Daten nutzen, Daten erschließen Mit künstlicher Intelligenz Datensilos überwinden

Ein Gastbeitrag von Thomas Alberti 3 min Lesedauer

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Daten dienen nicht nur als Treibstoff für künstliche Intelligenz (KI), sondern KI selbst kann dazu beitragen, Datenschätze zu erschließen und zugänglich zu machen. Insbesondere in der öffentlichen Verwaltung bietet generative KI das Potenzial, historisch gewachsene Datensilos zu überwinden.

Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Datensätze zu integrieren und so Datensilos zu überwinden.(©  ipopba – Getty Images via Canva.com)
Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Datensätze zu integrieren und so Datensilos zu überwinden.
(© ipopba – Getty Images via Canva.com)

Die Möglichkeiten, die sich für die öffentliche Verwaltung durch Daten eröffnen, sind enorm. Besserer Bürgerservice, präzisere städtische Planungen und eine proaktive Katastrophenprävention sind nur einige der vielen potenziellen Vorteile. Insbesondere für die von Bund, Ländern und Kommunen angestrebte Automatisierung von Verwaltungsleistungen ist ein medienbruchfreier Zugriff auf Daten eine Grundvoraussetzung.

Von Föderalismus geprägt – Heterogene IT-Landschaft

Allerdings ist die Transformation zur datengetriebenen Verwaltung eine Herausforderung. Geprägt durch den Föderalismus sind eine äußerst heterogene IT-Infrastruktur und auch Datensilos entstanden. Zudem sind Daten in zahlreichen dezentralen Registern hinterlegt, die untereinander noch nicht vernetzt sind. Dies resultiert in bürokratischen Hürden, erhöhten Kosten und frustrierten Bürgern – und auch in frustrierten Mitarbeitern, da sie oftmals bereits hinterlegte Daten wiederholt eingeben müssen.

Das im Jahr 2020 beschlossene Registermodernisierungsgesetz soll dem entgegenwirken. Schätzungen des Normenkontrollrats zufolge könnten durch eine Registermodernisierung jährlich bis zu 84 Millionen Arbeitsstunden gespart werden. Doch auch mit einer modernisierten Registerlandschaft liegt noch viel Arbeit vor Bund, Ländern und Kommunen. Schließlich müssen die Registerdaten in die jeweiligen Verwaltungsprozesse eingebunden werden. Das Integrieren bestehender und neuer Daten ist eine komplexe Aufgabe und erfordert spezialisiertes IT-Know-how. Allerdings besteht bereits jetzt ein Mangel an 39.000 IT-Fachkräften auf allen Verwaltungsebenen – ein Defizit, das laut McKinsey bis 2030 auf etwa 140.000 steigen könnte.

Generative KI: Ein Paradigmenwechsel in der Datenintegration

Um den Prozess der Datenintegration zu beschleunigen und zu vereinfachen, kann künstliche Intelligenz helfen. Die Nutzung generativer KI unterstützt die Integrationsspezialisten im ersten Schritt, schneller und mit höherer Qualität Integrationen zu entwickeln. Zum Beispiel ermöglichen KI-gestützte Integrationslösungen eine intelligente Zuordnung und Transformation von Daten, was den Integrationsaufwand erheblich reduziert.

Im zweiten Schritt können sogar immer mehr Integrationsaufgaben eigenständig von Personen übernommen werden, die über keine umfangreichen IT-Kenntnisse verfügen. In Zukunft könnte Verwaltungsmitarbeiterinnen- und mitarbeitern ein virtueller, KI-basierter Integrationsexperte zur Seite gestellt werden, der über eine benutzerfreundliche Chat-Schnittstelle in natürlicher Sprache kommuniziert. Dadurch können Mitarbeiter die KI direkt nach dem optimalen Integrationsansatz fragen. Dabei berücksichtigt die KI auch spezifische Anforderungen an Betriebsumgebung und Sicherheit. Während komplexere Integrationen immer noch die Expertise der IT-Spezialisten erfordern, können weniger anspruchsvolle Aufgaben vom Endbenutzer selbst abgewickelt werden, wobei natürlich der Einsatz, also Test und Aktivierung, den IT-Experten und Dienstleistern vorbehalten bleibt. Dies beschleunigt nicht nur Arbeitsprozesse, sondern entlastet auch die IT-Abteilungen, wodurch die allgemeine Effizienz in der öffentlichen Verwaltung steigt.

Mit dieser Neuerung wird der herkömmliche Weg der Datenintegration revolutioniert. Es handelt sich nun um einen inklusiveren Ansatz, in dem nicht mehr IT-Fachkräfte die Hauptlast tragen. Stattdessen übernehmen inhaltlich zuständige Verwaltungsmitarbeiter immer mehr Verantwortung. Das Resultat: Eine erheblich gesteigerte Effizienz in der Datenintegration und eine deutliche Reduzierung der Abhängigkeit von IT-Spezialisten. Dies ebnet den Weg für eine optimierte Datennutzung innerhalb der öffentlichen Verwaltung.

Datenkompetenzen aufbauen

Doch um das volle Potenzial zu realisieren, müssen auch die Datenkompetenzen der öffentlichen Verwaltung gesteigert werden. Denn auch wenn weniger tiefgreifende technische Kenntnisse notwendig sind, müssen Mitarbeiter entsprechend geschult werden, um Daten in die täglichen Arbeitsprozesse und Entscheidungen zu integrieren. Sie sollten in der Lage sein, Daten korrekt zu interpretieren, Datenschutzrichtlinien zu verstehen und die Funktionsweise von Algorithmen zumindest im Grundsatz nachzuvollziehen, um einen effektiven und verantwortungsbewussten Umgang mit Daten zu gewährleisten.

Die Zukunft liegt in einer intelligenten, datengetriebenen Verwaltung, die den Bürgern echten Mehrwert bietet. Generative KI kann zweifellos ein mächtiges Werkzeug zur Überwindung von Datensilos und zur effizienten Datenintegration sein. Aber eine zukunftssichere, transparente und bürgerzentrierte Verwaltung erfordert nicht nur den Einsatz modernster Technologien, sondern auch einen kulturellen Wandel und kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter. Beschreitet Deutschland diesen Pfad, kann es einen digitalen Paradigmenwechsel vollziehen und die Vision einer wahrhaft datengetriebenen Verwaltung verwirklichen.

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Thomas Alberti
Senior Vice President Sales DACH bei der Software AG

Bildquelle: Software AG

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