eGovernment Summit 2010

Ein Land im Wandel – eGovernment quo vadis?

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Neue Strukturen für die Verwaltung

Habbel weiter: „Wie können wir überflüssige Verfahren abbauen? Hier ist die Verwaltung gefordert. Voraussetzung dafür ist mehr Transparenz über Abläufe und Kosten. Was wir brauchen, ist eine wirkungsorientierte Haushaltswirtschaft. Eine wirkungsorientierte Haushaltsführung setzt aber den Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechniken voraus. Erforderlich ist ein Cockpit, das ständig Auskunft über den Status der Verwaltung gibt. Die Doppik muss stärker für die strategische Arbeit eingesetzt werden, anstatt sie nur wie bisher als verbesserte Buchführung zu betrachten“.

Weitere Herausforderungen seien die Themen Kooperation und Transparenz. Es sei erst ansatzweise gelungen, eine echte und wirkungsvolle Zusammenarbeit sowohl auf horizontaler als auch vertikaler Ebene aufzubauen. Hier liege aber der entscheidende Schlüssel für die Etablierung einer Netzwerkverwaltung in einem föderalen Staat.

Herausforderungen bewältigen

Ähnlich werden die Herausforderungen, denen sich die Öffentliche Verwaltung in den kommenden Jahren gegenübersehen wird, auch von den Partnern des eGovernment Summit gesehen.

So erklärte Michael Schuster, Direktor für den Geschäftsbereich Public Sector bei der SAS Institute GmbH: „Effizienzsteigerung, Vernetzung und Bürgernähe sind die entscheidenden Faktoren, denen sich Deutschland im internationalen Standortwettbewerb stellen muss – trotz knapper Budgets.“

Umso wichtiger werde deshalb die Diskussion über einen wirkungsorientierten Ressourceneinsatz, der Investitionen konsequent dem prognostizierten Nutzen gegenüberstellt und gleichzeitig die Kostenersparnis in den Mittelpunkt rückt.

Schuster weiter: „Zudem hat die Politik einen ernsthaften Verlust an Zustimmung in der Bevölkerung zu verzeichnen. Diese Vertrauenskrise der Bürger in den Staat in den Griff zu bekommen, wird eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre werden.“

Dass sich die Entwicklung nicht allein mit einer Abnahme des politischen Interesses erklären lasse, zeige auch eine Erhebung von Forsa und SAS. Diese belege den starken Wunsch der Bundesbürger nach mehr Transparenz und Partizipation.

„Die große Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass die Öffentliche Hand durch mehr Offenheit – etwa durch Veröffentlichung von Verwaltungsdaten – wieder Vertrauen zurückgewinnen und gleichzeitig ihre Effektivität steigern könnte“, so Michael Schuster.

Eine Einschätzung, die auch Thomas Kühlewein, Vice President Central Europe bei VMware, teilt. „Eine große Herausforderung der Öffentlichen Hand liegt klar darin, trotz geringerer finanzieller Mittel die Anzahl und Qualität von IT-Services weiter zu erhöhen. Die Bürger in den Städten und Kommunen erwarten zunehmend die Verfügbarkeit von Online-Diensten, die bundesweiten Verwaltungsnetze wachsen und die Compliance-Vorgaben zur Datenvorhaltung werden komplexer. Die IT-Abteilungen der Öffentlichen Hand sind also mehr und mehr gefordert, gleichzeitig werden jedoch Gelder gekürzt.“

Auch Harald Lemke – der ehemalige CIO des Landes Hessen ist jetzt Beauftragter für eGovernment bei der Deutschen Post – kommt in seiner Analyse der Verwaltung zu vergleichbaren Ergebnissen.

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