Behördenfunk Brüssel will Polizei und Feuerwehr EU-weit neu vernetzen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Bei Notfällen zählt jede Sekunde. Eine stabile Kommunikation ist diesen Situationen unabdingbar. Insbesondere bei grenzübergreifenden Einsätzen ist dies nicht immer gegeben.

Wenn Einsatzkräfte bei einem grenzübergreifenden Einsatz ohne verlässlichen Kommunikationskanal agieren müssen, kann das durchaus als mühsam und aus der Zeit gefallen aufgefasst werden. Diesen Umstand möchte Brüssel nachhaltig beheben.(Bild:  Canva / KI-generiert)
Wenn Einsatzkräfte bei einem grenzübergreifenden Einsatz ohne verlässlichen Kommunikationskanal agieren müssen, kann das durchaus als mühsam und aus der Zeit gefallen aufgefasst werden. Diesen Umstand möchte Brüssel nachhaltig beheben.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Die Europäische Kommission will die Funkgeräte von Polizisten, Feuerwehrleuten und anderen Einsatzkräften in Deutschland sowie den anderen EU-Ländern durch ein moderneres System ersetzen. Dafür schlägt die Brüsseler Behörde ein neues Kommunikationssystem vor, das von allen Mitgliedstaaten und Behörden gleichermaßen genutzt werden soll, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Die nationalen Systeme seien bislang oft nicht miteinander verbunden und funktionierten beim Grenzübertritt nicht nahtlos, erklärten Beamte der EU-Kommission. Das erschwere die Zusammenarbeit etwa bei Waldbränden, Überschwemmungen, Terroranschlägen oder Drohnenvorfällen.

Rettungskräfte verlieren bei Vermisstensuche an der Grenze Signal

Als konkretes Problembeispiel des bisherigen Systems nannten die Experten der Kommission die Suche nach einem vermissten Kind an der belgisch-niederländischen Grenze. Dabei hätten die Einsatzkräfte wegen des verwinkelten Grenzverlaufs mehrfach die Grenze überquert und dabei jedes Mal wieder das Signal verloren.

Technisch soll von der geringen Bandbreite des bisherigen Funksystems auf das moderne Breitbandsystem gewechselt werden. Die alten Funkgeräte würden durch modernere Geräte ersetzt werden. Anders als bisher sollen Rettungskräfte damit auch Bilder, Videos, Audioaufnahmen oder Standorte miteinander teilen können.

Der Vorschlag der EU-Kommission setzt auf die Nutzung kommerzieller Netze, also etwa das der Telekom. Das neue System soll Kommunikation aber auch bei überlasteten oder ausgefallenen Mobilfunknetzen ermöglichen. Dafür sind etwa Vorrang im Mobilfunk und Satelliten als Rückfalloption vorgesehen. Auch mobile Einheiten, die vor Ort ein Netz wiederherstellen können sollen, sieht der Vorschlag vor.

Erste EU-Länder sollen schon 2030 neues System nutzen

Das System sollte nach Ansicht der EU-Kommission zudem möglichst unabhängig von Drittstaaten sein. Die kritischen Schlüsselkomponenten des Systems – dazu zählen die Satelliten, das mobile Kernnetz sowie die verwendete Breitbandtechnologie – sollen demnach von europäischen Unternehmen entwickelt werden.

Ab 2030 sollen nach dem Willen der Kommission die ersten Mitgliedsländer das neue Kommunikationssystem in Betrieb nehmen. Bis 2036 soll es in der ganzen EU funktionsfähig sein. Bevor die Umsetzung des Plans beginnen kann, müssen sich die EU-Staaten und das Europaparlament noch mit den Vorschlägen befassen.

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