Berlins Daten im Darknet
Berlin unter Beschuss – und der Bund streitet über Hackbacks

Von Serina Sonsalla 5 min Lesedauer

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In Berlin sorgt die Erpressung der öffentlichen Verwaltung für Schlagzeilen. Der Senat lehnte die Lösegeldforderung ab, gestohlene Daten kursieren im Darknet, und die Politik streitet über den richtigen Umgang mit Cyberangriffen. Der Fall reiht sich ein in eine bundesweite Debatte um ein neues Cybersicherheitsgesetz, das künftig digitale Gegenschläge erlauben soll.

Der Bundesrat in Berlin fordert Nachbesserungen am Regierungsentwurf zur Stärkung der Cybersicherheit.(Bild:  © Frank – stock.adobe.com)
Der Bundesrat in Berlin fordert Nachbesserungen am Regierungsentwurf zur Stärkung der Cybersicherheit.
(Bild: © Frank – stock.adobe.com)

Die Ermittlungen dauern an. Mehrere Wochen, nachdem Berlin Ziel eines Hackerangriffs geworden ist, arbeiten das Landeskriminalamt Berlin, die Staatsanwaltschaft und die Sicherheitsbehörden des Bundes noch immer „mit Hochdruck“ an der Sichtung der abgeflossenen Daten. Der IKT-Vorfall vom 7. bis 12. August 2026 gilt bereits als die größte Cyberkrise des Bundeslandes; betroffen sind die beiden Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Anfang September bestätigte eine Senatssprecherin, dass es sich um einen gestohlenen Datenumfang von 5,7 Terabyte sowie um eine Gruppe mit dem Namen Rhysida handele, die von der Senatskanzlei 30 Bitcoin im Wert von rund zwei Millionen Euro erpresst und mit der Versteigerung der Daten im Darknet droht. Weil der Senat schließlich nicht zahlte, veröffentlichten die Erpresser mehr als 1,2 Millionen Datensätze im Darknet.

Berlins Reaktion und Gegenwehr

„Das Land Berlin lässt sich nicht erpressen“, sagte Wegner. Berlin reagierte zunächst mit einem Krisenmanagement: die sofortige Isolierung betroffener Netzsegmente nach Bekanntwerden des Angriffs, die Einrichtung einer Task Force sowie die Einbindung des LKAs, BSI (nach Kooperationsvereinbarung vom 8. Juli) und der Staatsanwaltschaft. Einen Tag vor Ablauf der Erpressungsfrist am Freitag, den 4. September, hielt sich das Land mit Angaben zur aktuellen Lage noch weitgehend zurück. Der Tagesspiegel schrieb, Berlin bereite sich auf den Verkauf sensibler Daten vor. So sei laut Senatssprecherin damit zu rechnen, dass die Daten an Dritte weitergegeben und in Teilen oder in Gänze veröffentlicht werden. Außerdem werde daran gearbeitet, betroffene Mitarbeiter zu informieren und entsprechende Hilfsangebote zu prüfen.

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