Nationaler Warntag Erneuten Stresstest bestanden

Von Johannes Kapfer 2 min Lesedauer

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In den Augen der Verantwortlichen war der, am zwölften September durchgeführte, nationale Warntag ein Erfolg. Einer Umfrage des Bitkom zufolge könnte durch den Einsatz von KI zukünftig noch mehr Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung erreicht werden.

Integrierte Leitstellen verwalten eingehende Gefahrenmeldungen und koordinieren Einsatzkräfte.(©  qunica.com - stock.adobe.com)
Integrierte Leitstellen verwalten eingehende Gefahrenmeldungen und koordinieren Einsatzkräfte.
(© qunica.com - stock.adobe.com)

Ziemlich genau um elf Uhr vormittags wurden am vergangenen Donnerstag über beinahe alle Sirenen im bundesdeutschen Gebiet sowie die überwiegende Mehrheit aller Smartphones simultan Warntöne und Signale ausgespielt. Grund hierfür: Der nationale Warntag, der seit 2022 einmal jährlich dazu genutzt wird, einen Funktionstest aller bestehenden Signalsirenen sowie eine Bestandsaufnahme weiterer Kommunikationskanäle, wie etwa Cellbroadcast oder der NINA-App, durchzuführen.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) äußerte sich folgendermaßen zum Ergebnis des Warntags: „Erste Auswertungen des BBK zum heutigen Warntag zeigen: Unsere Warnsysteme haben erneut einen großen Stresstest bestanden. Ob Warnnachrichten, die direkt aufs Handy gehen, Sirenen, unsere NINA-Warn-App oder Warnungen per Fernsehen, Radio und Anzeigentafeln: Unser Warnmittel-Mix erreicht fast alle Menschen in Deutschland.“

Die Warnsysteme würden im Notfall Menschenleben retten, fuhr Faeser fort. Dies gelte unabhängig davon, ob es um Brände, schwere Unwetter, Waldbrände oder andere Gefahren gehe. Man wolle dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger sich und andere bestmöglich schützen und Gefahren rechtzeitig erkennen können. Dafür seien gut funktionierende Warnsysteme lebenswichtig.

An welchen Stellen man die Warnsysteme weiter verbessern könne, werde nun im Nachgang sorgfältig ausgewertet. Allen beteiligten Behörden von Bund, Ländern und Kommunen dankte die Ministerin. Insbesondere das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bedachte Faeser mit Dank.

Hilfe von KI im Katastrophenfall gewünscht

In einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research wurde die Frage gestellt, welche Kommunikationswege sich die Bürgerinnen und Bürger im Katastrophenfall wünschen. Das Ergebnis kann – vor dem Hintergrund des heutigen nationalen Warntags – durchaus überraschend erscheinen. Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben nämlich an, dass sie automatische, via KI generierte Warnungen in Notfällen allen anderen Kommunikationsmitteln vorziehen würden. Da dies in Echtzeit geschehen könnte, gehen die Befragten davon aus, dass – im Vergleich zum „konventionellen Auslöseweg“ wertvolle Zeit gewonnen werde.

Zu diesem Bedürfnis sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder, dass die KI riesige Mengen an historischen und aktuellen Wetter- und Umweltdaten auswerten und in Echtzeit analysieren könne. So ließen sich Muster erkennen, die mit hoher Zuverlässigkeit auf bevorstehende Naturkatastrophen hinweisen können, führt Rohleder weiter aus.

Zurück zur Befragung des Bitkom: Interessanterweise möchten nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten per WhatsApp, Instagram und Co. informiert werden wenn ein Gefahrensituation in ihrer Nähe stattfindet. Bis zum nächsten nationalen Warntag hat die Bundesregierung Zeit sich eine Lösung für diese Diskrepanz zu überlegen. Auch für den bevorstehenden Wahlkampf auf Bundesebene könnte das Thema Katastrophen- und Bevölkerungsschutz eine prominente Rolle spielen.

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