Welchen Einfluss haben Ernährung und Bewegung auf meinen Körper? Was kann ich tun, um fit zu bleiben? Aber auch das Kleingedruckte auf den Lebensmittelverpackungen, das für die Entscheidung gesund oder nicht nur selten Transparenz schafft. Bei all dem kann das Internetwissen helfen, wenn es gut läuft. Aber die Studie zeigt: Es sorgt in großem Maße eher für Verwirrung und ein mulmiges Gefühl, was da oft ergoogelt wird.“

Und dieses Misstrauen sei berechtigt, denn hinter vielen Internetseiten zu Gesundheitsthemen steckten Pharmafirmen, und auch das Angebot von teilweise unsinnigen „individuellen Gesundheitsleistungen“ in Arztpraxen sei ein Problem. Litsch kündigte an, die AOK-Faktenboxen weiter auszubauen. Dieses neue Informationsformat vermittle verfügbares medizinisches Wissen auf verständliche, kompakte Weise und stärke durch seine Kompassfunktion die Orientierung im Meer der Informationen. In diesem Jahr werde die AOK noch eine Reihe weiterer Faktenboxen veröffentlichen, etwa zu den Themen Nahrungsergänzungsmittel oder Bluthochdruck.

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