Gelsenkirchen

KI für Kommunen

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Unter den eingereichten Projekten gibt es beispielsweise eines zum Thema Dokumentenanalyse. Die Kommune verfolgt hierbei das Ziel, den zentralen Posteingang zu automatisieren, indem gescannte Dokumente analysiert und kategorisiert sowie Entwürfe für Antwortschreiben, wie beispielsweise Eingangsbestätigungen, vorbereitet werden. Mit einer angestrebten Treffer­quote von über 90 Prozent soll die Tagespost nur noch digital erfasst werden. Alle Dokumente werden dann mit einem vorgefertigten Antwortschreiben über einen digitalen Workflow weitergeleitet und revisionssicher archiviert. Dieses Procedere ist für Wohngeldanträge, Personal oder auch Bauämter denkbar.

Baris Büber, Projektleiter Urban.KI bei der gkd-el.(©  gkd-el)
Baris Büber, Projektleiter Urban.KI bei der gkd-el.
(© gkd-el)

Ein weiterer Use Case betrifft den Wissenstransfer von Fachkräften auf deren Nachfolger. Hier könnte eine KI dabei helfen, das vorhandene Wissen zu strukturieren – zum Beispiel durch Visualisierungen – und zu replizieren sowie eine Wissensdatenbank aufzubauen. Die Ziele: Ressourcen schonen, Wissensverlust minimieren, Stabilität bei Personalwechseln gewährleisten und den Wissenstransfer strukturiert und fehlerfrei gestalten.

Auch für die Stadtplanung wurden Projekte eingereicht. In einem Use Case geht es um die virtuelle Nachbildung einer Stadt oder eines Stadtteils, die in Echtzeit mit ihren physischen Gegenstücken verbunden ist und kontinuierlich mit Daten aktualisiert wird. Mithilfe eines solchen digitalen Zwillings lassen sich Szenarien wie Bevölkerungswachstum, Verkehrszunahme oder Umweltveränderungen ­simulieren und analysieren.

In Workshops können sich die teilnehmenden Kommunen untereinander austauschen und stoßen dabei auch auf Themen, die sie bislang nicht auf dem Schirm hatten. „Hier kristallisieren sich auch immer wieder neue Fragestellungen heraus“, sagt Büber. Er nennt als Beispiel den Datenschutz, durch den immer wieder neue Herausforderungen auftauchten, er meint aber auch gleichartige Probleme, die in der einen Kommune bereits identifiziert wurden, in der anderen Kommune hingegen noch nicht. Das Bewusstsein dafür schaffen, was durch Datennutzung und künstliche Intelligenz möglich ist – auch das ist Ziel des Projekts ­Urban.KI.

Initialzündung

Der Anstoß zu Urban.KI kam durch die finanzielle Förderung. „Aus dem Tagesgeschäft heraus entwickeln sich solche Projekte in den Fachdienststellen nicht“, macht vom Sondern klar. „Wir sind seinerzeit durch die digitale Modellregion über das Wirtschaftsministerium NRW gefördert worden. Das war die Initialzündung.“ Seither konnten einige Learnings gemacht und vieles aufgebaut werden. So gibt es beispielsweise bereits ein Open Innovation Lab rund um die Veltins-Arena. Nach der ersten Förderung wurden die Projekte in anderen Förderphasen von anderen Fördergebern fortgeführt – in diesem Fall vom Bund über die Modellprojekte Smart Citys (MPSC). Eines dieser Projekte ist Urban.KI.

Die Laufzeit – und damit die finanzielle Unterstützung – bis Ende 2025 ist für ein solch umfangreiches Projekt überschaubar. „Unser Ziel ist natürlich, das Anwendungszentrum auf tragfähige Beine zu stellen, um es nach 2025 fortführen zu können“, betont vom Sondern. Und man strecke auch bereits die Fühler nach Anschlussfinanzierungen aus, „denn es ist ja nicht viel Zeit“.

Nachnutzung

Von den umgesetzten Projekten können letztlich alle Kommunen in Deutschland profitieren, denn die Anwendungsfälle werden im Anschluss kostenlos auf OpenCoDE veröffentlicht. Auch der Austausch mit dem Zentrum für digitale Souveränität (ZenDiS) soll entsprechend ausgebaut werden. „Souveränität ist ein riesiges Thema in den Kommunen“, sagt vom Sondern.

Bei der Nachnutzung der KI-Cases will Urban.KI unterstützen. Mit den 72 MPSC-Kommunen sei man über Regionalkonferenzen oder Messen wie der SCCON ohnehin im regen Austausch, doch auch für alle anderen Städte und Kreise soll es Hilfe geben. Denkbar sei ein Betreibermodell, um als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und parallel die Kommunen zu befähigen, den Use Case an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Urban.KI würde sich in diesem Fall vom Förderprojekt zu einem bundesweit tätigen Institut für KI-Anwendungen entwickeln.

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