Anbieter zum Thema
Kooperativer Ansatz in Sachsen
Vor allem die zu erwarteten Doppelarbeiten bei über 12.000 Kommunalverwaltungen in Deutschland erfordern eine Methodik, Synergien zu schaffen und Doppelarbeiten zu vermeiden. Ein Prozessregister steht für einen verwaltungsübergreifenden, gemeinsamen Ansatz, der die genannten Herausforderungen adressiert und Inhalte bereitstellt, von dem alle beteiligten Akteure profitieren können. Das Prozessregister ist eine webbasierende Plattform, auf der alle relevanten Prozess- oder Verfahrensbeschreibungen (von Gewerbeanmeldung bis Kfz-Zulassung – eine kreisfreie Kommune hat mehr als 2.000 unterschiedliche Abläufe) in einer Form abgelegt sind, sodass sie einheitlich und einfach verständlich und damit für alle beteiligten Akteure schnell und pragmatisch genutzt werden können.
Am Beispiel der kommunalen Ebene im Freistaat Sachsen lässt sich die Komplexität der Prozesswelt gut verdeutlichen. Alle 495 Städte, Gemeinden und Kreise sind von der Dienstleistungsrichtlinie betroffen. Je nach Größe haben die Verwaltungen ähnliche bis gleiche Aufgaben. Viele dieser Aufgaben und der dahinterliegenden Prozesse sind verwaltungsübergreifend und beteiligen mehrere Akteure. So können bei einer Gewerbeanmeldung neben Gemeinde- und Kreisverwaltung, Finanzämtern und Kammern noch bis zu 20 weitere Akteure beteiligt sein. Es macht daher keinen Sinn, dass sich jede der mehr als 500 zuständigen Stellen Gedanken über die Regeln der Beteiligung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, eine Beschreibungsmethodik für Prozesse und eine technische Optimierung macht – hier schafft das Prozessregister einen signifikanten Nutzen durch die Bereitstellung allgemeingültiger und wiederverwendbarer Inhalte.
Weiterhin können über ein Prozessregister einheitliche Methoden und Vorgehensweisen vorgegeben werden, sodass jeder Akteur seine Aufgaben auf möglichst ähnliche Art und Weise durchführt. Nur durch ein abgestimmtes methodisches Vorgehen kann erreicht werden, dass einzelne Verwaltungen gegenseitig von ihren Arbeiten profitieren können (etwa durch kooperativen Erfahrungsaustausch) und somit zusätzliche Nutzeffekte entstehen, die es bei dem Vorgehensmodell „Einzelkämpfer“ nicht geben würde.
Nächste Seite: Einheitlicher Ansprechpartner reformiert Prozesse
(ID:2043877)