Eine Absage an abgehobene Wortakrobatik

Professionelles Marketing stärkt eGovernment

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Sinn und Zweck von eGovernment müssen erklärt werden

Gegen den Ausbau von eGovernment gibt es viele Widerstände. Vor allem die leeren Kassen und die Erfahrung von teuren Fehlentwicklungen sind gewichtige Gegenargumente. Diese sind richtig und dürfen nicht beschönigt werden. Natürlich muss eGovernment sich rechnen. Damit es sich rechnen kann, muss sich in den Köpfen etwas ändern. Verwaltungsinterne Hemmnisse sind die Angst vor Veränderung, festgefahrene Abläufe, Furcht vor Statusverlust bei Umstrukturierungen. Obwohl allen klar ist, dass Veränderungen auch Positives bewirken können, besteht die Tendenz, sich dagegen zu wehren, weil man ja nicht weiß, was danach kommt.

Hemmnisse bestehen auch außerhalb der Verwaltung. Da ist vor allem mangelndes Interesse. Die Verwaltung soll ihre Arbeit machen und dies möglichst geräuschlos, unsichtbar, billig und perfekt. Wie sie diese erledigt, interessiert erst einmal nicht. Allerdings gibt es auch hier, bedingt durch eine gewisse Trägheit, die Ablehnung von Innovation. Alles soll bleiben, wie es ist und trotzdem anders, modern und besser werden. Kosten darf es natürlich nichts extra. Angebote im Internet werden eingefordert, gleichzeitig soll der gewohnte Vor-Ort-Service uneingeschränkt erhalten bleiben. Wenn die neuen Angebote da sind, werden sie nicht genutzt, weil es ja viel bequemer ist, sich auf dem Amt direkt bedienen zu lassen, statt sich vorher mit den Online-Formularen zu beschäftigen.

Also eine Pattsituation? Nein, es gibt Gegenstrategien. Vor allem muss – intern wie extern – Überzeugungsarbeit geleistet werden. Dazu gehört es, an konkreten Beispielen zu zeigen, was sich schon verändert hat und welche neuen Möglichkeiten sich bieten. Einhergehen muss dies mit der aktiven Werbung für Flexibilität. Das gelingt vor allem durch das eigene Beispiel, den Beweis, dass es Spaß macht, neue Wege zu gehen, alte Zöpfe abzuschneiden, Engagement zu zeigen.

eGovernment muss immer wieder erklärt werden und damit begreifbar, nachvollziehbar werden. Nicht die Technik ist entscheidend, sondern das, was man mit ihr macht. Deshalb hat die Zentralstelle für IT und Multimedia in Rheinland-Pfalz einen Schwerpunkt auf „eGovernment zum Anfassen“ gelegt. Das heißt, komplizierte Sachverhalte werden auf die Basics reduziert: Was wird gemacht? Warum wird es gemacht? Was haben wir davon?

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