Soziale Medien Youtuber und Influencer als Nachhilfelehrer

Von Stephan Augsten 2 min Lesedauer

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Komplexe Sachverhalte einprägsam, interessant und verständlich zu vermitteln, liegt zweifelsohne nicht jeder Lehrkraft. Diese Meinung teilen auch zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler, die dem Digitalverband Bitkom gegenüber angaben, dass Influencer und Youtuber diesbezüglich mehr Kompetenz mitbringen.

YouTuber und Influencer erreichen junge Menschen mit Formaten erreichen, die vielen Schulen und Lehrkräften fremd sind.(Bild:  Design_Stock - stock.adobe.com / KI-generiert)
YouTuber und Influencer erreichen junge Menschen mit Formaten erreichen, die vielen Schulen und Lehrkräften fremd sind.
(Bild: Design_Stock - stock.adobe.com / KI-generiert)

Der ohnehin schon im Wandel ­befindliche Medienkonsum hat mit dem Siegeszug der sozialen Medien noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. War man früher noch froh über jedes bebilderte Internet-Tutorial, haben How-to-Videos auf Youtube und Bilderstrecken auf Instagram dieser Form der Wissensvermittlung inzwischen den Rang abgelaufen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Bitkom fragen mittlerweile etwa vier von zehn Schülerinnen und Schülern ab 14 Jahren (39 Prozent) in sozialen Netzwerken wie Reddit, Discord oder Instagram nach, wenn sie etwas in der Schule nicht verstehen.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst sieht vor diesem Hintergrund deutlichen Handlungsbedarf an den Schulen: „Wenn Schülerinnen und Schüler bei Verständnisfragen zuerst in Reddit oder Discord fragen, zeigt das: Schule muss näher an die digitale Lebenswelt rücken und sich digitale Lernmedien stärker zunutze machen.“ YouTuber und Influencer würden Jugendliche mit Formaten erreichen, die vielen Schulen und ihren Lehrkräften fremd sind. 64 Prozent der befragten Lernwilligen finden sogar, dass Influencer und YouTuber ihnen Sachverhalte und schulische Fragen besser erklären könnten als ihre Lehrkräfte. Etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) wäre nach eigenen Angaben gar durch bestimmte Prüfungen durchgefallen, hätte es entsprechende Lernvideos in sozialen Netzwerken nicht gegeben.

Social-Media-Verbot im Unterricht

Soziale Netzwerke würden allerdings nicht nur das eigenständige Lernen verändern, sondern auch den Alltag in der Schule und den sozialen Umgang untereinander, berichtet der Bitkom. Und das stößt selbst bei den Befragten nicht immer auf Gegenliebe. Über die Hälfte (54 Prozent) der Befragten sehen nämlich im Schulalltag, dass ihre Klassenkameradinnen lieber heimlich soziale Medien nutzten, statt aufmerksam dem Unterricht zu folgen. Bei 31 Prozent der Schülerinnen und Schüler sprechen sich deshalb inzwischen dafür aus, die Social-Media-Nutzung in der Schule zu verbieten,

Für die besagte Umfrage hat Bitkom Research deutschlandweit insgesamt 502 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 19 Jahren telefonisch befragt.

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