Bayern startet Offensive Digitale Balance für Kinder und Jugendliche

Von Nicola Hauptmann 3 min Lesedauer

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Kultusministerium und Gesundheitsministerium in Bayern wollen ihre Maßnahmen zu Medienkompetenz und Prävention bündeln. Ihr gemeinsames Ziel: junge Menschen stark machen für die Chancen der digitalen Welt, sie aber auch vor den Risiken schützen.

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz: Wir „spannen einen Schutzschirm für unsere jungen Leute auf“.(Bild:  ©StMUK / Astrid Schmidhuber)
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz: Wir „spannen einen Schutzschirm für unsere jungen Leute auf“.
(Bild: ©StMUK / Astrid Schmidhuber)

Digitale Medien bergen große Chancen für Bildung, Kommunikation und Teilhabe, gleichzeitig aber auch Risiken bei unreflektierter und übermäßiger Nutzung: Konzentrationsprobleme, psychische Belastungen bis hin zu Suchtverhalten und Gesundheitsschäden. Man dürfe Kinder und Jugendliche mit den Herausforderungen der digitalen Welt nicht allein lassen, sagt die bayerische Gesundheitsministerin Anna Stolz.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat daher mit der neuen Agenda „Digitale Balance im Alltag von Schülerinnen und Schülern“ eine Offensive für einen „gesunden, reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien“ gestartet. Die Initiative gehe Hand in Hand mit der Bayerischen Präventionsstrategie gegen problematische digitale Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention. Diese soll die mentale Gesundheit junger Menschen in Bezug auf Medienkonsum fördern und riskanten Verhaltensweisen vorbeugen. Mit der Präventionsstrategie ergänze man die neue Agenda der Staatsregierung, erklärte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach.

Dafür haben die Ministerien ein Paket von Maßnahmen erstellt, die von der Grundschule bis zu den Abschlussklassen reichen und ineinandergreifen. Auch Elternarbeit, Suchtprävention, Beratung sowie Kinder- und Jugendschutz gehören dazu.

Im Bildungsbereich ist der Ausbau des „digitalkompass.schule“ im Fokus. Hier sind zwei neue Angebote vorgesehen:

  • ein Chat-Kompass für die Grundschule und
  • ein Social-Media-Kompass für die weiterführenden Schulen.

Darin sollen konkrete Herausforderungen aus dem Alltag junger Menschen, wie etwa Cybermobbing oder Deepfakes, aufgegriffen werden.

Im Zuge der Lehrplanüberarbeitung soll Medienbildung künftig auch noch stärker in die Fachlehrpläne integriert werden: Kinder und Jugendliche sollen lernen, Informationen kritisch einzuordnen, Manipulation zu erkennen, ihre persönlichen Daten zu schützen und auch Verantwortung im digitalen Raum zu übernehmen. Mit Beschränkungen für die private Handynutzung an Schulen, die künftig bis einschließlich Jahrgangsstufe 7 gelten sollen, will Bayern zudem auch klare Rahmenbedingungen an den Schulen schaffen.

Familien unterstützen

Da sich viele Eltern Orientierung bei Fragen zu Smartphone-Nutzung, Messenger-Diensten und sozialen Medien wünschten, stellen Kultus-, Gesundheits- und Digitalministerium erstmals ein gemeinsames Informationspaket zur Medienerziehung bereit. Es enthält Angebote wie den Medienführerschein Bayern oder das digitale Präventionsprogramm des Universitätsklinikums Tübingen „ISES!“, künftig ergänzt durch einen neuen Orientierungsrahmen mit Empfehlungen zur altersgerechten Medien- und Smartphone-Nutzung. Die Angebote sollen auf der Website des Kultusministeriums sowie in gedruckter Form zur Verfügung gestellt werden.

Damit nicht genug: Auch Dialogformate wie Elternabende sollen ausgebaut, Elterncafés und regionale Veranstaltungsformate angeboten werden.

Gesundheitsministerin Gerlach will sogar noch viel früher ansetzen – bei den werdenden Eltern: „Denn digitale Medien sind meist von Anfang an Bestandteil des Familienalltags“, erklärte die Ministerin. Das könne sich auf Kinder auswirken, noch bevor diese selbst digitale Medien nutzten. „Eltern und Bezugspersonen haben eine wichtige Vorbildrolle inne, weshalb wir Informationen zu diesem Thema unter anderem über Kinderarztpraxen vermitteln wollen.“

Zahlen und Fakten zum Thema digitale Medien sollen zudem über den „Suchtmonitor Bayern 2026“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht werden.

Im Bereich der Prävention und Beratung sind neben der Stärkung bestehender Programme zur Suchtprävention (wie Klasse2000, IPSY oder REBOUND) auch spezielle Angebote zur Prävention exzessiver Mediennutzung vorgesehen, wie PROTECT oder Net-Piloten, sowie schulische und außerschulische Beratungsangebote.

Das Präventionsprojekt Net-Piloten nutzt den Peer-to-Peer-Ansatz: Zuvor ausgebildete Schülerinnen und Schüler beraten ihre jüngeren Mitschüler.

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